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Gesamtdeutscher Superstar

Jan Josef Liefers wird 50 Gesamtdeutscher Superstar

Der Musiker und arroganter „Tatort“-Professor: Jan Josef Liefers feiert am Freitag seinen 50. Geburtstag. Schon seit Monaten steht für ihn fest: „Ich werde auf jeden Fall eine Party feiern, mit vielen Freunden und viel Alkohol. Anders kann man diesem Tag nicht begegnen.“

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Jan Josef Liefers hat immer die Sehnsucht in die Ferne angetrieben. Heute lebt er im gediegenen Berliner Westen.

Quelle: dpa

Berlin . Aus seinem Kinderzimmer in Dresdens Prager Straße sah Jan Josef Liefers eine Leuchtreklame blinken: „Willkommen“, stand da, in vier Sprachen. „Das hat mich beschäftigt, das Internationale“, erzählt der Schauspieler im einfach „1964“ betitelten Porträtband von Jochen Arntz. Da gab es irgendetwas da draußen, jenseits der Dresdener Plattenbauten, auch jenseits des vermeintlich goldenen deutschen Westens. Vor allem aber gab es die Bühne.

Liefers kommt aus einer Theaterfamilie, sein Vater Karlheinz war Regisseur, seine Mutter Brigitte Schauspielerin am Staatstheater Dresden. Dort lernte er Tischler, bis er Schauspiel studieren durfte, ab 1983 an der renommierten Ernst-Busch-Hochschule in Ost-Berlin. Vorgespielt hatte er bis dahin nur einem einzigen Menschen – dem Dresdener Bühnenstar Rolf Hoppe. „Mich hast du nicht so überzeugt“, soll Hoppe damals gesagt haben, erzählt Liefers. Hoppe erinnert sich heute nicht mehr, ob er wirklich so harsch war.

Die Träume von der Ferne aber blieben, auch in Berlin. Sie erfüllten sich für Liefers schon kurz vor dem Mauerfall. Für die deutsch-deutsche Koproduktion „Die Besteigung des Chimborazo“ durfte er zum ersten Mal nach Südamerika reisen, seine Sehnsuchtsgegend seitdem. In Rainer Simons Film über den jungen Alexander von Humboldt gab Liefers sein Leinwanddebüt. Als die Mauer dann verschwand, war er gerade 25. „Mir hätte nichts Besseres passieren können“, sagte er vor Kurzem. „Auf einmal geht eine große Tür auf.“ Das „Willkommen“-Schild aus der Dresdener Kindheit leuchtete wieder – nicht nur auf Westdeutsch.

Von der Bundesrepublik hatte er viel weniger geträumt als von Südamerika – dennoch machte er sich 1990 auf nach Hamburg, ans Thalia Theater. Vier Jahre hielt es Liefers dort als Ensemblemitglied. Vielleicht lag es auch an dieser Zeit, dass mindestens die Hälfte der Befragten die Frage falsch beantworten würde, wer im Münsteraner „Tatort“-Duo aus welchem Teil Deutschlands stammt. Axel Prahl, der hemdsärmelige Wessi von der Ostsee, schlunzt mit seinem engen Freund Liefers seit zwölf Jahren als Kommissar Thiel durch seine Fälle. Liefers, der Genießer von der Elbe, sagt gerne, er habe mit dem arroganten „Tatort“-Professor Boerne eigentlich nichts gemeinsam – außer der Liebe zu guten Autos, gutem Essen und gutem Rotwein.

Heute feiert Jan Josef Liefers seinen 50. Geburtstag, und natürlich soll auch der Wein in Strömen fließen. Schon seit Monaten steht für ihn fest: „Ich werde auf jeden Fall eine Party feiern, mit vielen Freunden und viel Alkohol. Anders kann man diesem Tag nicht begegnen.“ Zumal zu dem runden Geburtstag noch ein runder Hochzeitstag kommt: Seit zehn Jahren ist Liefers mit Anna Loos verheiratet. Mit den beiden Kindern Lilly (11) und Lola (8) leben sie im bürgerlichen Westberliner Bezirk Steglitz. Liefers und Loos, beide passionierte Motorradfahrer, sind mit Sicherheit das zurzeit umtriebigste Paar im deutschen Showbusiness. Gemeinsam und jeder für sich sind sie fast omnipräsent in Film, Fernsehen und Musik: Die gebürtige Brandenburgerin Anna Loos hat mit „Helen Dorn“ ihre eigene Krimiserie im ZDF und singt bei der ostdeutschen Kultband Silly. Liefers hat seine Band Oblivion. In Kürze gehen sie mit dem neuen Album „Radio Doria“ (erscheint im September) auf Tour. Doch sie sind nicht nur umtriebig, sie sind auch schlicht verdammt gut in dem, was sie tun.

„Ich habe nicht das Gefühl, dass ich schon 50 Jahre auf dieser Welt bin“, sagt Liefers. „In mir, da ist immer noch viel von einem Kind. Wenn ich dann in den Spiegel schaue, sehe ich einen langsam alternden Mann.“

Von Jan Sternberg

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