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Fernsehen Jan Josef Liefers spürt Geheimnisse einer Adelsfamilie auf
Nachrichten Medien Fernsehen Jan Josef Liefers spürt Geheimnisse einer Adelsfamilie auf
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18:59 08.01.2012
Familienbande: Joachim Vernau (Jan Josef Liefers, links.), seine Verlobte Sigrun (Natalia Wörner, Mitte), Utz von Zernikow (Matthias Habich) und Irene Freifrau von Zernikow (Inge Keller). Quelle: ZDF
Mainz

Joachim Vernau hat es geschafft: Aus einfachen Verhältnissen hat sich der Anwalt hochgearbeitet in eine der renommiertesten Kanzleien Berlins. Und weil die Hochzeit mit der Tochter seines Chefs, einer aufstrebenden Politikerin, nur noch eine Frage der Zeit ist, wird er bald fest zur Familie der von Zernikows gehören. Doch das angesehene Adelsgeschlecht hat so manche Leiche im Keller, wie Vernau (Jan Josef Liefers) bald erfahren muss. Die Nobelkulisse gerät ins Wanken.

Die prominent besetzte Verfilmung von Elisabeth Herrmanns Kriminalroman „Das Kindermädchen“ setzt mit dem Besuch einer alten Frau ein, die unbedingt den betagten Kanzleichef Utz von Zernikow (Matthias Habich) persönlich sprechen möchte. Vernau wimmelt sie ab. Einige Tage später wird die Leiche der aus Kiew stammenden Fremden aus dem Landwehrkanal gefischt, und Vernau beginnt misstrauisch zu werden. Als kurz darauf eine weitere Ukrainerin auftaucht und ihn mit einer Waffe bedroht, ist sich Vernau sicher, dass ihm die Adelsfamilie ein schwerwiegendes Geheimnis verheimlicht: Die von Zernikows haben während des Nationalsozialismus russische Zwangsarbeiter beschäftigt und sich an Beutekunst und Villen enteigneter Juden bereichert.

Mehr als 50 Verlage hatten bei diesem „Kassengift“ abgewinkt, als die Autorin Elisabeth Herrmann die Romanvorlage anbot. Das Buch wurde ein überraschender Erfolg. Auch wenn „Das Kindermädchen“ vom ZDF als Thriller bezeichnet wird – Spannung mag unter der Regie des „Rosa Roth“-Routiniers Carlo Rola zunächst wenig aufkommen. Er konzentriert sich vielmehr darauf, die Mitglieder der Adelsfamilie und deren Beziehungsgeflecht vorzustellen. Vernaus zukünftige Ehefrau Sigrun (Natalia Wörner), die gerade den Posten der Innensenatorin anstrebt, zeigt wenig Interesse, die braune Vergangenheit ihrer Familie aufzuklären.

Deren kaltherzige Großmutter Irene Freifrau von Zernikow (geradezu Angst einflößend gespielt von Inge Keller) ist auch im hohen Alter noch eine Grande Dame mit ewiggestriger Haltung. „Wir waren eine nationalsozialistische Familie!“, schleudert sie mit Stolz geschwellter Brust Vernau entgegen, als der sie auf die Machenschaften anspricht. Diesem durchweg unsympathischen Clan stehen die um ihr Recht kämpfenden ukrainischen Frauen, Vernaus Studienfreundin Marie-Luise (Stefanie Stappenbeck), eine für die gute Sache kämpfende linke Anwältin, und nicht zuletzt Vernau selbst gegenüber.

Jan Josef Liefers spielt ihn so lässig, launig und witzelnd, als wähne er sich in einer neuen Folge des Münsteraner „Tatort“. Zum Ernst des verhandelten Themas will dieser Ton jedoch nicht passen, wie auch das stilistische Durcheinander aus Familien- und Weltverbessererdrama, Krimi und Kolportage sich nie so recht zu einer überzeugenden Einheit verbinden wollen.

Axel Schock

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