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Arte feiert 400. Todestag von Shakespeare

Mit "Shakespeares letzte Runde" Arte feiert 400. Todestag von Shakespeare

Zum 400. Todestag des weltberühmten Dramatikers William Shakespeare zeigt Arte nicht nur Klassiker der Filmgeschichte, sondern auch moderne Interpretationen. In "Shakespeares letzte Runde" versammeln sich die vertrauten Figuren des großen Dichters in einer Bar.

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Szene aus "Shakespeares letzte Runde": Sehen und gesehen werden – das Ehepaar Macbeth (Catrin Striebeck und Wilfried Hochholdinger) zu Tisch im Globe.

Quelle: ZDF

Romeo und Julia als enervierte Partypeople mit einer Überdosis Liebesrausch, Falstaff als pöbelnder Trinker, Hamlet als unsicherer Hipster mit Wollmütze, der das Dasein nur mit Buch und Koks erträgt: All die vertrauten Figuren des großen britischen Dichters versammeln sich in dem sehenswerten Arte-Spielfilm „Shakespeares letzte Runde“. Es ist der Höhepunkt eines Themenspezials zum 400. Todestag des Barden, zu dem auch Thomas Ostermeiers Inszenierung von „Richard III“ sowie der Spielfilmklassiker „Othello“ von und mit Orson Welles (1952) gezeigt werden.

„Shakespeares letzte Runde“ ist eine gelungene Hommage. Die Zwischenwelt der Berliner Promi-Kneipe The Globe mit dem roten Zwielicht und sphärischer Musik unter Stuckdecken entspricht der Scheinwelt des Theaters. Hier versammeln sich die Dramenfiguren am Valentinstag zu einem Liebes-, Intrigen- und Eifersuchtsreigen, der – nun ja, Shakespeare zu Ehren gereicht. Es ist der letzte Abend, ehe der Besitzer und Maestro Will (Alexander Scheer) seine Gefolgschaft in die Nacht entlässt und den Globe für immer schließt.

Der geteilte Bildschirm, der den Zuschauer Szenen an verschiedenen Orten beobachten lässt, erinnert ebenso wie das Auf- und Abtreten der Figuren an Bühnenästhetik, die Wackelkamera an live gefilmte Aufnahmen während der Inszenierung.

Jeder Tisch in der Bar entspricht einem Theaterstück

Es macht Spaß, die Identität der Figuren zu entschlüsseln: Die lakonische Klatschkolumnistin (Anneke Kim Sarnau), die das Treiben mit Distanz beobachtet, ist passenderweise die schlagfertige Beatrice aus „Viel Lärm um nichts“. Iris Berben und Reiner Schöne sind als grantelndes Künstlerehepaar unschwer als Titania und Oberon aus dem „Sommernachtstraum“ zu erkennen. „Einen Film über die wahre Liebe könnte ich nicht drehen“, sagt Oberon bitter. Der Elfenfürst als alternder Regisseur, dem die Musen ausgehen. Puck (Arndt Schwering-Sohnrey) hat sein Repertoire erweitert und bietet neben Liebeszaubern jetzt konsequenterweise auch andere Drogen an. Einer seiner treusten Kunden ist der unter Schlaflosigkeit leidende Macbeth (Wilfried Hochholdinger). Der ist zwar soeben zum Ministerpräsidenten befördert worden, ist aber dennoch so unsicher, dass ihm seine Frau (Catrin Striebeck) auf dem Klo zum Höhepunkt verhelfen muss. Dem gebeutelten Othello (Tonio Arango) klaut das machtgierige Paar kurzerhand den Tisch: „Hätte ich anderer Leute Reservierungen akzeptiert, ich wäre immer noch Stadtkämmerer in Bergisch Gladbach.“

Jeder Tisch in der Bar entspricht einem Theaterstück. Die Gesellschaft von „Was ihr wollt“ dreht unverfroren einen Porno, während die widerspenstige Kate (Natalia Belitski) nebenan beim Austernschlürfen erfährt, dass für sie ein Leben in Dubai und unter der Burka bestimmt ist.
Regisseur Achim Bornhak inszeniert mit Gespür für Shakes-peare-hafte Momente. An dem Drehbuch haben neben Bornhak übrigens gleich vier weitere Autoren (Susanne Finken, Johannes Kram, Heiko Martens, Marc Pommerening) mitgeschrieben. Auch das passt irgendwie zu einer Hommage an einen Autor, dessen Identität bis heute im Dunkeln ist.

Von Nina May

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