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"Tatort" setzt Heike Makatsch unter Druck

Premiere als Ermittlerin "Tatort" setzt Heike Makatsch unter Druck

Als Hauptkommissarin Ellen Berlinger ermittelt Heike Makatsch erstmals im Freiburger "Tatort". Die 44-Jährige spüre bei "Fünf Minuten Himmel" eine große Erwartungshaltung: "Natürlich ist mir bewusst, dass viel Augenmerk auf einer neuen Kommissarin und ihrem ersten Fall liegt". Die Dreharbeiten haben in Freiburg begonnen.

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Die Schauspieler Holger Kunkel, Max Tommes, Christian Kuchenbuch und Heike Makatsch (v.l.) stellen eine "Tatort"-Szene nach.

Quelle: Winfried Rothermel

Freiburg. Heike Makatsch hat rasch gelernt. Der Griff zu Pistole und Dienstmarke geht ihr routiniert von der Hand, Mord und Totschlag jagen ihr so schnell keinen Schrecken mehr ein. Es ist eine Premiere für die Schauspielerin: In Freiburg steht sie erstmals als „Tatort“-Kommissarin vor der Kamera. Geplant ist zunächst nur eine Folge. Doch Makatsch in Freiburg ist für den „Tatort“ ein Testspiel. Die Stadt im Südwesten will fester Standort der ARD-Krimireihe werden. Und Makatsch ist eine der bekanntesten deutschen Schauspielerinnen. Gesendet wird ihr „Tatort“ zu Ostern.

Der Kabelbinder als Tatwaffe liegt neben der Leiche, Polizisten der Spurensicherung sind vor Ort, Makatsch als Hauptkommissarin Ellen Berlinger beugt sich über das Mordopfer. Eine tödliche Tat aus Rache, Eifersucht, Verzweiflung oder aus wirtschaftlichen Interessen?

„Alles ist denkbar“, sagt die Kommissarin. Und folgt ihrem Gespür. Ein leerstehender Baumarkt dient ihr bei den Dreharbeiten am Donnerstag als Kulisse. „Hier spricht der Preis“, steht draußen an dem heruntergekommenen und abrissreifen Gebäude. Drinnen findet die 44 Jahre alte Makatsch ihre Rolle als neuer „Tatort“-Star. In dem Abrissgebäude ist für sie ein Fernsehkommissariat aufgebaut worden, Makatsch leitet von hier aus die Ermittlungen.

Makatsch präsentiert sich von einer neuen Seite

Die Dreharbeiten in Freiburg dauern noch bis Mitte Oktober. Makatsch, die Hauptdarstellerin, empfindet sie als besondere Herausforderung. Und spürt eine große Erwartungshaltung. Die ARD-Krimireihe, die Sonntagabend Millionenquoten holt, stehe besonders stark im Fokus des öffentlichen Interesses – und mit ihr die beteiligten Schauspieler.

„Natürlich ist mir bewusst, dass viel Augenmerk auf einer neuen Kommissarin und ihrem ersten Fall liegt“, sagt Makatsch in einer Drehpause. Sie will zeigen, dass sie auch Krimi kann. Ungewohnt sei es dennoch: „Wir fangen alle an, polizeigängige Texte zu lernen. Das ist eine Herausforderung.“ Um fit für den neuen Job zu sein, hat sie bei der Freiburger Polizei ein Kurzzeitpraktikum absolviert – ein Blick in die Ausnüchterungszelle inklusive. „Schön ist sie nicht“, sagt die Schauspielerin.

Die Resonanz auf ihre Berufung sei stark gewesen, größer als bei früheren Rollen, sagt Makatsch. Die Frau, die ein zartes Image hat und bislang meist für Liebeskomödien und leichte Stoffe vor der Kamera stand, muss nun eine harte Rolle ausfüllen. „Es macht großen Spaß, mich auch mal von einer anderen Seite präsentieren zu können“, erklärt die 44-Jährige, die früher mit James-Bond-Darsteller Daniel Craig liiert war. Das Drehbuch und die Dreharbeiten passten, der „Tatort“ und die Stadt böten ihr neue Möglichkeiten. In der Rolle der Rolle der „Tatort“-Ermittlerin gibt sie eine „Einzelkämpferin“.

Freiburg-"Tatort" mit Makatsch als einmaliges Special geplant

Gedreht wird ein „Tatort“-Special. Der Arbeitstitel: „Fünf Minuten Himmel“. Ausgestrahlt werden soll die Folge am Ostermontag nächsten Jahres (28.3.2016). Kommt er beim Zuschauer gut an, könnten weitere Folgen entstehen, heißt es beim für die Sendung verantwortlichen Südwestrundfunk (SWR). „Wir hoffen alle, dass es eine Fortsetzung findet“, sagt Regisseurin Katrin Gebbe. „Die Rollen und Geschichten sind so angelegt, dass sie keine Eintagsfliege sein müssen.“

Hintergrund: Die ARD sendet in unregelmäßigen Abständen „Tatort“-Specials für das Programm an Feiertagen. Zuletzt waren es Nora Tschirner und Christian Ulmen, die mit einem Event-“Tatort“ in Weimar auf sich aufmerksam machten. Was als einmalige Sache geplant war, wurde zum Erfolgsmodell - und deshalb fortgesetzt. Diesen Sommer drehte das ungewöhnliche „Tatort“-Duo bereits seinen dritten Fall. Gezeigt werden soll er, wie der Makatsch-Film, im nächsten Jahr.

SWR sucht Nachfolger für Eva Mattes

Freiburg hofft, mit Makatsch zum festen „Tatort“-Standort zu werden. Die südlichste Großstadt Deutschlands, die im Fernsehen meist mit ihrer Idylle punktet, präsentiert nun auch ihre dunkle Seite. Gedreht wird in Abbruchhäusern und an sozialen Brennpunkten. An der Seite von Makatsch steht Max Thommes. Er spielt einen Kommissar im Rollstuhl. Holger Kunkel, der seit drei Jahren in Freiburg lebt, verkörpert den Dezernatsleiter, Christian Kuchenbuch den Spurensicherer.

Zur regulären „Tatort“-Ermittlerin wird Makatsch zunächst nicht werden, erklärt SWR-Fernsehfilmchefin Martina Zöllner. Der Sender fahndet nach einem Nachfolger für die Ermittlerin vom Bodensee. Die dortige „Tatort“-Kommissarin Eva Mattes hört 2016 auf.

Auf ein Ermittlerteam hoffen zahlreiche Städte im Südwesten, doch Freiburg muss sich vorerst mit Specials begnügen. „Mit dem Nachfolger des „Tatorts“ vom Bodensee hat das, was wir hier in Freiburg derzeit machen, nichts zu tun“, sagt Zöllner. Es gebe ein Konzept, doch verraten könne sie noch nichts. Endgültig entschieden, wo der neue „Tatort“ spiele und wer Ermittler sei, werde in den nächsten Wochen.

Von Jürgen Ruf

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