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Kultur Archäologen graben Festivalwiese um
Nachrichten Kultur Archäologen graben Festivalwiese um
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12:55 27.06.2018
Tiefgehende Fragen: Ein Archäologe der Binghamton University arbeitet an den Ausgrabungen auf dem Gelände des Woodstock-Festivals von 1969 in Bethel im US-Bundesstaat New York. Quelle: dpa
Bethel

Ausgrabungen verschaffen nicht nur Kenntnis über prähistorische Zeiten, sie können auch helfen, Geschehnisse der jüngeren Vergangenheit zu erklären. Archäologen haben jetzt in den USA die Stätte des legendären Woodstock-Festivals von 1969 teilweise ausgegraben. Eine Woche lang legten sie Abschnitte der Felder im Ort Bethel im Staat New York frei, auf denen sich im August 1969 mehr als 400 000 Menschen versammelten. Die Experten der Binghamton University wollen damit unter anderem die Lage der Bühne bestimmen, auf der Bands wie The Who und Jefferson Airplane sowie Jimi Hendrix, Janis Joplin und Joan Baez spielten. Im Herbst hatten Archäologen bereits Bereiche freigelegt, in den Verkäufer während des Festivals ihre Stände hatten.

Hundertausende pilgerten zu dem dreitägigen Musikfestival, das für viele zum Sinnbild der Hippiebewegung und einer ganzen Generation wurde. Bei Woodstock versammelten sich trotz Regen und Schlamm Kriegsgegner und Hippies, die Materialismus ablehnten und mit Drogen wie Marihuana und LSD experimentierten. Gemietet hatten die Veranstalter das Gelände, das gut zwei Autostunden nördlich von New York liegt, vom Milchbauern Max Yasgur. Von dem massenhaften Andrang waren sie fast umgehend überfordert und auf Hilfe von Freiwilligen angewiesen.

Hintergrund der Ausgrabungen ist der 50. Jahrestag des Festivals im August 2019, sagte Nina Versaggi von der archäologischen Fakultät der Binghamton University der Deutschen Prese-Agentur. Bis dahin will das benachbarte Bethel Woods Center for the Arts das Gelände mit Pfaden aufbereiten, um die Geschichte von Woodstock nachzuerzählen. Die Stätte sei „historisch höchst bedeutend“, sagte Direktor Wade Lawrence vom Bethel Woods Center. Vor einem Jahr wurde das 15 Hektar große Gelände bereits zum Kulturdenkmal erklärt.

Von Johann Schmitt-Tegge.

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