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Fernsehen Politische Propaganda? AfD kritisiert Rostocker Polizeiruf
Nachrichten Medien Fernsehen Politische Propaganda? AfD kritisiert Rostocker Polizeiruf
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10:27 13.11.2018
Polizeiruf 110 - Katrin König in ihrem Büro Quelle: ARD-Mediathek
Rostock

AfD-Landessprecher Leif-Erik Holm kritisiert den neuen Rostocker „Polizeiruf“ wegen angeblich mangelnder Neutralität. Er wirft den Machern der Krimireihe vor, in der Kulisse mehrmals Antifa-Symbole und Anti-AfD-Aufkleber zu zeigen und so Propaganda gegen seine Partei zu betreiben. Am Montag hat er dazu eine Mitteilung mit dem Betreff „Beschwerde beim Rundfunkrat“ verbreitet.

Auf Nachfrage sagte Büroleiter Henning Hoffgaard jedoch, dass die AfD noch keine Beschwerde beim Rundfunkrat eingereicht hat und erst darüber entscheiden wird. Der Unmut bezieht sich laut Hoffgaard ausdrücklich nicht auf einen eingeblendeten „FCK NZS“-Aufkleber (ausgesprochen: „Fuck Nazis“), sondern auf Antifa-Werbung und einen Aufkleber mit der Aufschrift „ FCKAFD“ („Fuck AFD“), die in der Kulisse des Rostocker Polizeireviers zu sehen waren.

Autor weist Kritik zurück

Drehbuchautor und Regisseur Eoin Moore weist die Kritik zurück. Die von Anneke Kim Sarnau dargestellte LKA-Mitarbeiterin Katrin König vertrete im Polizeiruf ein linkes Weltbild. „Ihre Büroeinrichtung mit Pinnwand und Notebook gibt es von Anfang an. Die Gesinnung von Frau König ist seit der ersten Folge an ihren Charakter gebunden“, sagt Moore: „Wie bei jedem anderen Menschen auch bildet ihr Arbeitsumfeld ihre Haltung ab.“

Alle von der AfD kritisierten Aufkleber befinden sich im Umfeld der streitbaren Kommissarin.

Ein weiterer Vorwurf von AfD-Sprecher Holm richtet sich konkret gegen Charly Hübner, den Darsteller von Kommissar Alexander Bukow. Holm schreibt „Aber bei Charly Hübner, Hauptdarsteller und Regisseur des Films, ist in Sachen politischer Neutralität wohl Hopfen und Malz verloren.“

Nähe zu Feine Sahne Fischfilet

Und weiter: „Wer als Schauspieler gerne einen privaten Kreuzzug gegen die AfD führen möchte, soll das ruhig machen.“ Holm spielt damit auf Hübners Nähe zu den Links-Rockern von „Feine Sahne Fischfilet“ an. Im Film ist auch ein Plakat der Band zu sehen.

Hübner ist zwar ein Haupt-Darsteller, aber nicht Regisseur des Polizeirufs. In seiner Rolle des Kommissars Bukow zeigte er in der Folge „Angst heiligt die Mittel“ ausdrücklich Verständnis für rechte Wähler, betont Autor Eoin Moore. „Wir bilden in dem Team einen Querschnitt der Gesellschaft ab. So wie das Gesagte nicht die Meinung der Schauspieler abbildet, geben die Ansichten der Rollen eines Films die Gedanken der Autoren oder des Senders nicht zwingend wieder.“

Die 18. Folge der Reihe „Für Janina“ hatte Sonntagabend bei einem Marktanteil von 22,4 Prozent rund 7,74 Millionen Zuschauer und erzielte damit den Topwert beim 20:15-Uhr-Film. Ähnlich wie bei anderen Ermittlerteams der Reihen „Polizeiruf“ und „Tatort“ lebt die Rostocker Reihe von einer fortlaufenden Handlung.

Von RND/Juliane Schulz

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