Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
Robert Atzorn auf Spurensuche im Totenmoor

ZDF-Krimi Robert Atzorn auf Spurensuche im Totenmoor

Was ist im Moor vor 15 Jahren passiert? Das fragt sich Kommissar Keller (Robert Atzorn) im ZDF-Krimi "Das Mädchen aus dem Totenmoor". Der Fall um ein lange verschwundenes Mädchen lässt ihm keine Ruhe.

Voriger Artikel
Kloeppel und Co. gibt's nun auch im Ausland
Nächster Artikel
Krebsdiagnose: Hendrikje Fitz nimmt Auszeit

Was ist im Moor vor 15 Jahren passiert? Kommissar Keller (Robert Atzorn) lässt der Fall um ein verschwundenes Mädchen keine Ruhe.

Quelle: ZDF/Marion von der Mehden

Dieser Krimi wird vermutlich nicht in die Fernsehgeschichte eingehen, aber er ist aus vielerlei Gründen sehenswert. Spätestens die grimmige Schlusspointe von "Das Mädchen aus dem Totenmoor" ist ein Knüller. Außerdem spielt Alexandra Neldel, dank "Verliebt in Berlin" und dem "Wanderhuren"-Zyklus viele Jahre lang das Sat.1-Gesicht schlechthin, eine sehr interessante Rolle.

Hauptfigur ist jedoch ein Kleinstadtkommissar (Robert Atzorn) kurz vor der Rente. 40 Jahre lang war Lorenz Keller mit Leib und Seele Polizist, doch er geht mit einem unvollendeten Gefühl: Vor 15 Jahren ist die Schülerin Fee spurlos verschwunden. Alles deutete damals auf eine Flucht aus beengten Verhältnissen hin, aber Keller war und ist überzeugt, dass das Mädchen ermordet worden ist.

"Das Mädchen aus dem Totenmoor" | ZDF
Krimi mit Alexandra Neldel und Robert Atzorn
heute, 20.15 Uhr

Alter Fall neu aufgerollt

Als fünf Tage vor seiner Pensionierung beim Torfstechen ein weibliches Skelett mit gebrochenen Rippen im Moor entdeckt wird, hat er endlich Gewissheit. Er rollt den alten Fall noch mal auf.

Immer wieder zeigt die Kamera den Ort aus der Vogelperspektive, um zu verdeutlichen: Hier kennt jeder jeden. Wer an alte Geschichten erinnert, macht sich unbeliebt – erst recht, wenn einer wie Keller die meisten Mitbürger als potenzielle Mörder betrachtet. Tatsächlich stößt er auf Hinweise, die ihm nacheinander gleich mehrere Verdächtige bescheren, darunter den früheren Lehrer (Markus Knüfken) des Mädchens sowie den Torfstecher, der den Skelettfund lieber verheimlicht hätte.

Als der Polizist herausfindet, dass die Schülerin schwanger war, verbeißt sich Keller umso hartnäckiger in den Fall. Schließlich läuft alles auf Hannes (Max von Pufendorf) hinaus, der damals gemeinsam mit Kellers Tochter (Neldel) und Fee in einer Klasse und sogar mit ihr zusammen war, was er bislang verheimlicht hat. Auch gegenüber seiner Verlobten Helen (Jytte-Merle Böhrnsen), die keine Ahnung hat, dass sie in großer Gefahr schwebt.

Fesselnde Geschichte

Die Geschichte ist fesselnd, ohne vordergründig spannend zu sein; Drehbuchautor Wolf Jacoby hat einen klassischen Krimi geschrieben. Sehenswert ist die Inszenierung: Serienregisseur Axel Barth ("Der Bergdoktor") gibt dem Film gemeinsam mit den Kameramännern Richard Eckes und Roman Nowocien vor allem dank vieler stimmungsvoller Nebelbilder eine ganz spezielle Atmosphäre. Schon zu Beginn, als Helen leichtsinnig durchs Moor joggt, blubbern einige Blasen unheilverkündend vor sich hin. Trotzdem lebt "Das Mädchen aus dem Totenmoor" vor allem von den Figuren, die allesamt etwas zu verbergen haben und deshalb mehr sind als bloße Stichwortgeber für den ermittelnden Kommissar; allen voran dessen eigene Tochter, zumal ihr Verhältnis zueinander recht angespannt ist.

Außerdem leidet Keller unter Herzproblemen, die durch den Stress, den Fall in fünf Tagen lösen zu müssen, nicht besser werden. Der Polizist, dem der Beruf offenkundig stets wichtiger war als die Familie, ist eine vielschichtige Figur. Kein Wunder, dass Atzorn diese Rolle gern übernommen hat. Sehr erfrischend ist auch diesmal wieder die Leistung von Jytte-Merle Böhrnsen, die zuletzt unter anderem die Filme "Zeit der Zimmerbrände" und "Großstadtklein" bereichert hat. 

Von Tillmann P. Gangloff

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Fernsehen
HAZ-Volontäre gewinnen Medienpreis der Architektenkammer

Mit ihrer multimedialen Berichterstattung über die Wasserstadt Limmer haben die Volontäre der HAZ beim Medienpreis der Bundesarchitektenkammer den ersten Platz belegt.

Datenschutz im Netz: Diese Begriffe sollten Sie kennen