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Fernsehen „Männer dürfen mitschauen“
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00:19 25.09.2015
Gut erholt? Nach vier Jahren kommt "Big Brother" zurück. Quelle: dpa
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Wird „Big Brother“ jetzt in „Big Sister“ umbenannt?

Das hatten wir tatsächlich ganz kurz überlegt. Nein, im Ernst, man kauft eine Lizenz mit Haut und Haaren. Jeder kennt die Marke, da gehört der Name dazu.

Dieses Format hätte man nicht gerade bei einem Frauensender wie Sixx erwartet. Streben Sie einen Imagewandel an?

Stimmt, die Verbindung von Sixx und "Big Brother" ist nicht selbstverständlich, obwohl wir diesen Weg schon mit unserer „Late Night Show“ zu „Promi Big Brother“ gegangen sind. Wir streben einen Austausch der Fans zwischen den beiden Marken an. Wir wollen mit dem Format auch die Wahrnehmung von Sixx steigern und die Reichweite deutlich ausbauen. Der Sender soll stetig weiter wachsen.

Was ist beim neuen „Big Brother“ anders?

Zur Person:

Christina Kuby wurde 1981 in Wien geboren. Sie ist seit Dezember im Amt der Sixx-Chefin. Davor war sie als Programm-Managerin für die ersten Staffeln von „The Voice of Germany“ und „Germany’s Next Topmodel“ verantwortlich. Im Gespräch nimmt man ihr ab, dass sie sich mit ihrem Sender identifiziert und dafür brennt.

Sixx hat derzeit einen Marktanteil von rund 1,4 Prozent. Am 1. Oktober entscheidet sich, ob der Sender neben Hamburg und Schleswig-Holstein auch in Niedersachsen terrestrisch zu empfangen sein wird. „Big Brother“ startet heute um 20.15 Uhr mit einer Liveshow.

Wir haben uns ein Spielsystem ausgedacht, der Titel lautet: „Mitgehangen, mitgefangen.“ Mehr verrate ich noch nicht. Außerdem wollen wir den stylishen Anspruch unseres Senders auch ins „Big Brother“-Haus übersetzen. Es ist im Shabby-Chic-Stil gestaltet, einer Mischung aus Naturmaterial und Sichtbeton mit viel Farbe und Wärme. Das Schlafzimmer ist in den aktuellen Trendfarben Petrol und Weiß gehalten. Es soll sich nicht anfühlen wie aus einer Architekturzeitschrift, aber trendig sein. Ich finde, das Haus ist richtig gemütlich geworden. Die Bewohner sind 92 Tage an diesem Ort und sollen sich wohlfühlen.

Geht es bei „Big Brother“ nicht eher darum, Leuten dabei zuzusehen, wie sie sich quälen?

Nein. Es passieren nur zwischenmenschliche Geschichten, wenn die Bewohner sich gut fühlen. Nur dann vergisst man, dass man beobachtet wird.

Sind für den Zuschauer nicht trotzdem Streitigkeiten interessanter als Wohlfühlstimmung?

„Big Brother“ soll ein Abbild des täglichen Lebens sein, dazu gehören Streit und Vertragen gleichermaßen. Als die Sendung vor 15 Jahren startete, war das ein Experiment und total neu. Heute filmen sich viele Menschen den ganzen Tag bei Alltagsdingen oder stellen Fotos von sich auf ihre Facebook-Seite. Es ist deshalb heute wieder am Puls der Zeit, „Big Brother“ zu machen.

Vier Jahre war Pause. Hat denn überhaupt jemand die Sendung vermisst?

Es gibt laut „Big Brother“-Facebook-Seite circa 500.000 aktive Fans. Diese Zahl hat mich selbst überrascht. Neben dieser Community wollen wir aber auch neue Zuschauer begeistern, die vielleicht vor 15 Jahren noch zu jung waren. Mein eigenes Fernsehverhalten wurde sehr stark von „Big Brother“ beeinflusst. Die ersten drei Staffeln habe ich noch gierig verschlungen. Dann musste es immer schneller, immer länger, immer schriller werden. Wir wollen jetzt zum Original zurück, mit einem neuen Twist. 

Sie haben auffällig viele Realityformate im Angebot, etwa auch „Horror Tattoos“. Weshalb?

Ein TV-Format muss sehr bodenständig und geerdet sein. Wir alle sind abgelenkt, nutzen nebenbei noch den Second Screen. Dem Fernsehen als Lean-back-Medium gerecht zu werden, schafft man mit Realityformaten sehr gut.

„Like us“ heißt ein neues Lifestylemagazin, das am  29. September auf Sendung geht. Was heißt es denn bei Sixx, „wie wir“ zu sein?

Dieses aktuelle Angebot katapultiert uns in eine andere Wahrnehmungsliga. In der Kampagne heißt es: „Crazy, sexy, trendy like us“. Es ist ein Magazin speziell für uns Frauen, aber Männer dürfen natürlich mitschauen. „Couple-Viewing“ ist bei uns das Zauberwort.

Ende Oktober startet die Show „First Dates“. Was unterscheidet sie von anderen Kuppelshows?

Die Echtheit. Man beobachtet Paare beim ersten Treffen. Dabei hat man immer das Gefühl: „Ich weiß, wie das ist. Da kommt jemand durch die Tür, ist er das, gefällt er mir?“ Man fiebert mit den Paaren mit, das ist sehr charmant.

Es gibt nicht viele Sender-Chefinnen. Ärgert es Sie, dass manche womöglich denken: Ist ja auch ein Frauensender…

Mit so einer Aussage bin ich noch nicht konfrontiert worden. Ich kann mich sicher besonders gut in die Zielgruppe unseres Senders  hineinversetzen, weil ich selbst dazu gehöre. Unsere Branche lebt ja sehr stark vom Bauchgefühl. Und ich behaupte, dass ich ziemlich schnell beurteilen kann, ob ein Format für Sixx Potenzial hat. Das ist natürlich noch kein Erfolgsgarant. Aber es hilft.

Interview: Nina May

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