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"Das Sport-TV-Wunder des Jahrzehnts"

Frank Buschmann über American Football "Das Sport-TV-Wunder des Jahrzehnts"

American Football begeistert immer mehr Zuschauer in Deutschland. Kommentator Frank Buschmann erklärt im Interview die starken TV-Quoten des amerikanischen Sports.

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Spektakulärer Sport: American Football begeistert immer mehr Zuschauer in Deutschland. Frank Buschmann (Bild oben links) kommentiert die Spiele bei "ran NFL".

Quelle: dpa/Montage

Herr Buschmann, am vergangenen Wochenende haben wieder bis zu eine Million Fernsehzuschauer American Football bei Pro7 Maxx und Sat.1 gesehen. Haben Sie mit einem solchen Boom in Deutschland gerechnet?
Nein. Das ist für mich das Sport-TV-Wunder des Jahrzehnts.

Zur Person: Frank Buschmann

Frank "Buschi" Buschmann ist ein deutscher Fernsehmoderator, Sportkommentator und ehemaliger Basketballspieler. Er wurde 1964 in ­Bottrop geboren. Mit Ende 20 beendete er ­seine aktive Sportlerkarriere ­unter anderem in der Oberliga bei Boele-­Hagen Basketball. Als Kommentator ­arbeitete er unter anderem für Sport1 und den Pay-TV-Sender Arena.

Was sind die Gründe für den Erfolg?
Ich denke, es sind vor allem zwei Punkte. Erstens: Die jungen deutschen Sportfans haben eine Affinität zum US-Sport. Und da sticht Football einfach heraus, weil viele zumindest schon mal von diesem Mega-Event Super Bowl gehört haben. Jetzt sehen diese jungen Leute Woche für Woche, was für ein fantastisch aufbereiteter Sport das ist, der ja trotz der vielen Unterbrechungen überhaupt nicht langweilig ist. Das ist Schach mit Kühlschränken, mit sehr beweglichen Kühlschränken.

Und was ist der zweite Grund?
Der zweite Grund, und das bitte ich jetzt wirklich nicht als Eigenlob zu verstehen, ist, dass die Redaktion von "ran" sich traut, Sport auf eine andere Art zu präsentieren. Ein bisschen lockerer, ohne dabei die Bedeutung des Sports zu vernachlässigen. Das kommt beim jungen Publikum gut an. Gleichzeitig versuchen wir, die Besonderheiten des American Footballs zu erklären – da machen unsere Experten einen Riesenjob.

American Football hat derzeit mehr Fernsehzuschauer in Deutschland als die Handball-Bundesliga und die Basketball-Bundesliga. Müsste man diese Sportarten vielleicht auch "lockerer" übertragen?
Das werde ich derzeit von vielen Sportfunktionären und Sponsoren gefragt. Schwieriges Thema. Ich glaube, unser Konzept lässt sich nicht eins zu eins auf andere Sportarten übertragen, weil Football schon ein bisschen anders ist. Die Spieler krachen mit den Helmen gegeneinander, sie schmeißen sich durch die Gegend, das ist schon ein bisschen martialisch. Football ist nicht so brutal, wie viele glauben, aber es ist ein harter Sport, und das scheint im Moment dem Zeitgeist zu entsprechen. Deshalb glaube ich, dass Handball und Basketball derzeit nicht das Potenzial bei den jungen Zuschauern haben, wie es die NFL hat.

Was müssen diese Sportarten ändern?
Schwer zu sagen. Die Handball-Bundesliga ist die beste Liga in Europa, die Basketball-Bundesliga gehört zu den besten drei Ligen in Europa. Das ist fantastischer Sport. Aber vielleicht haben auch wir vom Fernsehen da in den vergangenen Jahren ein bisschen was falsch gemacht. Weil wir Handball und Basketball eben nicht so liebevoll präsentiert haben, wie wir es momentan mit Football machen. 

Fester Bestandteil der "ran NFL"-Übertragungen ist Social-Media-Reporter "Icke". Er ist der Mann für die Spielunterbrechungen, liest Zuschauerbeiträge vor, zeigt Internetvideos. Sind diese vielen Werbepausen im American Football also gar kein Problem, sondern vielmehr Teil des Erfolgsmodells?
Da liegen Fluch und Segen nah beieinander. Ich gebe Ihnen recht: Derzeit profitieren wir sehr von diesen Unterbrechungen, weil wir da unsere Besonderheiten im Studio veranstalten können. Aber das Verrückte ist ja: Je größer unser Erfolg ist, desto voller werden die Werbeblöcke sein. Das könnte uns irgendwann richtig wehtun, und dann müssen wir uns etwas Neues einfallen lassen.

ProSiebenSat.1 hat einen Dreijahresvertrag mit der NFL abgeschlossen. Derzeit spricht vieles für eine langfristige Zusammenarbeit, oder?
Buschmann: Ich bin nicht der Sendersprecher, aber ich denke, dass es derzeit wenig Negatives zu verbuchen gibt. Die Sendergruppe dürfte mit den Quoten hochzufrieden sein. Wir hatten in der regulären Saison bis zu 600 000 Zuschauer bei Pro7 Maxx. Und in den Play-offs haben wir gleich in der ersten Woche die Millionengrenze geknackt. Das ist der Wahnsinn. Und so ganz nebenbei sorgen wir mit der NFL für einen enormen Imagegewinn bei jungen Leuten. Das kann ja auch nicht völlig egal sein.

NFL live bei Sat.1

Pro7 Maxx und Sat.1 übertragen seit dieser Saison jedes Wochenende die Spiele der National Football League (NFL) live. Weiter geht es am Sonntag (22.15 Uhr, Sat.1) mit den Play-off-Halbfinalspielen. Die Denver Broncos empfangen die New England Patriots. Direkt im Anschluss treffen die Arizona Cardinals auf die Carolina Panthers. Frank Buschmann kommentiert.

Interview: Patrick Hoffmann

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