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Ziemlich beste Zeiten

ARD-Serie „Gegen den Wind“ Ziemlich beste Zeiten

„Gegen den Wind“ war die bislang erfolgreichste Vorabendserie der ARD. Was ist aus ihren Schauspielern geworden? Sonja Fröhlich hat es rausgefunden.

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Szenenausschnitt aus "Gegen den Wind".

Quelle: dpa

Ein Pfahlhaus an einem der schönsten Strände der Welt. Liebe, Freundschaft und Surfen. Surfen, Liebe und Freundschaft. Freundschaft, Surfen und Liebe. Und wieder von vorn. Und warum war eigentlich immer Sommer? Fünf Jahre, vier Staffeln, 52 Folgen haben sich Nik Andersen (Ralf Bauer) und Sven Westermann (Hardy Krüger junior) am Strand von St. Peter-Ording für die Serie „Gegen den Wind“ auf die Bretter gestellt (bei mehr Action wurden sie von Profisurfern gedoubelt) und von attraktiven Badenixen bewundern lassen. „Da draußen zu drehen, das war das Paradies“, sagt Bauer noch heute. Paradiesische Zeiten waren das auch für den Sender: „Gegen den Wind“ war die erfolgreichste Vorabendserie der ARD – gut fünf Millionen Zuschauer verfolgten in den Neunzigerjahren jede der Episoden.

Ralf Bauer, der frühere „Disney-Club“-Moderator mit den lapislazuliblauen Augen und charmantem Dauergrinsen, gelang mit der Erfolgsserie ein Durchbruch. Nicht der ganz große, aber immerhin spielte der Schauspiel-Sunnyboy anschließend in zahlreichen Serien und Filmen mehr oder weniger größere Haupt- und Nebenrollen – oft verstrickte er sich bei Rosamunde-Pilcher- und „Traumschiff“-Schmonzetten in komplizierte Liebesgeschichten. Einmal war er als schizophrener Dr. Baumgartner in der Serie „Painkiller Jane“ für Zuschauer zu sehen, die den amerikanischen Scifi Channel empfangen.

Ein Faible für Yoga-Bücher

Gerade erst ist der mittlerweile grau geschläfte 48-Jährige wieder als freiheitsliebender Abenteurer zu sehen: Bis zum 6. September reitet er mit Pelzschwanzmütze und Fransenhemd aus Wildleder als Old Firehand durch das „Tal des Todes“ der Bad Segeberger Karl-May-Spiele. An seiner Seite: Winnetou-Darsteller Jan Sosniok („Gute Zeiten, schlechte Zeiten“, „Berlin, Berlin“, „Küstenwache“) und Barbara Wussow („Schwarzwaldklinik“). „Bad Segeberg ist wie Grillen mit Freunden“, sagte Bauer kürzlich beim NDR-Talk mit Bettina Tietjen.

Seit 2011 steht Bauer auch auf der Theaterbühne: Im Kammertheater Karlsruhe gibt er den Leo Leike aus Daniel Glattauers E-Mail-Erfolgsroman „Gut gegen Nordwind“. Und bei der RTL-Promitanzshow „Let’s Dance“ tanzte sich der gebürtige Karlsruher bis Mai dieses Jahres bis in die siebte Folge. Ein schwerer Virusinfekt holte ihn vorzeitig vom Parkett. Und das, obwohl Bauer doch nach den Grundsätzen der tibetischen Medizin lebt: „Gesundheit versuchen zu erhalten und nicht Krankheit heilen müssen.“

So beginnt Bauers Tag vor 7 Uhr mit mehreren Gläsern heißem Wasser und 21 Sonnengrüßen. Sein Faible manifestiert sich in mehreren Yoga-Büchern und -DVDs und einem Onlineshop, der Bauers tibetisch inspirierten „Energetix“-Schmuck anbietet, außerdem setzt er sich seit Jahren für die Rechte der Tibeter ein. Weil er eigentlich nonstop unterwegs ist, wie er sagt, sucht Bauer keine Frau – für eine Familie fehle ihm die Zeit.

Vom Backfisch-Paradies nicht mehr viel übrig

Sein früherer bester Serienfreund Hardy Krüger junior, der umtriebige Hoteliersohn aus „Gegen den Wind“, ist da reger: Krüger ist vierfacher Vater von drei leiblichen und einem adoptierten Kind und seit Mai zum zweiten Mal geschieden. Der in Tansania aufgewachsene Sohn von Schauspieler Hardy Krüger („Hatari“) war nach „Gegen den Wind“ auch in mehreren internationalen Produktionen zu sehen, darunter spielte er die Hauptrolle im Geschichtsepos „Stauffenberg“. Von 2006 bis 2013 sah man den Lebemann dann regelmäßig als Förster Stefan Leitner in der ZDF-Fernsehserie „Forsthaus Falkenau“.

Gerade beendet hat der 47-jährige Wahl-münchner die zweite Spielzeit der Kinoadaption „Ziemlich beste Freunde“ am Kammerspiel Hamburg: Der einstige Surferboy mimte dabei den Tetraplegiker Philippe, der vom dritten Halswirbel abwärts gelähmt ist. Für ihn sei die Rolle eine der größten Herausforderungen, weil die Möglichkeit, sich auszudrücken, aufs Minimalste beschränkt ist, sagt Krüger, der sich nebenbei als Unicef-Botschafter engagiert und Ausstellungen mit seinen Reisefotografien bestückt.

Die früheren Serienbestefreunde Bauer und Krüger haben weder das Windsurfen noch eine private Freundschaft weiter verfolgt. Und auch sonst ist vom Backfisch-Paradies in St. Peter-Ording nicht mehr viel übrig: Deutschlands einst bekannteste Surfschule ist vor drei Jahren in Flammen aufgegangen. Die dort neu aufgebaute X-H2O-Surfschule wirbt nun nicht mehr mit der Neunzigerjahre-Serie. Denn gegen den Wind kann man natürlich auch gar nicht surfen.

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