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Fernsehen Großes Tennis beim „Tatort – Zwischen den Ohren“
Nachrichten Medien Fernsehen Großes Tennis beim „Tatort – Zwischen den Ohren“
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17:58 16.09.2011
Man trinkt Brüderschaft, aber ohne Knutschen: Prof. Boerne (Jan Josef Liefers, l.) und Frank Thiel (Axel Prahl) können sich in betrunkenem Zustand doch ein bisschen leiden. Quelle: ARD

Das nennt man wohl Anglerpech: „Fisch?“ – „Nee, Fuß.“ – Ein abgetrenntes Körperteil in einem Motorradstiefel vermiest beim 20. „Tatort“ (Regie: Franziska Meletzky) aus Münster Kommissar Frank Thiel (Axel Prahl) den erhofft spannenden Fernsehabend bei Flaschenbier und Fußball. Denn ausgerechnet sein dauerbekiffter Vater (Claus D. Clausnitzer) hat beim Nachtangeln den besagten Fuß an der Rute. Was ihn erstaunlicherweise nur wenig schockiert, aber in diesem Film natürlich ein Anlass ist für einen netten, schwarzhumorigen Dialog zwischen dem alten Thiel und seinem Kumpel „Angler-Hans“ (Kalle Pohl).

Auch in diesem Jubiläums-„Tatort“ geht es also wieder gewohnt lustig zu, was zum Glück über manche Schwäche des eigentlichen Kriminalfalls hinwegtröstet. Dass der „abbe Fuß“ einer gewissen Susanne Clement gehört, einer ehemaligen Klassenkameradin von Prof. Karl-Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers), erkennt der Rechtsmediziner bei einer ersten Untersuchung schnell an einer seltenen Fehlbildung. Und auch der Rest der Leiche, der etwas später auftaucht, bestätigt endgültig Boernes Verdacht. Die Ermittlungen führen Thiel zuerst zu einer eingefleischt frauenfeindlichen Münsteraner Motorrad-Gang, in der sich die burschikose Clement als Mann verkleidet eingeschlichen hatte. Bis sie von den harten Jungs als Frau entlarvt worden war. Und natürlich ermittelt Thiel auch am Arbeitsplatz der Ermordeten, einem Tennisklub, wo seltsamerweise erst vor Kurzem eingebrochen worden ist.

Dort trainiert gerade Deutschlands Nachwuchshoffnung Nadine Petri (Anna Bullard), die sich auf ein wichtiges Turnier vorbereitet. Und ihr familiäres Betreuerteam fühlt sich durch Thiels Ermittlungen mehr als gestört. Ja, offenbar hat die Familie sogar etwas zu verheimlichen. Doch das kann einen St.-Pauli-Anhänger wie den Kommissar nicht erschüttern, der ist von seinem Kiez-Verein ja bekanntlich ganz andere Sachen gewöhnt. Schnell entdeckt er, dass es eine sehr enge Beziehung zwischen der Ermordeten und dem jungen Tennistalent gegeben hat. Und dass beide ein sehr intimes Geheimnis geteilt haben.

Die weitere Handlung und vor allem die Auflösung dieses klassischen „Wer war es?“-Kriminalfalls wirkt dann doch sehr konstruiert und zudem thematisch überfrachtet. Und auch die Frage, um die sich hier später alles dreht („Wann ist eine Frau eine Frau?“), wird arg oberflächlich abgehandelt, sorgt aber für einen durchaus witzigen Runninggag.

„Richtige“ Männer, erfährt dabei der Zuschauer (und der staunend irritierte Thiel), ziehen einen Pullover gewöhnlich vom Kragen aus einfach über den Kopf. Während es „echte“ Frauen lieber kompliziert mögen und beim Ausziehen des Pullis meist ihre Arme vor dem Bauch kreuzen, um sich das Kleidungsstück dann überzustreifen.

Manche Dinge sind eben ganz einfach. Und einfach, wenn auch gut gemacht, ist dieser „Tatort“, der die Erwartungen der zahlreichen Freunde des Ermittlerduos Thiel/Boerne zielgenau erfüllt, lustige Kabbeleien, witzige Einfälle und sorgfältig platzierte kleine Gags inklusive. Dazu gehört diesmal eine hinreißende Szene, in der die zwei – zunehmend alkoholisiert – Brüderschaft trinken („ohne Küsse“), um sich am Morgen danach prompt wieder zu siezen. Auch Boernes unkorrekte Lästereien über seine kleinwüchsige Assistentin Alberich (Christine Urspruch) machen wieder Spaß, genau wie der „zweibeinige Aschenbecher“, die kettenrauchende Staatsanwältin (Mechthild Grossmann) mit dem kernigen Namen Wilhelmine Klemm und der tiefen Stimme. Und wie die ihren Pullover auszieht, das ist wohl jedem klar.

„Tatort – Zwischen den Ohren“ | ARD
Mit Jan Josef Liefers und Axel Prahl.
Sonntag, 20.15 Uhr

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