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Kultur 32 Geiger spielen um den Sieg
Nachrichten Kultur 32 Geiger spielen um den Sieg
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17:10 15.10.2018
Bogen raus: Olga Sroubkova. Quelle: Helge Krückeberg
Hannover

Der Sieger oder die Siegerin war bereits zu hören. Wer immer am Ende der kommenden Woche als erster Preisträger aus dem zehnten Joseph-Joachim-Violinwettbewerb hervorgehen wird, hat sich schon mindestens einmal in der Musikhochschule präsentiert. Dort ist am Montagmittag der erste Teil der Vorrunde zu Ende gegangen. 32 Teilnehmer aus aller Welt – darunter vier Deutsche sowie drei Geigerinnen und ein Geiger von der hannoverschen Musikhochschule – haben sich dabei jeweils mit zwei Solowerken präsentiert. Außerdem haben alle die „Romanze“ von Wettbewerbspatron Joseph Joachim gespielt, die über die Jahre so etwas wie die Erkennungsmelodie des alle drei Jahre ausgetragenen hannoverschen Geigengipfels geworden ist.

Wer nur einige der jungen Geiger hört, bekommt schon eine Ahnung, wie schwer die Arbeit der Jury sein wird: Alle Musiker beherrschen ihr Instrument bereits über die Maßen virtuos. Aufhorchen ließ am Montagvormittag aber doch die Tschechin Olga Sroubkova, die seit vier Jahren bei Adam Kostecki in Hannover studiert. Blitzsauber spielte sie unter anderem eine fulminante und angemessen musikantische Version der haarsträubend schwierigen vierte Solosonate von Eugène Ysaÿe, die gespickt ist mit ungewöhnlichen Intervallen. Wenn es so weitergeht, wird der Wettbewerb für sie wohl nicht schon am Mittwoch vorbei sein, wenn die zweite Vorrunde mit Stücken für Klavier und Geige abgeschlossen ist.

Sroubkova verfügt außerdem über den vollen, großen Ton, den die diesjährige Auswahljury offenkundig schätzt, die vorab aus 115 Bewerbern die 32 Teilnehmer ausgewählt hat: Die meisten von ihnen haben viel Sinn für die schwelgerische Seite ihres Instrumentes – auch bei den Sonaten und Partiten von Bach, die zum Pflichtprogramm der ersten Runde gehören und hier zumeist recht herzhaft gespielt werden.

Schon in der Vorrunde steht für alle Teilnehmer noch eine kleine Kür auf dem Programm: Bis Mittwochabend stellen sie sich mit einer klassischen Sonate und einem Stück nach eigener Wahl ein zweites Mal vor, bevor die Jury die Runde stark verkleinern wird. Nur zwölf Geiger und Geigerinnen werden am Donnerstag im Halbfinale mit von der Partie sein. In den beiden Finalrunden der kommenden Woche sind dann noch sechs Teilnehmer im Spiel, der Sieger steht dann spät abends am Freitag, 27. Oktober, fest.

Die Vorrundenkonzerte in der Musikhochschule beginnen heute um 10 Uhr, 12.50 Uhr, 17 Uhr und 19.15 Uhr sowie morgen um 10 Uhr, 12.15 Uhr, 17 Uhr und 19.50 Uhr. Das Halbfinale beginnt am Donnerstag, 18. Oktober, 18 Uhr mit einem Prolog: Komponistin Rebecca Saunders spricht über das Auftragswerk, das sie für den Wettbewerb geschrieben hat.

Von Stefan Arndt

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