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Große Langeweile im Sommer-Dschungelcamp

Costa Cordalis gewinnt erste Folge Große Langeweile im Sommer-Dschungelcamp

Er will zurück nach Australien – und seit Freitag ist er seinem Ziel ein Stück näher: Costa Cordalis hat die erste Sendung des Sommer-Dschungelcamps gewonnen. Er musste dafür in einem Bunker schlafen und ein Kartenhaus bauen. Es war so langweilig wie es klingt.

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In der ersten Sendung des Sommer-Dschungelcamps traten gegeneinander an: Costa Cordalis (l.), Werner Böhm und Dustin Semmelrogge (r.).

Quelle: RTL

Köln. Die härteste Prüfung hatte der Zuschauer zu bestehen: Er musste am Freitagabend bis Mitternacht aushalten. Erst dann stand fest, wer die erste Folge des Sommer-Dschungelcamps gewonnen hat: Costa Cordalis. Für den 71-Jährigen riefen mehr Zuschauer an als für Werner Böhm ("Gottlieb Wendehals", 74) und Dustin Semmelrogge (35).

Die drei Männer waren die ersten Kandidaten der neuen RTL-Sendung "Ich bin ein Star – Lasst mich wieder rein!" Seit Freitag kämpfen 27 Stars und Sternchen um einen Platz in der nächsten Ausgabe des Dschungelcamps Anfang 2016. In insgesamt neun Shows (täglich ab 22.15 Uhr) treten jeweils drei Ex-Teilnehmer aus einer Staffel gegeneinander an.

Diese 27 Stars und Sternchen wollen zurück ins australische Dschungelcamp.

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Die Zuschauer bestimmen dann den Tagessieger – und sie entscheiden auch, wer schließlich im Januar noch einmal ins australische Outback darf. Wie immer müssen die Kandidaten vorher Aufgaben erledigen. Aber zumindest in der ersten Sendung waren keine Ekel-Prüfungen dabei:

1. Aufgabe: Werner Böhm, Costa Cordalis und Dustin Semmelrogge wurden auf den Berliner Teufelsberg gebracht und dort angekettet. Um das Zahlenschloss zu öffnen, brauchten sie einen Code – dafür mussten sie gemeinsam eine Rechenaufgabe lösen: Das Alter von Costa (71) im Quadrat minus der Schuhgröße von Dustin (42) plus der Körpergröße von Werner in Millimetern (1810). Nach einiger Mühe kamen sie auf das Ergebnis: 6809.

2. Aufgabe: Die drei Männer mussten Fragen beantworten. Dustin Semmelrogge hatte vorher die Aufgabe bekommen, dafür zu sorgen, dass sie falsch antworten – was ihm tatsächlich gelang. Selbst bei der Frage nach dem Vornamen seines Vaters: Er überzeugte Costa Cordalis und Dustin Semmelrogge, dass Semmelrogge senior "Michael" und nicht "Martin" heißt.

3. Aufgabe: Sie mussten in einem kalten Bunker übernachten und durften nicht lauter als 50 Dezibel sein – was gar nicht so einfach ist, wenn der eine schnarcht und der andere singt. Zur Strafe hatte Costa Cordalis eine Prüfung zu bestehen: Er musste unter lauter Techno-Musik ein Kartenhaus bauen.

4. Aufgabe (im Studio): Den Männern wurden Ausschnitte aus früheren Dschungelcamp-Folgen vorgespielt, und die Männer mussten erraten, was die Teilnehmer in den Szenen gesagt hatten. Andernfalls floss eine braune, ekelige Flüssigkeit auf sie herunter.

Im Vergleich zu den Prüfungen im australischen Dschungel waren die Aufgaben also leicht. Trotzdem jammerte Werner Böhm: "Das ist schlimmer als der Dschungel." Costa Cordalis genoss dagegen die Aufgaben. Probleme hatte er nur am Anfang auf dem Teufelsberg: Als er angekettet war, musste er zur Toilette, und darunter litt seine Rechen-Kompetenz. "Mit voller Blase konnte ich mich nicht konzentrieren."

Das war noch einer der besseren Momente. Die Sendung zog sich über eine Stunde und 45 Minuten. RTL spielte immer wieder Szenen aus früheren Dschungelcamp-Staffeln vor. Dazu schwelgten die Kandidaten in Erinnerungen. Das war genauso unterhaltsam wie ein Klassentreffen zu besuchen, ohne selbst in der Klasse gewesen zu sein.

Das dürfte in den nächsten Folgen kaum besser werden. Das Dschungelcamp lebt auch vom Leben in der Wildnis und vom Fremdschämen. Der Zuschauer kann die Kandidaten Tag für Tag dabei beobachten, wie sie am Lagerfeuer aus ihrem Privatleben plaudern, über einander lästern und an einfachen Alltagsproblemen scheitern.

Das fehlt in der Sommer-Ausgabe. Die Kandidaten wurden nicht in Australien ausgesetzt, sie blieben in Deutschland. Werner Böhm, Costa Cordalis und Dustin Semmelrogge verbrachten auch nur 24 Stunden miteinander. Streitereien gab es nicht. Die Männer taten sich gegenseitig nicht weh. Es herrschte eintönige Harmonie.

Auch die Moderatoren konnten die Sendung nicht retten. Sonja Zietlow und Daniel Hartwich kommentierten zwar gewohnt bissig. Aber ihre Lästereien tragen keine Sendung über fast zwei Stunden. Es bleibt ein Rätsel, warum RTL die Sendung unnötig in die Länge zieht. Eine dreiviertel Stunde hätte gereicht.

Am Samstag treten die nächsten drei Ex-Teilnehmer aus einer Dschungelcamp-Staffel gegeneinander an: Nadja abd el Farrag, Carsten Spengemann und Willi Herren. Am Sonntag sind Barbara Engel, Eike Immel und Julia Biedermann an der Reihe.

Markus Werning

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