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ARD versucht jünger zu werden

„Einslike“ ARD versucht jünger zu werden

Die ARD bündelt Themen, die irgendwie jugendlich sind, in der Mediathek jetzt unter dem Label „Einslike“. Das Jugendangebot ist allerdings gewöhnungsbedürftig.

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In der ARD Mediathek sind jugendliche Themen unter der Rubrik "Einslike" gebündelt.

Quelle: Karsten Röhrbein

Hannover. Unter 14- bis 49-Jährigen gilt die ARD als schwer vermittelbar. Junge Gesichter sucht man - von Florian Silbereisen mal abgesehen - meist vergeblich, ebenso wie frische Formate. Dabei hat die ARD beides durchaus zu bieten. Nur eben nicht im Hauptprogramm. In den digitalen Spartenkanälen hingegen gibt es gibt Konzertmitschnitte hochkarätiger Nachwuchskräfte in bester WDR-„Rockpalast“-Manier, es gibt gute, freche Interviews und Reportagen und mit „Reload“ auf EinsPlus sogar ein Magazin, dass sich kurzweilig und kenntnisreich mit aktuellen Videospielen auseinandersetzt.

All das führt die ARD jetzt in ihrer Mediathek unter dem Label „Einslike“ zusammen. Jan Metzger, Intendant von Radio Bremen, wo „Einslike“ federführend konzipiert wurde, betonte bei der Vorstellung, die ARD rede nicht nur über die Ansprache junger Zielgruppen, sie tue auch was. Das Jugendangebot, das in der Mediathek am PC, auf internetfähigen Fernsehern und Smartphones oder Tablets auch lange nach dem TV- oder Radio-Ausstrahlungstermin abzurufen ist, ist allerdings gewöhnungsbedürftig: Unter „Einslike“ findet sich viel aus dem Programm von N-Joy. Ein Mitschnitt vom „Elbjazz“-Festival mit Jamie Cullum zum Beispiel.

Aus dem Programm der ARD gibt es Folge 4289 aus der „Verbotenen Liebe“ und die Vorstellung des neuen Trainers von Werder Bremen, ein Beitrag aus der „Tagesschau“. Ebenfalls jugendrelevant soll ein N-Joy-Video sein, das zeigt, wie es aussieht, wenn Seeds Hit „Augenbling“ in Gebärdensprache übersetzt wird. Die reichlich wahllos wirkende Zusammenstellung ist wohl auch dem Umstand geschuldet, dass hinter „Eins­like“ keine Redaktion steht, sondern ein automatisierter Filter. Ein großer Wurf wäre wohl erst ein gemeinsamer Jugendkanal von ARD und ZDF. Vorschläge der ARD, die Digitalkanäle beider Sender dafür zusammenzulegen, bremste ZDF-Intendant Thomas Bellut erst in der vergangenen Woche. Vor 2017 sei nicht mit einem solchen Jugendkanal zu rechnen.

Karsten Röhrbein und Nora Lysk

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