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Deutscher Koch ist Israels Fernsehliebling
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„Masterchef“-Finale Deutscher Koch ist Israels Fernsehliebling

Völkerverständigung bei einer israelischen Koch-Show: Ausgerechnet ein Deutscher und eine Palästinenserin bleiben als letzte Kandidaten übrig. Sieger bei „Masterchef“ ist Tom Franz aus Erftstadt bei Köln.

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Der deutsche Tom Franz hat das Finale der israelischen Koch-Show „Masterchef“ gewonnen.

Quelle: dpa

Tel Aviv. Eine Marokkanerin aus armen Verhältnissen, eine gläubige Muslima und ein deutscher Konvertit treffen sich beim Essen. Was wie der Anfang eines Witzes über Stereotype klingt, ist in Israel eine vielbeachtete Reality-Show – mit einem überraschenden Ausgang. In Israels beliebtester Fernsehsendung „Masterchef“, wo Kandidaten um die Wette kochen, gewann in der Endausscheidung der Deutsche Thomas Franz gegen eine marokkanische Jüdin und eine Muslima aus Nordisrael.

Thomas Franz, ein 39 Jahre Rechtsanwalt aus Köln, heißt in Israel nur Tom. Er wanderte 2004 nach Israel aus, trat 2007 zum Judentum über – und ist ein Nationalliebling. Menschen rufen ihm auf der Straße zu: „Wir halten zu dir!“, vorbeijoggende Damen lächeln ihn an.
Wenn Tom brutzelt, geht es um mehr als Kochen. „Tom ist hier auch ein Gesicht des heutigen Deutschlands“, meint der Botschafter der Bundesrepublik, Andreas Michaelis. Denn Tom und seine Frau Dana nutzen ihren neuen Prominentenstatus dazu, zwischen der alten und neuen Heimat Brücken zu schlagen. Und vermitteln zwischen Bevölkerungsgruppen, die sich meist misstrauisch begegnen.

„Du hast es geschafft, dass viele Menschen, die das Wort Deutschland hören, zum ersten Mal dabei auch lächeln können“, sagte der Juror Haim Cohen nach dem Sieg beim „Masterchef“ zu dem Einwanderer, der sich mit dem Kochwettbewerb 40.000 Euro sicherte.

Tom hält sich penibel an religiöse Speisevorschriften, kocht nur koscher: „Tom bedeutet für Israel eine Revolution“, sagt Michal Anski, eine Jurorin bei „Masterchef“. In Tel Aviv findet man kaum ein koscheres Restaurant. Wenige wollen auf Schweinefleisch und Meeresfrüchte oder die Vermischung von Fleisch und Milchprodukten, verzichten. „Der Durchschnitts­israeli sieht in koscherem Essen schnöde Hausmannskost“, sagt Anski. Doch Tom „zeigt allen, dass man auf höchstem Niveau koscher kochen kann“, schwärmt Anski.

Ausgerechnet ein Deutscher bringt Israelis ihre Traditionen nahe. Er stehe „für eine neue Art von Judentum – trendig, modern, ansprechend“, sagt seine Frau Dana. Kein Wunder also, dass selbst Israels Oberrabbiner Toms Teilnahme bei „Masterchef“ seinen Segen gab.

Gil Yaron

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