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Hilder bei MDR-Intendantenwahl einziger Kandidat

Chefredakteur der „Leipziger Volkszeitung“ Hilder bei MDR-Intendantenwahl einziger Kandidat

Wird der Chefredakteur der „Leipziger Volkszeitung“, Bernd Hilder, neuer MDR-Intendant und damit Nachfolger von Udo Reiter? Darüber entscheidet der Rundfunkrat am Montag.

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Der Rundfunkrat entscheidet am Montag, ob der Chefredakteur der „Leipziger Volkszeitung“, Bernd Hilder, neuer MDR-Intendant wird.

Quelle: dpa

Leipzig. Beim Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) soll am Montag ein neuer Intendant gewählt werden. Einziger Kandidat ist der Chefredakteur der „Leipziger Volkszeitung“ und frühere ARD-Hörfunkkorrespondent Bernd Hilder (52). Er wurde vom Verwaltungsrat vorgeschlagen. Nun braucht er im Rundfunkrat zwei Drittel der Stimmen, um Nachfolger von Udo Reiter (67) zu werden. Wird diese Mehrheit erreicht? „Das ist unsicher“, sagt der Rundfunkratsvorsitzende Johannes Jenichen der Nachrichtenagentur dpa. Er ist von der evangelischen Kirche Sachsens in das Gremium entsandt.

Reiter ist seit 20 Jahren Chef der Dreiländeranstalt für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Er scheidet auf eigenen Wunsch Ende Oktober aus. Hilder hatte sich bei der Kandidatenkür im Verwaltungsrat gegen die stellvertretende MDR-Intendantin Karola Wille und den stellvertretenden WDR-Fernsehdirektor Helfried Spitra durchgesetzt - allerdings erst im vierten Wahlgang.

Der künftige Intendant wird zunächst die Affäre um den entlassenen MDR-Unterhaltungschef Udo Foht weiter aufklären müssen. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob beim MDR Sendezeit gekauft werden konnte. Inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft Leipzig gegen sechs Beschuldigte wegen Bestechung, Untreue, Betrugs und Bestechlichkeit. Dazu gehört auch der Volksmusikmanager Hans R. Beierlein. Bei den Vorwürfen geht es um 180.000 Euro, die an eine Produktionsgesellschaft gezahlt wurden. Im Gegenzug - so der Verdacht - soll Foht dafür gesorgt haben, dass Volksmusikgrößen, die Beierlein managte, weiterhin für MDR-Schlagershows gebucht wurden.

Vor der Intendantenwahl gab es hinter den Kulissen seit Wochen ein heftiges politisches Gerangel. Der Verwaltungsratsvorsitzende Gerd Schuchardt (SPD) stellt kritisch fest: „Die Wahl im Verwaltungsrat war rechtmäßig, aber es gab einige Dinge, die mir nicht gefallen haben.“

Er wird im Rundfunkrat über die Gründe berichten, die den Ausschlag für Hilder gegeben haben. Dann hat auch der Kandidat selbst noch einmal das Wort. Er ist den Mitgliedern nicht unbekannt, da er sich schon in den Landesgruppen des Gremiums vorgestellt hat. Da vermutlich nur 41 der 43 Rundfunkräte nach Leipzig kommen werden, braucht Hilder aller Voraussicht nach mindestens 28 Stimmen.

Der in Bückeburg in Niedersachsen geborene Hilder begann seine Laufbahn beim damaligen Sender Freies Berlin. Ende der 80er Jahre wurde er Hörfunkkorrespondent in Washington, später in Mexiko-Stadt. Nach 13 Jahren bei der ARD übernahm er 1995 die Chefredaktion der „Schaumburger Nachrichten“. Im Jahr 2000 wurde er Chefredakteur des „Göttinger Tageblattes“, seit 2003 steht er an der Spitze der „Leipziger Volkszeitung“.

Wenn die Wahl nicht gelingen sollte, wird der Verwaltungsrat am selben Abend über das weitere Verfahren entscheiden. Schuchardt hat für diesen Zeitpunkt eine Sondersitzung des Gremiums einberufen. Die Personalie eilt, denn der neue Intendant soll bereits am 1. November beginnen.

dpa

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