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Personalrotation verhindert „Brennpunkt“ zu Kiew

Kritik an öffentlich-rechtlichen Sendern Personalrotation verhindert „Brennpunkt“ zu Kiew

Kein „Brennpunkt“ in der ARD, kein „spezial“ im ZDF - die Netzgemeinde neigt zur Häme, wenn die öffentlich-rechtlichen Sender bei aktuellen Anlässen keine Sondersendungen bringen. ARD und ZDF haben aber ihre Gründe dafür.

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ARD und ZDF wollen nach der Kritik Sondersendungen zur Ukraine am Mittwoch nachholen.

Quelle: dpa

Berlin. In der Hauptstadt der Ukraine tobten am Dienstagabend blutige Straßenschlachten, es starben viele Menschen: Deutschlands große öffentlich-rechtliche Fernsehsender hatten dennoch keine Sondersendungen über die Machtkämpfe in Kiew im Programm. Besondere Umstände hatten ihnen einen Strich durch die Rechnung gemacht. In einigen sozialen Netzwerken wurden ARD und ZDF dafür kritisiert.

„Die Nachrichtenlage hätte ab spätestens 18 Uhr einen Brennpunkt gerechtfertigt“, sagte ARD-Chefredakteur Thomas Baumann der Nachrichtenagentur dpa am Mittwoch auf Anfrage. Aber: „Im Zuge eines Personalwechsels in Kiew konnte unsere Korrespondentin Golineh Atai erst nach 20 Uhr dort ankommen.“ Sie sollte den Kollegen Arnim Stauth ablösen, der wiederum für Ina Ruck die Stellung gehalten hatte, die bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi ist.

„Die angespannte Lage in Kiew selbst hat Frau Atais Ankunft im Stadtzentrum weiter verzögert“, sagte Baumann weiter. „Aus diesem Grund haben wir auf einen „Brennpunkt“ verzichten müssen. Wir meinen, dass es zwingend ist, für einen „Brennpunkt“ einen eigenen Korrespondenten vor Ort zu haben.“ Die „Tagesschau“ um 20 Uhr sei aber um zwei Minuten verlängert worden, „Report München“ habe aktuell zu Atai geschaltet. Auch die „Tagesthemen“ hätten sich intensiver mit der Lage befasst.

Ein ZDF-Sprecher sagte, die Ereignisse hätten sich über den Tag entwickelt, aber erst am Abend zugespitzt, als die Polizei mit der Erstürmung des Maidan begann. Deshalb habe das ZDF nicht mit einer „spezial“-Sendung nach „heute“ reagiert. Das „heute-journal“ habe das Geschehen dann ausführlich abgebildet und sich während der ersten zehn Minuten ausschließlich den Ereignissen in der Ukraine gewidmet.

Der Sender habe die Ereignisse in der Ukraine seit Wochen intensiv im Blick. Bis zu drei Reporter hätten das Geschehen vor Ort begleitet. In mehreren Schwerpunkten im „heute-journal“ und „auslandsjournal“ sei das Thema mit seinen verschiedenen Aspekten immer wieder vertieft worden.
Für Mittwochabend plante die ARD nach der „Tagesschau“ einen „Brennpunkt“, das ZDF wollte ein „spezial“ gegen 19.35 Uhr bringen.

dpa

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