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00:16 16.03.2016
Dengler (Ronald Zehrfeld) ist der Hackerin Olga (Birgit Minichmayr) noch was schuldig. Quelle: Boris Laewen
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Die letzte Flucht“, die erste Verfilmung eines „Dengler“-Romans von Wolfgang Schorlau, war vor einem Jahr ein aufsehenerregender Auftakt für die Reihe über die Abenteuer des Stuttgarter Privatdetektivs. „Am zwölften Tag“ ist nicht ganz so herausragend, aber erneut ein sehr intensiver Film.

Krimifreunde, denen zum Beispiel ein „Tatort“ aus Köln lieber ist als ein Hamburger Kracher mit Til Schweiger, werden allerdings nur bedingt auf ihre Kosten kommen: Die Darbietungen sind stellenweise von plakativer Brutalität, und da die Geschichte unter anderem die Missstände in der Fleischindustrie anklagt, gibt es schockierende und entsprechend bedrückende Bilder über die Schlachtung von Schweinen.

Ähnlich wie im Auftaktwerk hat Lars Kraume (Buch und Regie) auch diesmal wieder für eine spektakuläre Actioneinlage gesorgt: Als Dengler von der Polizei verfolgt wird, fährt er mit seinem Motorrad die Treppe zur Berliner U-Bahn runter und braust durch den unterirdischen Bahnhof. Der Stuttgarter Privatdetektiv ist ohnehin viel mit seinem Zweirad unterwegs. Das beschert dem Film zwar optische Dynamik, aber auf Dauer ist es auch wenig spannend, einem mutmaßlichen Ersatzmann von Ronald Zehrfeld dabei zuzuschauen, wie er über die Autobahn brettert.

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„Dengler – Am zwölften Tag“ | ZDF Krimi mit Ronald Zehrfeld. Montag, 20.15 Uhr.

Das ZDF hat die Reihe mit Schorlaus sechstem Roman begonnen; „Am zwölften Tag“ ist der siebte. Erneut ist die geniale Computerhackerin Olga (Birgit Minichmayr) mit von der Partie. Mit dem Fall selbst hat sie eigentlich nichts zu tun, zumal sie Dengler erst mal in große Schwierigkeiten bringt: Weil sie eine Liste mit verdeckten Ermittlern veröffentlicht hat, wird sie von den einstigen BKA-Kollegen des Detektivs gejagt und bittet Dengler, der ihr noch was schuldig ist, um Hilfe. Auf diese Weise landet auch der Privatdetektiv auf der Liste des BKA-Zielfahnders Schneiderhahn (Götz Schubert).

Dabei hat er eigentlich ganz andere Sorgen: Sein Sohn (Jannis Niewöhner) ist verschwunden. Verblüfft stellt Dengler fest, dass Jakob für eine Tierschutzorganisation arbeitet und regelmäßig anklagende Videofilme über die Massentierhaltung dreht. Seine jüngsten Recherchen gelten allerdings der Ausbeutung rumänischer Arbeiter, die wie Sklaven gehalten werden. Dann findet er mit seinen Kumpanen ein menschliches Ohr im Schweinefutter.

Entsprechend packend und dramatisch ist schließlich das Finale, als die grobschlächtigen Schergen rund um den Anführer (André Hennicke) der Schlägertruppe einen ganzen Bauernhof abfackeln und auf diese Weise sämtliche Zeugen beseitigen wollen.

Leider nur eine Randfigur ist der Drahtzieher im Hintergrund, der sogenannte Kotelett-König; Jörg Schüttauf hat viel zu wenig Gelegenheit, die ganze Abgründigkeit dieses Mannes auszuspielen. Immerhin sind ihm einige prägnante Szenen vergönnt, die er weidlich nutzt, um den Kontrast zwischen jovialer Fassade und brutaler Menschenverachtung auszureizen. Seine grausige letzte Tat deutet Kraume zum Glück nur an.

Umso mehr Zeit nimmt er sich für die Hackereien von Olga, die den Mitarbeitern von Denglers früherem Chef (Rainer Bock) immer wieder ein Schnippchen schlägt und die gemeinsamen Fluchten des Duos.

So ist „Am zwölften Tag“ immer noch ein sehenswerter Thriller, erfüllt aber nicht die Erwartungen, die der erste Film geweckt hat.

Von Tilmann P. Gangloff

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