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18:42 29.08.2015
Von Sonja Fröhlich
Unter den 16 Kandidaten des Bundesvision Song Contest ist die Promi-Dichte in diesem Jahr besonders hoch. Quelle: dpa/Handout (16)
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Hannover

Das Null-Punkte-Debakel für Deutschland beim Eurovision Song Contest im Mai scheint so gut wie vergessen. Da kommt die kleine Bundesschwester wie gerufen: Heute Abend messen sich beim föderalen Sängerwettstreit Musikgruppen aus 16 Bundesländern. Weil die Band Revolverheld im vergangenen Jahr in Göttingen gewonnen hatte, geht der Bundesvision Song Contest in deren Heimatstadt Bremen über die Bühne.

Die Promi-Dichte ist diesmal besonders hoch. Neben Yvonne Catterfeld, die für Thüringen antritt, sind Tatort-Liebling Jan Josef Liefers, Entertainer-Tausendsassa Klaas Heufer-Umlauf und Schauspielerin Jeanette Biedermann dabei. Sie messen sich mit namhaften Musikern wie Mark Foster und Sascha Reimann alias Ferris MC. Allerdings fehlt es auch nicht am deutschen Pop-Nachwuchs, der nicht so viele bekannte Gesichter aufwarten kann. Die Mischung soll wohl auch die Rosamunde-Pilcher-Fraktion vor den Bildschirm locken, die mit neuzeitlicher Popkultur nicht so viel am Hut hat.

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Den Musiknachwuchs zu beflügeln, das war ja auch die eigentliche Idee, als Raab den Bundesvision Song Contest – Fans unter der Abkürzung BuViSoCo bekannt – vor elf Jahren ins Leben rief. Damals ärgerte er sich über die geschlossene Front der osteuropäischen Länder beim ESC, die alle Jahre wieder gebetsmühlenartig die Mitstreiter aus den Nachbarstaaten wählten. Mit dem bundesweiten Contest wollte Raab zugleich den deutschsprachigen Frischlingen eine Rampe bieten – und tatsächlich siegten, mit einigen Ausnahmen, vielfach junge Künstler. Seeed, Peter Fox, Tim Bendzko, Bosse gehörten in den vergangenen Jahren dazu.

Nach wie vor gilt heute Abend, dass die Hälfte des Textes in deutscher Sprache gesungen werden muss. Kein Problem: Alle 17 Teilnehmer – Revolverheld gehört als Gewinner des letzten Contest dazu – singen ausnahmslos zu 100 Prozent in ihrer Heimatsprache.

Allerdings ist es wahrscheinlich der letzte BuViSoCo seiner Art. Nachdem Raab zuletzt seinen Bildschirmabschied zum Jahresende verkündete, hat der Sender Pro7 noch keine Idee, wie er mit dem Format ab 2016 umgeht. Möglicherweise agiert Raab weiter hinter den Kulissen als Strippenzieher – und lässt einen jüngeren Nachfolger ans Mikro. Für den deutschen Musiknachwuchs wäre es nicht das schlechteste.

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