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16:46 31.03.2016
Guido Brunetti (Uwe Kockisch, li.) mit Sergente Vianello (Karl Fischer). Quelle: ARD Degeto/Nicolas Maack
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Berlin

Paola Brunetti (Julia Jäger) kommt die Sache von Anfang an seltsam vor. Die Frau des Commissarios lässt sich von dem jungen Davide aus der Reinigung nach Hause begleiten. Er hilft ihr beim Tragen. Als sie sich von ihm verabschieden will, stürzt er nach draußen, bricht zusammen und stirbt bald danach – Herzversagen. Ein dramatischer Auftakt für den jüngsten Brunetti-Krimi. Und es bleibt auch danach spannend.

Dabei gibt es schon bald ein Geständnis: Davides Mutter Ana Cavanella (Juliane Köhler) behauptet, dem Jungen geholfen zu haben, sich mit einer Überdosis Betablockern selbst zu töten. „Er war unglücklich“, sagt sie zu Commissario Brunetti (Uwe Kockisch). „Er wollte sterben.“ Und das bestätigt auch ihre Schwester Maria Pia (Imogen Kogge), in deren Reinigung Davide gearbeitet hat. Aber das Bild, das die beiden von Davide als geistig behindertem, sozial isoliertem Einzelgänger zeichnen, scheint nicht zu stimmen.

Paola Brunetti (Julia Jäger) kümmert sich um den sterbenden Davide Cavanella (Nicolo Polello). Quelle: Nicolas Maack/ARD Degeto/dpa

Paola Brunetti findet heraus, dass Davide (Nicolo Polesello) oft zu Besuch bei einem Bildhauer war und dort auch selbst zum Künstler wurde. Und noch mysteriöser: Von Davide findet sich keine Geburtsurkunde, kein Pass, nicht einmal ein Hinweis darauf, dass er je eine Schule besucht hätte. Merkwürdigerweise verweigert der Staatsanwalt eine Obduktion. Commissario Brunetti wird nun sehr misstrauisch. Und seine Frau erst recht: Sie will sich das nicht bieten lassen und schreckt auch vor einer Falschaussage nicht zurück, um die Ermittlungen voranzutreiben.

Als dann auch noch Dr. Proni (Michael Schenk), der Arzt, der Davides Mutter die Medikamente besorgt hat, tot in seiner Wohnung aufgefunden wird, ist klar: Hier gibt es ein dunkles Geheimnis. Und das hat womöglich mit Ludovico Lembo zu tun, dem millionenschweren Unternehmer, bei dem Ana Cavanella als junge Frau gearbeitet hat, und mit seiner arroganten Frau Ginevra, die nur auf seinen Tod zu warten scheint.

Wunderschöne Bilder vom Markusplatz

Bis zur Auflösung des Falls ist es noch ein weiter Weg. Da geht es zurück in Davides traurige Kindheit und in die genauso traurige Krankengeschichte seiner Mutter. Zwischendurch sind als Kontrastprogramm immer wieder wunderschöne Bilder vom Markusplatz, dem Dogenpalast und den zahlreichen Kanälen Venedigs zu sehen.

Uwe Kockisch hat in Commissario Brunetti seit Langem seine Rolle gefunden und füllt sie auch in „Das goldene Ei“ gewohnt souverän aus. Sein selbstverliebter Vorgesetzter Vice-Questore Patta (Michael Degen) übertrifft sich an Eitelkeit selbst. Aber mit seinen arroganten Plattitüden demaskiert er sich auch, was den Dialogen mit Brunetti immer wieder eine gewisse Komik verleiht. Karen Böhne gibt die Ginevra Lembo so eiskalt, dass man beim Zuschauen friert.

Und nur Hans Peter Hallwachs ist um die Rolle des Ludovico Lembo nicht zu beneiden: Der alte gebrechliche Unternehmer darf nicht viel mehr als im Rollstuhl sitzen und verbittert gucken. Aber das macht er gut. Brunetti-Fans müssen sich also keine Sorgen machen: „Das goldene Ei“ mischt die bewährten Zutaten zu einem spannenden Krimiabend. Die Drehbuchautoren Stefan Holtz und Florian Iwersen machen es nicht zu kompliziert: Die Guten sind gut, die Bösen richtig böse und bekommen dann auch, was sie verdienen. Und Regisseur Sigi Rothemund setzt das alles mit viel venezianischem Lokalkolorit in Szene, was will man mehr?

Von Andreas Heimann

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