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Zentrum für verfolgte Künste wird eröffnet

Solingen Zentrum für verfolgte Künste wird eröffnet

Wer kennt noch Oscar Zügel, Eric Isenburger oder Milly Steger? Diese Künstler wurden von den Nationalsozialisten verfolgt oder geächtet und sind heute weitgehend unbekannt. Ein bundesweit einmaliges Zentrum in Solingen arbeitet für das Erinnern.

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Im Kunstmuseum in Solingen ist auch das Zentrum für verfolgte Künste untergebracht.

Quelle: Jan-Philipp Strobel/dpa

Solingen. Es soll ein bundesweiter Erinnerungsort werden: das Zentrum für verfolgte Künste in Solingen, das am 8. Dezember feierlich eröffnet wird. Das international vernetzte Zentrum sei in Deutschland einzigartig, sagte Direktor Rolf Jessewitsch am Donnerstag in der nordrhein-westfälischen Stadt. Besonders wichtig sei die ständige Kooperation mit der Holocaust-Gedenkstätte Jad Vashem in Jerusalem sowie auch mit polnischen Institutionen. Bundestagspräsident Norbert Lammert soll die Einrichtung in einem Festakt eröffnen.

"Die Arbeit des Zentrums ist ein wichtiger Beitrag für unsere Erinnerungskultur, weil es die Werke mutiger und verfolgter Künstlerinnen und Künstler und deren Biografien präsentiert", sagte die stellvertretende NRW-Ministerpräsidentin Sylvia Löhrmann (Grüne) einer Mitteilung zufolge.

Die Einrichtung erinnert auf Grundlage von zwei Sammlungen an Künstler, die in der NS-Diktatur und in der DDR verboten und verfolgt wurden. Viele von ihnen kommen im heutigen Kunstkanon nicht vor. Namen wie Oscar Zügel, Eric Isenburger oder Milly Steger sind in Vergessenheit geraten.

Bereits im Januar hatte das vom Landschaftsverband Rheinland und der Stadt Solingen getragene Zentrum die Arbeit aufgenommen. Vorausgegangen waren jahrelange Verhandlungen um die Finanzierung.

Eine Million Euro stellte der Bund kürzlich für die Sicherung von zwei Sammlungen mit "entarteter" Kunst vor. Dazu gehört das Herzstück des Solinger Zentrums, die Sammlung Gerhard Schneider mit rund 3000 Werken von etwa 400 heute weitgehend unbekannten Künstlern.

Außerdem beherbergt das Zentrum auch die Literatursammlung "Die verbrannten Dichter" des Journalisten Jürgen Serke. Zur Eröffnung zeigt das Zentrum bis zum 24. Januar drei Ausstellungen. Zwei Präsentationen beschäftigen sich mit dem Umgang jüngerer Künstler-Generationen mit dem Holocaust. Die dritte Ausstellung über Frauen im Holocaust wurde von der Gedenkstätte Jad Vashem in Jerusalem konzipiert.

dpa

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