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Jan Böhmermann lässt Zuschauer Witze schreiben

Für "Neo Magazin Royale" Jan Böhmermann lässt Zuschauer Witze schreiben

"Ich hab kein Bock mehr auf den Scheiß. Ihr macht jetzt die Witze." Etwa eine Woche vor seinem TV-Comeback präsentiert Jan Böhmermann das neue Konzept für die erste "Neo Magazin Royale"-Sendung nach der Affäre um das Schmähgedicht.

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Jan Böhmermann kündigt an in der nächsten Sendung komplett auf eigene Witze verzichten zu wollen.

Quelle: dpa

Hannover. Jan Böhmermann will in der nächsten Sendung seiner Satire-Show komplett auf eigene Witze verzichten. "Weil es ein bisschen schwierig ist, Witze zu machen zur Zeit. Ich weiß nicht, was ich noch sagen darf. Kommt da die Polizei? Wird da ermittelt?", erklärte der TV-Satiriker am Mittwoch in einem Video auf Facebook.

"Wir haben uns was Besonderes überlegt, mein Team und ich", kündigte Böhmermann an: Die Witze für das nächste "Neo Magazin Royale" auf ZDFneo am Donnerstag, 12. Mai, sollen komplett von den Zuschauern kommen. "Der erste Standup nach der Pause wird nur mit Witzen aus dem Publikum, also von euch bestritten", erklärte der Moderator. "Das Stichwort ist Crowdsourcing." Details, wie das funktionieren soll, werde er noch bekanntgeben. So viel steht schon fest: "Die Witze müssen politisch korrekt sein", sagte Böhmermann. Und: "Ihr müsst vorher einen Juristen fragen."

Böhmermann bietet Geld für Gags

Damit es auch alle verstehen und es nicht zu Missverständnissen kommt, machte er ein Beispiel: "Wenn ihr einen Witz über den Führer, über Hitler, macht. Das ist nicht erlaubt. Denn damit verletzt ihr die Menschenwürde von Adolf Hitler und die Totenruhe wird auch gestört", witzelt Böhmermann.

Allerdings könnten nach der Schmähgedichtaffäre auch die Zuschauer davor zurückschrecken, ihre eigenen Witze der Öffentlichkeit zu präsentieren. Dafür hat der Satiriker aber eine Lösung: Für die Gags gibt es Geld. 103 Euro soll jeder Fan bekommen, dessen Witz es in die Sendung schafft – eine Anspielung auf den Paragraf 103 ("Majestätsbeleidigung"), auf dessen Grundlage der die Staatsanwaltschaft Mainz gegen Böhmermann ermittelt. Das hatte der türkische Präsident Erdogan gefordert.

Witze über Twitter und Angela Merkel

Daraufhin hatte sich Böhmermann aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Die Offline-Zeit hat bei dem TV-Moderator seine Spuren hinterlassen, wie man im Video auf Facebook sehen kann. "Ich hab' ganz schlimme Augenringe. Fast fünf Wochen war ich weg, das ist eine lange Zeit." Ansonsten gehe es ihm bestens. Er war sogar so gut drauf, dass er wieder Witzchen über Twitter und Kanzlerin Angela Merkel machte.

"Was Satire darf?", antwortete er auf die Frage eines Zuschauers – Facebook-Nutzer konnten während des Live-Videos Kommentare an Böhmermann schreiben. "Natürlich darf Satire alles. Und was alles Satire darf, entscheidet die Kanzlerin."

Vorher hatte er auf Periscope bereits eine mit Nutzern diskutiert. "Ich habe keine Angst jetzt vor dem Gefängnis. Ich würde für meine Überzeugungen auch drei Jahre ins Gefängnis gehen. Nein, das war ironisch gemeint.", antwortete er auf die Frage eines Nutzers, wie die "FAZ" berichtet.

dpa/abr

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