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"Models müssen nicht dünn sein"

GNTM-Juror Michael Michalsky "Models müssen nicht dünn sein"

Modedesigner Michael Michalsky widerspricht Kritikern der der Castingshow "Germany’s Next Topmodel" (GNTM). Die Teilnehmerinnen müssten nicht mager sein. "Ein Model soll Persönlichkeit haben", sagt der GNTM-Juror im Interview.

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Die Jury von "Germany’s Next Topmodel" 2016: Thomas Hayo (re.), Heidi Klum und Michael Michalsky. 

Quelle: Pro7/dpa

Sie sind neuer Juror in der Castingshow „Germany’s Next Topmodel“ (GNTM). Wie lange brauchen Sie selbst morgens vor dem Spiegel?
Da geht bei mir ruck, zuck. Ich brauche höchstens zehn Minuten. Je nachdem, wie ich mich gerade fühle, fällt mein Look aus, und ich weiß genau, was ich tragen will. Meistens sporty-casual und immer kombiniert mit meinen Sneakers. Außer natürlich ich gehe zu einer Veranstaltung mit Dresscode „black tie“, dann wähle ich den eleganten Tuxedo und Lackschuhe ohne Strümpfe.

„GNTM“ läuft seit zehn Jahren. Haben Sie die Sendung schon immer regelmäßig geschaut?
Da ich beruflich sehr viel unterwegs bin, schaue ich grundsätzlich wenig fern. Dennoch habe ich natürlich die ersten Staffeln verfolgt. Außerdem haben mich meine Mitarbeiter immer auf dem neuesten Stand gehalten. Die Show war jeden Freitag großes Gesprächsthema beim gemeinsamen Mittagessen in unserem Office in Berlin. Ich freue mich aber sehr, dass sich das Konzept nun völlig geändert hat. Das war auch der Grund, weshalb ich zugesagt habe, dieses Mal als Juror dabei zu sein. Es wird spannend.

Zum Konzept gehört, dass Sie mit Heidi Klum und Thomas Hayo wie in der Castingshow „The Voice“ um die Kandidatinnen wetteifern …
Es wird einen Wettstreit zwischen Thomas und mir geben. Das heißt, Team Heidi hat die Rolle der neutralen Entscheiderin.

Haben die Mädchen aus „GNTM“ das Zeug, in der internationalen Fashionwelt mitzuhalten?
Definitiv. Die Kandidatinnen können sehr viel Erfahrung für ihr Modelleben nach der Show sammeln. Da auch Niederlagen dazugehören oder sich unsere Nachwuchsmodels beim Casting mit anderen Models messen müssen, ähnelt das Format dem realen Berufsalltag. Doch egal, ob Kandidatin bei „GNTM“ oder Nachwuchsmodel außerhalb eines TV-Formats, nur mit viel Biss und harter Arbeit kann man im Modelbusiness erfolgreich sein.

Worauf legen Sie als Modeschöpfer bei einem Model besonderen Wert?
Ich bin ein großer Liebhaber von Individualität und habe kein festgelegtes Muster oder einen bestimmten Typ, den ich bevorzuge. Für meine Shows buche ich deshalb nie eine einheitliche Gruppe von Models. Neben den Grundvoraussetzungen wie entsprechenden Maße, Lauftechnik und gepflegten Haut und Haare sind mir vor allem die Ausstrahlung und innere Schönheit des Models wichtig. Das gewisse Etwas steht an erster Stelle, unabhängig von Alter, Geschlecht oder Norm.

Aber ist es nicht so, dass Shows wie „Topmodel“ ein bestimmtes Schönheitsideal verbreiten und junge Mädchen unnötig unter Druck setzen?
Das finde ich absolut nicht. Ein Model muss auch beispielsweise überhaupt nicht dünn sein. Heutzutage ist es extrem wichtig, als Model healthy und fit zu sein. Und das hat absolut nichts mit mager oder knochig zu tun. Ich dachte, das hätte sich inzwischen herumgesprochen. Ein Model soll Persönlichkeit haben. Für Catwalkmodels ist die Größe wichtig. Das gilt jedoch nicht in der Werbung.

Demnach müssen Models für die Bereiche Werbung und Mode verschiedene Voraussetzungen mitbringen?
Die Anforderungen sind sehr unterschiedlich. Im Sportbereich muss ein Model beispielsweise wirklich körperlich fit, definiert und bewegungsaffin sein, um die Aussage des Produkts perfekt transportieren zu können. Bei Produktwerbung ist es wichtig, dass sich die Zielgruppe mit dem Werbegesicht identifizieren und Parallelen entdecken kann. Dafür muss ein Model in unterschiedlichste Rollen schlüpfen können, Stichwort Wandelbarkeit. Im Luxusmarkenbereich kommt es darauf an, die zur Marke passende Attitüde und Persönlichkeit mitzubringen. Ausstrahlung ist das Wichtigste.

Interview: Cornelia Wystrichowski

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