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Günter Wallraff bekommt Ehrenpreis

Deutscher Fernsehpreis Günter Wallraff bekommt Ehrenpreis

Günter Wallraff wird mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet. Die Jury würdigt damit seine Arbeit als Enthüllungsjournalist, für die der 73-Jährige immer wieder in andere Rollen geschlüpft ist – in die des Gastarbeiters Ali zum Beispiel oder die des "Bild"-Journalisten Hans Esser.

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Der Journalist und Autor Günter Wallraff (Archivbild von 2012) ist Ehrenpreisträger beim Deutschen Fernsehpreis 2016.

Quelle: Oliver Berg dpa/lnw

Düsseldorf. Enthüllungsjournalist Günter Wallraff (73) ist Ehrenpreisträger beim Deutschen Fernsehpreis 2016. Er erhält die Auszeichnung am Mittwochabend in Düsseldorf, wie die Stifter am Montag mitteilten. Wie kein Zweiter habe sich Wallraff in seinem über 50-jährigen Berufsleben um den investigativen Journalismus in Deutschland verdient gemacht, hieß es zur Begründung.

"Immer wieder ist Günter Wallraff in verschiedene Rollen geschlüpft, um undercover Missstände vornehmlich in der Arbeitswelt aufzuspüren und publik zu machen", teilten die Stifter mit. "Er recherchiert, dokumentiert und provoziert, immer mit dem Ziel, die Wahrheit ans Licht zu bringen und nachhaltige Konsequenzen einzufordern."

Als Gastarbeiter Ali war er "Ganz unten"

"Die Entscheidung der Senderchefs und Intendanten, einem wie mir diesen Ehrenpreis zu verleihen, hat mich überrascht", sagte Wallraff einer Mitteilung zufolge. Er rief die Fernsehmacher dazu auf, mehr in den engagiert-kritischen und aufklärerischen Journalismus zu investieren. Der Kölner Journalist hat mehrere Enthüllungs-Bestseller geschrieben, für die er in andere Rollen schlüpfte. Für "Ganz unten" (1985) nahm er etwa die Identität des türkischen Leiharbeiters Ali an. Für "Der Aufmacher" (1977) arbeitete er als Hans Esser bei der "Bild" in Hannover.

Den bislang letzten Ehrenpreis hatte der Fernsehjournalist und langjährige ARD-Korrespondent Gerd Ruge 2014 bekommen. Im vergangenen Jahr gab es keinen Preisträger in der Kategorie, weil der Branchenpreis nach heftiger Kritik an der Vergabepraxis gar nicht erst verliehen wurde.

Am Mittwoch wird der Deutsche Fernsehpreis in neuem Format als selbst ernanntes "Branchentreffen" über die Bühne gehen und nicht im TV übertragen. Die Verleihung in mehr als 20 Kategorien soll Schauspieler und Produktionen würdigen, die in den Auge der Jury zu den besten gehörten.

Die Nominierungen (Auswahl)

Der Deutsche Fernsehpreis 2016 wird am 13. Januar in 20 Werkskategorien verliehen. Hinzu kommen noch ein Förderpreis sowie die Ehrung fürs Lebenswerk.

Bester Fernsehfilm

"Altersglühen - Speed Dating für Senioren" (ARD)
"Ein großer Aufbruch" (ZDF)
"Mordkommission Berlin 1" (Sat.1)
"Nackt unter Wölfen" (ARD)
"Zum Sterben zu früh" (ZDF)

Beste Serie

"Club der roten Bänder" (Vox)
"Deutschland 83" (RTL)
"Weinberg" (TNT Serie)

Beste Schauspielerin

Iris Berben ("Das Zeugenhaus", ZDF)
Henriette Confurius ("Tannbach - Schicksal eines Dorfes", ZDF)
Maria Simon ("Silvia S. - Blinde Wut", ZDF)
Antje Traue ("Weinberg", TNT Serie; "Mordkommission Berlin 1", Sat.1)
Ina Weisse ("Ich will dich", ARD; "Ein großer Aufbruch", ZDF)

Bester Schauspieler

Charly Hübner ("Bornholmer Straße", ARD; "Der verlorene Bruder", ARD)
Tobias Moretti ("Luis Trenker - Der schmale Grat der Wahrheit", ARD; "Mordkommission Berlin 1", Sat.1; "Das Zeugenhaus", ZDF)
Friedrich Mücke ("Weinberg", TNT Serie; "Mordkommission Berlin 1", Sat.1)
Jonas Nay ("Deutschland 83", RTL; "Tannbach - Schicksal eines Dorfes", ZDF)
Florian Stetter ("Nackt unter Wölfen", ARD)

Beste Moderation Unterhaltung

Steven Gätjen ("Schlag den Raab", ProSieben)
Barbara Schöneberger ("Die 2 - Gottschalk & Jauch gegen alle", RTL)
Florian Silbereisen ("Die Besten im Sommer", "Das Adventsfest der 100 000 Lichter", beide ARD)

Beste Persönliche Leistung Information

Michel Abdollahi ("Im Nazidorf", NDR)
Dunja Hayali (Interviews bei der Erfurter AfD-Demonstration im "ZDF Morgenmagazin")
Anja Reschke ("Tagesthemen"-Kommentar "Flüchtlinge - Hetze im Netz", ARD)

Bestes Infotainment/Talksendung

"Hart aber fair - Jetzt reden die Helfer" (ARD)
"Markus Lanz" (ZDF)
"Menschen bei Maischberger" (ARD)

dpa

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