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Die Frau, die Donald Trump gefährlich wird

Megyn Kelly Die Frau, die Donald Trump gefährlich wird

Es gibt in Washington ein geflügeltes Wort, das größtmögliche öffentliche Bloßstellung umschreibt: Megyn-Moment. Dem großmäuligen Präsidentschaftsbewerber Donald Trump hat ein schier endloser Megyn-Moment in der vergangenen Woche womöglich den Wahlkampf verhagelt.

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Präsidentschaftsbewerber Donald Trump hat ein schier endloser Megyn-Moment womöglich den Wahlkampf verhagelt.

Quelle: Justin Lane

Hannover. Als Megyn-Moment gilt der Augenblick, in dem Megyn Kelly, elfengleiche Blondine und Fernsehmoderatorin mit Einstein-Verstand, Dämlichkeiten ihrer Gesprächspartner entlarvt, faules Denken, mangelnde Logik.

Der Reporter Jim Ruttenberg hat die Qualitäten des Megyn-Moments als Erster beschrieben. Voller Hochachtung, was an sich schon bemerkenswert ist. Denn Ruttenberg arbeitet für die liberale „New York Times“ (NYT), während Kelly zur Starmoderatorin des erzkonservativen Fernsehsenders Fox News avanciert ist. Es gibt in der amerikanischen Medienlandschaft keine größere Abneigung als die zwischen NYT und Fox. Nur: Megyn Kelly ist immun dagegen.

Das war schon so, bevor sie Trump bei der Debatte der republikanischen Präsidentschaftskandidaten mit seinen Aussagen über Frauen als „fette Schweine, Schlampen, widerliche Tiere“ konfrontierte. Trump schlingerte, schwätzte und jammerte hinterher, „das Leichtgewicht“ sei „gemein“ gewesen. Aber Kelly ist nie gemein. Nur angstfrei. Anstrengend kann die 44-Jährige auch sein.

Seit zwei Jahren moderiert sie bei Fox News die „Kelly Files“, einen Mix aus Magazin und Talkshow, mit allabendlich rund 2,3 Millionen Zuschauern liegt sie bereits auf Platz zwei der beliebtesten Moderatoren. Kelly hat dem republikanerhörigen, anti-intellektuellen Sender neue Professionalität verpasst. Und eine Klientel zurückgeholt, die der ideologischen Tiraden überdrüssig war: jüngere Konservative, die informiert debattieren wollen. Sie habe keine Lust, sagt Kelly, Politiker gut aussehen zu lassen, sie wolle ihnen die Wahrheit abzwingen. Ihr politisches Motto: Greif jeden an, hilf keinem.

Sie unterbricht ihre Interviewpartner, mit spontanen oder vorbereiteten klugen Fragen, sie nimmt eine Antwort nicht als letztes Wort, sondern als Anlass zum Nachbohren – immer bissig, nie zickig, mit einer Stimme, die kristallklar und samtweich zugleich ist. Die Politik fürchtet sie. Denn sie ist einflussreich. Nachdem sie Trump dazu getrieben hat, seine sexistische Seite in der Präsidentschaftsdebatte zu entblößen, geben37 Prozent der registrierten Republikanerinnen an: Trump ist unwählbar.

Aber macht das die Moderatorin, die im früheren Leben erfolgreiche Anwältin war, zur heimlichen Liberalen? Nein. Unvergessen ist eine Moderation, in der sie sich über schwarze Weihnachtsmänner mokierte und den Kindern unter den Zuschauern versicherte: „Santa Claus ist ein weißer Mann! Und Jesus auch.“ Da war sie die undifferenzierte Fox-Konservative. Viele haben ihr vergeben.

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