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Das müssen Sie zum ESC-Finale wissen

Eurovision Song Contest Das müssen Sie zum ESC-Finale wissen

Am Samstagabend kämpfen im ESC-Finale 26 Kandidaten um die europäische Popkrone. Die deutsche Jamie-Lee gibt sich tapfer – aber die Favoriten sind andere.

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Am Sonnabend tritt Jamie-Lee Kriewitz (unten rechts) beim Eurovision Song Contest unter anderem gegen Ira Losco aus Malta an.

Quelle: dpa/Montage

Stockholm. Nein, die Bühne steht nicht in Flammen, wenn die aserbaidschanische Sängerin Samra Rahimli loslegt. Es sieht bloß so aus, als würde ihr Heimatland große Teile seiner Erdölbestände in 180 Sekunden verfeuern wollen. Aserbaidschan fährt heute Abend in der Globen Arena in Stockholm alles auf, was die Eurovisions-Trickkiste so hergibt: Pyrotechnik, LED-Geflitter, Nebelschwaden. Fehlen eigentlich nur noch Kinderchöre, Sandmalerei und süße Hundebabys. Aber es ist wie mit nordkoreanischen Parteitagen: Sieht monströs aus, ist inhaltlich aber dünn.

Es glitzert, knallt und kracht

Der 61. Eurovision Song Contest geht ins Finale. 26 Länder treten heute Abend in den mal mehr, mal minder edlen Wettstreit um die europäische Popkrone. Und Aserbaidschan liegt mit seiner Materialschlacht voll im Trend: Vorbei die Zeiten schüchterner Trickkleider und folkloristischer Balztänze. Der ESC 2016 ist eine Leistungsshow der internationalen Bühnentechnik. Es glitzert, knallt und kracht. Doch am Ende zählt, ob Popsong und Publikum „connecten“, wie es in der Entertainment-Industrie heißt. Sich also verbinden zum großen Konsens, zu einer Drei-Minuten-Liebesgeschichte.

Brüllende Monster, tanzende Omas, singende Piraten - beim Eurovision Song Contest hat es schon so ziemlich alles gegeben. Hier gibt es einen Überblick der skurrilsten Teilnehmer und kuriosesten Auftritte aus den letzten Jahren.

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Für den Hundeblick ist in diesem Jahr der Holländer Douwe Bob zuständig – mit seiner Anti-Burnout-Countryballade „Slow Down“. Musikalisch lässt Albert Hammonds „It Never Rains in Southern California“ heftig grüßen. Außerdem erwartet uns: schwerblütiges Latino-Herumgeleide aus Ungarn, eine bumsfidele Blondine aus Österreich, zypriotischer Hardrock und eine spanische Königin-Letizia-Doppelgängerin. Sowie eine politische Kämpferin aus Armenien namens Iveta. Die bekam ein bisschen Ärger von der European Broadcasting Union (EBU), als sie im Halbfinale eine kleine Flagge der umstrittenen Region Berg-Karabach schwenkte. Kriegsgegner Aserbaidschan fand's nicht lustig. Die EBU beließ es bei einem Klaps auf die Finger. Iveta wohnt in Hamburg, seit sie sechs Jahre alt war. In der Mitte ihres Liedes startet bedauerlicherweise ein Jumbojet. Deshalb kann man nicht hören, ob unter dem Getöse noch ein richtiges Lied liegt.

Ukraine mit dem Comeback

Die Ukraine – die 2015 aus "finanziellen, politischen und militärischen" Gründen pausiert hatte – spielt ebenfalls metaphorisch mit dem Feuer: Die Krimtartarin Jamala singt im Song „1944“ über die Deportation ihrer Urgroßmutter. Russland zog die Augenbraue hoch. Doch die EBU fand keinerlei politische Propaganda in Titel und Text. Dafür wurde die russische Jurorin Anastasia Stotskaja suspendiert, weil sie Teile der Jurysitzung live ins Internet übertrug.

Jamie-Lee: "Das hat etwas Olympisches."

Und Jamie-Lee? Die Bennigser Manga-Elfe zieht in Stockholm souverän ihr Ding durch. Aber auch sie weiß, dass eine Top-Ten-Platzierung einem kleinen Wunder gleichkäme. „Ich bin ja hier, um die Zeit zu genießen und Spaß zu haben“, sagt sie. „Das hat etwas Olympisches.“ Die märchenhaft-versponnene Inszenierung als melancholisches Mondmädchen mit Püschelhaarreif ist sehens- und hörenswert. Es ist freilich ein hohes Risiko, einen Kontrapunkt zur origiastischen Popnabelschau ringsum setzen zu wollen. Was, wenn Europa einfach feiern will und sich nicht rühren lässt? Sie startet in der ersten Hälfte, auf Startplatz zehn.

Jamie-Lee Kriewitz aus Bennigsen gewann im vergangenen Jahr die fünfte Staffel der Castingshow "The Voice of Germany". In diesem Jahr tritt die 18-Jährige für Deutschland beim Eurovision Song Contest an.

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Die Favoriten sind andere. Der Russe Sergey Lazarez („You Are The Only One“). Der Schwede Frans „If I Were Sorry“). Und der Franzose Amir („J'ai cherché“). Die Homogenisierung des europäischen Pop schreitet voran: Ein Viertel aller Songs in diesem Jahr stammt von schwedischen Produzententeams – Rekord.

Insgesamt treten 26 Länder beim Eurovision Song Contest (ESC) in Stockholm an. Deutschland wird von Jamie-Lee Kriewitz vertreten. Wer sind ihre Konkurrenten? Das sehen Sie hier.

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