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Fernsehen „Verlässlichkeit ohne Kontroversen“
Nachrichten Medien Fernsehen „Verlässlichkeit ohne Kontroversen“
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18:38 11.07.2014
„Es isti kein Makel, einfach nur Unterhalter zu sein“: Kai Pflaume. Quelle: dpa
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Herr Pflaume, kann es sein, dass sich „Kaum zu glauben“ fröhlich bei Ihren Kollegen aus allen Fernsehjahrzehnten bedient?
Sie meinen bei Robert Lembke und Harald Schmidt?

Dazu Hugo Egon Balder, Rudi Carrell – Ihre neue Sendung ist ein Hybrid alter wie neuer Shows.
Oh Gott, ich bin ein Hybrid! Natürlich kann man das Grundprinzip solcher Shows nicht neu erfinden. Wir haben überlegt, daran zu feilen, zum Beispiel andere Antworten als Ja oder Nein zuzulassen – das funktioniert aber nicht.

Was ist dann substanziell neu?
Die Mischung. Hubertus Meyer-Burckhardt, Jörg Pilawa, Bernhard Hoëcker und Stephanie Stumph sorgen mit ihren Eigenarten für Stimmung im Rateteam.Außerdem lösen wir anders als Robert Lembke jede Geschichte mit einem Film oder einer Bühnenshow auf und sind definitiv lustiger. Ich erfinde da nichts Neues, variiere das Konzept aber im Rahmen des Möglichen.

Aber was ist an dem Rahmen mit Promis, die irgendetwas raten oder kommentieren, bloß so faszinierend, dass man es immer weiter variiert, statt etwas Neues zu machen?
Unabhängig von den Promis spielen die Zuschauer seit 50 Jahren auch zu Hause Scharade. Das muss man im Grunde gar nicht großartig variieren. Prominente schaffen dabei allerdings zusätzlich eine Atmosphäre der Vertrautheit.

Dennoch: Darf’s nicht auch mal ein bisschen mehr sein?
Mehr als was?

Als nur den freundlichen Entertainer zu geben?
Aber das ist doch kein Makel! Es ist eine tolle Aufgabe, Menschen zu unterhalten. Und wenn man wie ich keine Unterhaltung auf Kosten anderer machen will und die Provokation nicht zum Stilmittel erhebt, ist es auch eine schwierige. Das dauernde „Höher! Schneller! Weiter!“ ist nichts für mich, da unterhalte ich lieber traditionell die ganze Familie.

Aber manifestiert nicht genau das den Ruf des netten Herrn Pflaume?
Warum denn auch nicht? Ich bin lang genug im Geschäft, um zu wissen, dass meine Weigerung, ständig Grenzen zu überschreiten und Tabus zu brechen, nicht für alle spannend ist. Mein Publikum mag eben meine Verlässlichkeit ohne Kontroversen. Und glauben Sie mir – ich habe leichte Unterhaltung nie als Sprungbrett für ernste gesehen.

Viele Schauspieler beklagen jene Schubladen, aus denen nicht mehr rauskommt, wer einmal in der heiteren oder ernsten Ecke gelandet ist.
Genau das ist der Unterschied: Ich spiele keine Rolle. Es ist das schönste Geschenk, wenn mir jemand sagt, ich sei im echten Leben ja genau wie am Bildschirm. Ich bin, wie ich bin – und das ist auch gut so.

Und kann der auch mal richtig aus der Haut fahren?
Selbstverständlich. Es ist mein Naturell, dass ich mit allen erst mal gut kann – ob Obdachloser oder Vorstandsvorsitzender. Aber wenn etwas anders geschieht als versprochen, wenn jemand unaufrichtig ist und unehrlich – das macht mich schon wütend. Das geht so weit, dass jemand für mich total gestorben ist.

Gibt es nach 20 Jahren Unterhaltungsfernsehen nicht doch mal den Ehrgeiz, mal etwas völlig anderes zu machen?
Mein früherer Coach Margarete Bittner sagte mal zu mir: „Kai, ich glaube du kannst im Fernsehen wirklich fast alles machen, aber was ich bei dir nicht sehe,  ist ...“ – na, was meinen Sie?

„Tatort“?
Nein, die Nachrichten zu lesen. Weil meine Augen angeblich immer lachen. Das wünsche ich mir zum 50..

Also, die „Tagesthemen“, die ja sogar Günther Jauch schon mal moderiert hat?
Nein, wenn, dann die „Tagesschau“ um 20.15 Uhr. Ich frage mal Jan Hofer, ob er mich coacht.

Interview: Jan Freitag

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