Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Fernsehen "Roberto Blanco war ein wunderbarer Neger"
Nachrichten Medien Fernsehen "Roberto Blanco war ein wunderbarer Neger"
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:26 01.09.2015
Während CSU-Minister Joachim Herrmann über Roberto Blanco spricht, dreht sich "Focus"-Chefredakteur Ulrich Reitz lachend weg. Quelle: Youtube/Screenshot
Anzeige
Hannover

Netzaffine Menschen werden sich an diesem Dienstagmorgen die Augen gerieben haben, als sie einen ersten Blick in den Kurznachrichtendienst Twitter warfen. Denn in der Spitze der beliebtesten Schlagwörter tauchte der Begriff Neger auf – mitten in der allgegenwärtigen Debatte um Flucht, Vertreibung und Asyl und nach einer Woche, in der fremdenfeindliche Anschläge Deutschland erschüttert haben.

Was war passiert? Dazu musste man am Montagabend den Fernseher eingeschaltet haben, in der ARD lief die Sendung "Hart aber Fair" zum Thema "800.000 Flüchtlinge – schafft Deutschland das?". In den letzten Tagen hatte das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) seine Schätzungen der Asylsuchenden für 2015 verdoppelt: von 450.000 auf 800.000 Menschen. Die Landeschefs von Hessen und Brandenburg sprachen sogar von der Ein-Millionen-Marke.

In diese Debatte platzt nun Bayerns CSU-Innenminister Joachim Herrmann mit einem vielfach bemerkenswerten Zitat bei "Hart aber Fair". Gerade als "Focus"-Chefredakteur Ulrich Reitz von den erfolgreichen Lebensläufen vieler Einwanderer erzählen wollte, unterbrach ihn Herrmann mit den Worten: "Roberto Blanco war immer ein wunderbarer Neger, der den meisten Deutschen wunderbar gefallen hat", sagte der Politiker und fuhr fort: "Und beim FC Bayern spielen auch 'ne ganze Menge mit schwarzer Hautfarbe mit. Und das finden die Fans vom FC Bayern auch gut."

In der Sendung selbst wurde das Zitat nicht weiter kommentiert, dafür in den sozialen Netzwerken umso mehr. Während die ersten Reaktionen von der Ungläubigkeit geprägt waren, dass niemand in der Runde die Äußerung kommentierte, machte sich mehrheitlich Empörung über die Äußerung Herrmanns breit, die bisweilen in bissigen Humor umschlug.

Herrmann hat sich mittlerweile entschuldigt für seine "völlig inakzeptable" Äußerung. "Ich verwende das Wort Neger sonst überhaupt nicht", sagte Hermann dem Nachrichtensenden N24. Er habe es aus einem zuvor eingespielten Beitrag übernommen.

Also alles halb so schlimm? Das findet zuminstest Roberto Blanco. Im Gespräch mit Focus Online sagte er, er fühle sich von Herrmanns Äußerung "nicht beleidigt". "Ich bin ein stolzer Farbiger, und ich wünsche mir auch, dass alle Farbigen, die das jetzt lesen, das auch so sehen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er das böse gemeint hat. Schlauer wäre hingegen gewesen, wenn er nicht das Wort Neger genutzt hätte, sondern Farbiger."

Herrmann hat innerhalb von fünf Tagen gleich zweimal mit Talk-Show-Äußerungen für Furore gesorgt. Am vergangenen Donnerstag war er bei Maybrit Illner zu Gast – an jenem Tag, als ein Laster mit den Leichen von 71 Flüchtlingen in Österreich entdeckt worden war. Herrmann blieb bei seiner politischen Linie und sprach einen Punkt an, der ihn in der Flüchtlingsdebatte stört: den Vergleich zwischen den heutigen Flüchtlingen und den deutschen Vertriebenen während und nach dem Zweiten Weltkrieg. Dieser Vergleich sei "eine Beleidigung für die Vertriebenen", so der CSU-Minister. Herrmann machte klar, dass es für ihn einen qualitativen Unterschied gibt, zwischen den guten deutschen und den anderen Flüchtligen aus Kriegsgebieten wie Syrien.

aks

Fernsehen heute+-Moderator Daniel Bröckerhoff - „Die Sendung ist ein Versuchslabor“

Vor drei Monaten ist "heute+" angelaufen, das interaktive Nachtichtenmagazin des ZDF. Eine neue Generation von Nachrichtenguckern sollte erreicht werden. Und, hat das geklappt? Ein Interview mit ZDF-Moderator Daniel Bröckerhoff über den Döner als Kulturgut.

Christiane Eickmann 03.09.2015

Der Gewinner beim elften "Bundesvision Song Contest" überraschte nicht. Mark Forster aus Rheinland-Pfalz ist ein bereits etablierter Künstler. 16 Bands aus allen Bundesländern standen bei dem von Stefan Raab ins Leben gerufenen Wettbewerb auf der Bühne. Doch was wird aus dem Wettbewerb ohne Raab?

30.08.2015
Fernsehen Kandidaten beim Bundesvision Song Contest - Wer wird Raabs letzter Star?

Beim 11. Bundesvision Song Contest treten 16 Bands aus 16 Bundesländer gegeneinander an – wohl zum letzten Mal mit Moderator Stefan Raab, denn der verlässt zum Jahresende ProSieben. Deswegen heißt die Kür heute: Wer wird Raabs letzter Star?

Sonja Fröhlich 29.08.2015
Anzeige