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Fernsehen „Der entsorgte Vater“ in der ARD
Nachrichten Medien Fernsehen „Der entsorgte Vater“ in der ARD
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11:55 27.06.2011
Douglas Wolfspergers "Der entsorgte Vater". Quelle: GMfilms
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Franzjörg Krieg ist Lehrer. Sein Privatleben hat ihn verbittert. Nach der Trennung von seiner langjährigen Partnerin hat er mit Mühe den Kontakt zu seiner halbwüchsigen Tochter gerichtlich erzwingen können. Die ältere Tochter hat er seit mehr als zehn Jahren nicht mehr gesprochen. Und dann das Unfassbare: Kurz vor Weihnachten 2006 findet er neben dem Schuldrucker einen Praktikumsbericht mit dem Namen seiner Tochter – ein Vierteljahr sind sie sich im Flur begegnet, aber ohne sich zu erkennen.

Es ist Wolfspergers bisher persönlichstes Werk, denn seine Exfreundin verwehrt ihm seit einigen Jahren den Umgang mit der Tochter. „Die Sehnsucht, die ich nach ihr hab’, kann ich ihr nicht zeigen“, sagt er selbst in dem Film.

Die Männer erzählen von Streitereien mit der ehemaligen Partnerin, beklagen ihre Ohnmacht und kritisieren Behörden, die ihnen den Umgang mit den Kindern auf Wunsch der Mütter untersagen. Vater Benni berichtet von falschen Vorwürfen seiner Exfrau, er habe die Tochter sexuell missbraucht. Vater Ralf vergleicht seine Situation mit der eines Zuchtbullen, der nur für die Besamung eingesetzt werde. Die jeweilige Gegenseite kommt nicht zu Wort.

Spielfilm- und Dokumentarfilmregisseur Wolfsperger, der für seine Programmkino-Doku „Bellaria – so lange wir leben!“ mit dem Bayerischen Fernsehpreis ausgezeichnet wurde, nutzt die Dokumentation auch für seine eigenen Zwecke: als Liebeserklärung an seine Tochter und Eingeständnis seiner Verzweiflung. Jahrelang stritt er erfolglos vor Gericht um sie.

Immerhin mahnte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte Ende 2009 eine notwendige Reform des deutschen Sorgerechts an. Und das Bundesverfassungsgericht kippte erst im August 2010 eine Regelung, nach der unverheiratete Väter nur mit Zustimmung der Mutter ein gemeinsames Sorgerecht für ihre Kinder erhalten konnten. dpa

Der entsorgte Vater“ ARD

Dokumentation morgen, 22.45 Uhr

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