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a-ha spielen vor 9000 Fans in Hannover

Tui-Arena a-ha spielen vor 9000 Fans in Hannover

Seit mehr als drei Jahrzehnten stehen die Norweger von a-ha bereits auf der Bühne. Nach dem Comeback 2015 spielten die Popstars am Sonntagabend nun auch in Hannover – vor mehr als 9000 Zuschauern in der Tui-Arena.

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Seit Jahrzehnten im Pop-Business – und immer noch nicht wirklich cool: die Norweger von a-ha.

Quelle: Tim Schaarschmidt

Hannover. So richtig coole Typen waren die drei Jungs von a-ha noch nie. Sie haben es zwar immer wieder versucht, und Erfolg macht natürlich auch sexy. Aber für richtige Coolness waren die drei Norweger immer eine Spur zu süß, zu nett, zu dackeläugig und zu brav. Und die Falsettstimme von Sänger Morten Harket war einzigartig, aber mit lässiger Männlichkeit schwer zu vereinbaren. 

Nun geht Harket auf die 60 zu, ist gut 30 Jahre ein Popstar – und versucht es immer noch. Mittlerweile mit Muckibudenmuckis und großer Sonnenbrille. Ja, Popstars sind er und seine beiden Mitstreiter immer noch, das beweisen allein die rund 9000 Besucher beim Konzert in der Tui-Arena. Aber mit der Coolness – nee, das wird nichts mehr.

Am Sonntagabend spielte die norwegische Popband a-ha in der Tui-Arena vor rund 9000 Besuchern.

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Nach dem Comeback 2015 hat sich das Trio weder für einen Neustart noch für das gelassene Alterswerk entschieden. "Cast in Steel", das dazugehörige Album, wird in Hannover fast verschämt an zwei Stellen eingeschoben. Ansonsten geht a-ha auf Nummer sicher und spielt – mit reichlich Bandverstärkung – die größten Hits, mit denen man problemlos ein Konzert füllen kann. "I've been losing you", "Cry Wolf" und "Move to Memphis" eröffnen im Saal ein großes Wiederhören und Erinnern, bei welchem Lied man wann mit wem was gemacht hat.

Damals, als a-ha ein 25-teiliger Starschnitt in der "Bravo" war, 1986 zwischen Boris Becker und Michael J. Fox, passte für die blonden Synthiepopper fast alles. Heute versuchen sie, Rocksongs aus ihren Ohrwürmern zu machen. Das klappt halbwegs, weil einerseits der Sound mit viel Zerrgitarre aufgebrezelt wird und ziemlich satt aus den Boxen kommt, andererseits Harket aber am Mikrofon steht, als ginge ihn die ganze Sache nicht so richtig was an. Und das sieht eher nach Desinteresse als nach Coolness aus. Das Publikum, stehend im Innenraum, schaut sich entsprechend die ganze Sache erst einmal ein wenig abwartend an. 

Tatsächlich ist es "Stay on these Roads", der alte Schmachtschinken, der das Volk ins Schwelgen und Schwärmen bringt. Außerdem sind die Norweger nun mal nette Menschen. Als Keyboarder Magne Furuholmen ("Wir haben erst Deutsch in der Schule gelernt und dann alles vergessen") seine, zugegeben, Wikipedia-Kenntnisse über Hannover referiert (Personalunion, Hannah Arendt, Scorpions), hat die Band alle Sympathien eingesammelt. Und so mancher Wiedergänger im Saal mag sich freuen, dass dieses Konzert nicht im Zeichen so dramatischer Unstände stand wie 2010, als sie Robert Enke gedachten, der sich kurz zuvor das Leben genommen hatte.

Doch irgendwie fehlt auf der Bühne der Wille, diese guten Voraussetzungen in eine Party münden zu lassen. Als Harket in aller Bedächtigkeit erklärt, warum das folgende "Looking for the Whales" eine Initialzündung für die Band war, ruft einer im Publikum "Lauter!" Rock 'n' Roll ist das nicht. Aber der Walsong ist gut, er hat Zug. Vieles andere plätschert eher dahin. Schade. Auch deshalb, weil es vielleicht die letzte a-ha-Tour ist.

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