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Fernsehen So gut ist der neue Ulmen-Tatort
Nachrichten Medien Fernsehen So gut ist der neue Ulmen-Tatort
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00:15 26.04.2016
Von Imre Grimm
Einsatz in Weimar: Die Hauptkommissare Kira Dorn (Nora Tschirner) und Lessing (Christian Ulmen) ermitteln nun doch öfter. Quelle: ARD
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Weimar

„Herr Wachtmeister, mir wurde Bargeld entwendet!“ – gibt es wirklich Menschen, die so sprechen? Existiert ein Paralleluniversum, in dem Zuhälter Sätze sagen wie „Ich habe ihm das Kotelett paniert“? Oder „Ich glaub mein Schwein pfeift ,La Paloma‘“? Die manierierte Sprache trübt erheblich die Freude am dritten „Tatort“ mit dem Weimarer Duo Christian Ulmen und Nora Tschirner.

Spritzige, schnelle, rotzcoole Traditionszertrümmerung waren ihre ersten beiden Sonntagskrimis. Der dritte nun, „Der treue Roy“, erzählt – obwohl ebenfalls vom Autorenteam Murmel Clausen und Andreas Pflüger geschrieben – eher irrlichternd eine bunte Story über verliebte Freier, abgezockte Blondinen, skurrile Zinnsoldatenfreunde und die Suche nach einem verschwundenen Drei-Millionen-Euro-Lottoschein.

Im Stahlwerk liegt ein Toter

Der Fall: Im Stahlwerk liegt ein Toter in der Schlacke. Selbstmord? Mord? Parkaträgerin Kira Dorn (Tschirner) und ihr putzig verhuschter Lessing (Ulmen) müssen „scheißfrüh“ raus und zweifeln schnell an der Suizidthese. Siegrid Weischlitz, die Schwester des vermeintlichen Toten (Fritzi Haberlandt), verhält sich rätselhaft. Die undurchsichtige Lebensverweigererin lebte in einem seltsam symbiotischen Verhältnis mit ihrem Bruder Roy (Florian Lukas). Der tote Roy hatte Streit mit Exkumpel Karsten „Flamingo“ Schmöller. Der wiederum hat nur ein Bein und ist der Exverlobte von Siegrid. Und dann kehrt plötzlich ein Serienmörder zurück, der „Schlitzer von Lederhose“ (das heißt wirklich so, denn Lederhose ist ein Dorf und keine Lederhose).

Ein bisschen zu routiniert liefert das Duo Tschirner/Ulmen, was man von ihm erwartet. Ein Schuss mehr Spielfreude hätte das leider durchschnittliche Buch nicht ausgeglichen. Der Arbeitstitel für den aktuellen Fall übrigens lautete  „Siegrid und Roy“. Es wäre der beste Witz in dieser Krimikomödie gewesen.

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