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Fernsehen iZombie: Du bist, wen du isst
Nachrichten Medien Fernsehen iZombie: Du bist, wen du isst
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00:15 14.08.2015
Sieht aus wie ein Gehirn, ist aber Nudelsalat: Liv (Rose McIver) hat einen eigenwilligen Appetit. Quelle: Warner Brothers
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Hannover

Na endlich kümmert sich mal ein TV-Sender um das angeschlagene Image der Zombies. Wurden sie bislang in Serien und Filmen als seelenlose Matschköpfe dargestellt, die ständig geifernd und sabbernd Jagd auf Menschen machen, zeigt nun Sixx ab Donnerstag die 13-teilige US-Serie "iZombie" (20.15 Uhr).

Das klingt ein wenig nach einem schicken Apple-Produkt, und tatsächlich fällt das Bild, das dieser Mehrteiler von den Untoten zeichnet, wesentlich freundlicher, sympathischer und auch charmanter aus, als man es beispielsweise von der weltweit erfolgreichen Serie "The Walking Dead" oder dem gerade auf dem Pay-TV-Kanal SyFy ausgestrahlten Zombie-Splatter-Spaß "Z Nation" kennt.

Ein normales Leben

Natürlich werden in "iZombie" klassische Genre-Vorbilder kenntnisreich zitiert. So ist die untote Heldin (Rose McIver) eine große Liebhaberin von Zombie-Filmen, die oft auch im Hintergrund des Geschehens auf Bildschirmen laufen. Sie hält sich recht genau an das, was einen Zombie gewöhnlich ausmacht – mit einem entscheidenden Unterschied, der bei Zombie-Puristen vermutlich heftiges Kopfschütteln und wütende Beißzwänge provozieren wird: Diese Untote führt eigentlich ein ganz normales menschliches Leben.

Liv, so heißt dieses Wesen, ist nämlich Studentin. Eine junge hübsche Frau, die allerdings eine leichenblasse Gesichtsfarbe hat und tagsüber in der Gerichtsmedizin arbeitet. Dort versorgt sie sich heimlich mit ihrer Leibspeise: mit menschlichen Gehirnen. Was man als Zuschauer zum Glück nicht zu sehen bekommt, stattdessen verzehrt Liv in einer genüsslich gemeinen Szene der Pilotfolge ein Nudelgericht mit Shrimps, und das sieht dann verdammt aus wie ein frisch gekochtes Hirn. Es sind solche kleinen und gut platzierten Gags, die diese Serie auszeichnen.

Sie hilft bei der Aufklärung

Aber Gehirne machen Liv nicht nur pappsatt, sondern sie haben noch ganz andere Folgen. Durch den Verzehr, und jetzt dürfen auch Neurologen mal heftig mit dem Kopf schütteln, übernimmt sie gleichsam auch die Erinnerungen der Toten. Was bei MordopfernLiv is dafür sorgt, dass Liv über die Taten recht genau Bescheid weiß. So kann sie der örtlichen Polizei, die die junge Frau für eine Art Medium hält, bei der Aufklärung helfen. "iZombie" ist auch und vor allem eine Krimiserie, die zwar zuweilen arg mysteriös daherkommt, aber sich ansonsten an die Regeln des Genre hält.

In der Pilotfolge erfährt der Zuschauer, wie aus Liv ein Zombie wurde. Manches bleibt zwar zum Auftakt im Dunkeln, und der Presse wurde leider nur die erste Folge vorab gezeigt, aber so viel steht fest: Auf einer fröhlichen Bootsparty, auf der die Studentin gewesen ist, hat es plötzlich ein fürchterliches Massaker gegeben.

Am nächsten Morgen erwacht die schwer lädierte Liv als Zombie und durchlebt danach verschiedene äußere und innere Veränderungen: Ihre Haut wird blass, ihr Haar bleich. Sie kann nicht mehr schlafen, hat ständig Hunger auf Gehirn, und nur ihr Chef (Rahul Kohli) in der Gerichtsmedizin, zu dem sie ein freundschaftliches Verhältnis pflegt, ahnt etwas und versucht im Verlauf der Serie ein Heilmittel gegen ihr Zombiesein zu entwickeln. Der Titel der ersten Folge lautet "Willkommen im Leben nach dem Tod", das hier etwas anders als nach christlicher Vorstellung aussieht.

Zweite Staffel wird vorbereitet

Vorbild für diesen erstaunlich unblutigen Serienspaß ist eine gleichnamige Comic-Reihe. Entwickelt haben "iZombie" Rob Thomas und Diane Ruggiero-Wright, die beide schon für "Veronica Mars" verantwortlich gewesen sind und auch bei der Filmfortsetzung zusammengearbeitet haben. In den USA ist der Mehrteiler so erfolgreich gewesen, dass eine zweite Staffel bereits in Vorbereitung ist.

Ob auch der kleine Sender Sixx damit zumindest einen Achtungserfolg erzielen wird, bleibt abzuwarten. Die Chancen stehen aber nicht schlecht, schließlich sind zombieartige Wesen zumindest im Fernsehen und Kino gerade äußerst beliebt, von "The Strain" über die Verfilmung des Romans "Mein fahler Freund" bis zu dem unvergesslichen Kinofilm "Shaun of the Dead". Und vermutlich sind sie ohnehin längst unter uns.

Von Ernst Corinth

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