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Der Partyschreck Stefan Raab

Kommentar Der Partyschreck Stefan Raab

Wenn ProSiebenSat1 sein Programm in Hamburg präsentiert, sind die Highheels stets noch höher als das Grinsen breit ist. Trotzdem lag in diesem Jahr ein Schleier über der Hochglanzsause. Und alles wegen eines Wortes: Raab.

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Der King of Kotelett: Mit "Schlag den Raab" war ProSieben am Sonnabend konkurrenzlos. Nun ist Raab weg - und die Laune getrübt.

Quelle: dpa

Hamburg. Alle waren wie immer da – die Stars und Sternchen, Schönen und Schöngemachten, Stöckelschuhakrobatinnen und Hochwasserhosengeckos, die Presseleute und Sendergesichter, Unternehmensfunktionäre und Büffetgeier, allesamt versiert in Feierlaune versetzt vom Moderationsduo Joko & Klaas, die dem linearen Fernsehen im Tonfall der Generation Internet wie üblich rotzfrech Saures gaben.

Doch wen auch immer die zwei Nachwuchskräfte in der bombastischen LED-Kopie ihres „Circus Halligalli“ auf dem Sofa begrüßten, wem auch immer Eigenlob über die grandiose Erfolgsspur von Sixx bis Sat1, Kabel1 bis Maxx entfuhr, wer auch immer beschwor, wie „toll“ der „Content“ zuletzt gelaufen sei, wie „super“ aller Inhalt auch künftig laufen werde – von Beginn an schwebte ein Wort über der eigens errichteten Arena mit locker 300 Gästen: Raab.

„Raab“, das bedeutet in der ProSiebenSat1-Welt: Quotengarant, Inspirationsquell, Antreiber, Normalosuperstar der aussterbenden Gattung Programmschema. Einer, wie Wolfgang Link sagt, den man „nie eins zu eins ersetzen kann“. Und dass Wolfgang Link so was in aller Öffentlichkeit sagt, ist für sich genommen eigentlich schon eine Meldung wert.

Raab wird das Aushängeschild gewesen sein - Futur II

Als Chef von ProSieben wird Stefan Raab in absehbarer Zeit Links Aushängeschild gewesen sein, Futur II also, weshalb die Partystimmung in Hamburg nicht nur durch den Wolkenbruch einen Dämpfer erhielt. Da konnte Wolfgang Link in seltsam gelber Strumpfware noch so sehr die Highlights der kommenden Saison lobpreisen, durfte NFL-Football auf ProSieben MAXX verkünden, ein neues Orange im K1-Logo und die Vorabendsoap „Mila“ mit Susan Sideropoulos, zudem ein radikalisiertes Dschungelcamp namens „The Island“ beim eigenen Kanal, das Comeback von „Big Brother“ auf Sixx und nicht zuletzt „Die Udo Honig Story“, nach „Der Minster“ Uwe Jansons nächste Verballhornung lebendiger Zeitgeschichte mit Uwe Ochsenknecht als Uli Hoeneß.

Alles schön, alles schrecklich, alles geeignet, die Sendergruppe trotz regelmäßiger Serienflops auf Kurs zu halten – wäre da nicht die leidige Personalie Raab. Sein Abschied, das machte Wolfgang Link glaubhaft, sei „beruflich wie menschlich unfassbar traurig“, mithin ein „tiefer Einschnitt für uns und die gesamte Fernsehlandschaft“. Doch wie es sich auf einer Glamourveranstaltung gehört, deren Damenschuhhacken aneinandergereiht mehrfach um den Äquator reichen dürften, hielt sich der Programmverantwortliche nicht lange mit Trübsal auf und pfiff in den Wald, „eine Tür geht zu, aber viele gehen auf“.

Joko wünschte sich eine tägliche Doku mit Stefan Raab

Ah ja? Mit Klums gescheitertem Supermodel Lena Gercke als Aushängeschild, Joko & Klaas im 24-stündigen Fronteinsatz nebst noch mehr HartzIV-Realität? Darüber frohlockten allenfalls jene eingeflogenen Jubelperser aus eigenem Hause, die anschließend in Kleinbussen mit Firmenlogo Richtung Hotels kutschiert wurden, als sende ProSieben aus Peking. Letzter Vorschlag von Joko: „Eine tägliche Doku mit Raab, wie er nicht mehr arbeitet, im Double-Feature mit den Geißens.“ Wolfgang Link lachte laut in die Arena. Was soll er auch tun.

von Jan Freitag

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Antwort auf "Raabschied"
Foto: Die Moderatoren Joko Winterscheidt (l.) und Klass Heuer-Umlauf posieren in Hamburg bei der Jahresprogrammpräsentation der Sendergruppe ProSiebenSat1.

Ab 2016 muss ProSieben auf die Dienste von Entertainer Stefan Raab verzichten. Vorsichtshalber bindet er Joko und Klaas an sich, das Duo bekommt außerdem eine neue Show. Und Heidi darf zum elften Mal "Germanys Next Topmodel" suchen.

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