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19:15 13.12.2015
Von Imre Grimm
Bald im Ersten: Komikerin Carolin Kebekus. Quelle: ARD
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Das Tischtuch zwischen Carolin Kebekus und der ARD schien schon zerschnitten: 2013 verhinderte der WDR in seltsamer Hasenfüßigkeit die Ausstrahlung von Kebekus‘ Musikvideoparodie „Dunk den Herrn!“, in der sie als Nonne an einem Kruzifix züngelte. Die Folge: ein Sturm im Wasserglas, Gespöttel über staubige Gremien und Kölner Kirchenhörigkeit. „Das war‘s für mich“, sagte Kebekus damals zornbebend bei Stefan Raab in „tv total“. Man hat sich dann doch noch zusammengerauft. Kebekus bekam ihre eigene WDR-Show: „PussyTerror TV“. Und mit der wird sie - und das ist zu begrüßen - im kommenden Jahr ins Erste wechseln.

Kebekus, aufgewachsen in Köln-Ostheim („Das ist Bronx. Ich bin der weibliche Bushido - quasi Mushido“), weiß, dass es nicht per se lustig ist, wenn eine Frau „ficken“ sagt. Sie sagt es manchmal trotzdem. Im Grunde aber parodiert sie mit ihrem rotzigen Bühnen-Alter-Ego bloß Krawallschwestern, deren einziges Handwerkszeug der Tabubruch ist. Sie selbst ist deutlich weiter. Und deutlich schlauer. Auch schlauer als diejenigen, die meinen, dass Frauen grundsätzlich nicht lustig seien. Oder dass sie, um als lustig zu gelten, dreimal lustiger sein müssten als ein lustiger Mann. Jürgen von der Lippe hält viel von ihr. „Ich war mir von Anfang an sehr sicher, dass sie ihren Weg sehr erfolgreich gehen wird“, sagt WDR-Intendant Tom Buhrow, 2013 noch nicht an der „Dunk!“-Entscheidung beteiligt. Auch ARD-Unterhaltungschef Thomas Schreiber setzte früh auf das Talent.

Im ersten Halbjahr 2016 wird das von Brainpool produzierte „PussyTerror TV“ zunächst dreimal mit neuen Ausgaben sonnabends um 21.45 Uhr im WDR zu sehen sein. Im Herbst geht‘s dann ins Erste. Ein bisschen Tabubruch kann dem Sender nur guttun.

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