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„Tatort“ aus München: Lohnt sich das Einschalten?

„Der Tod ist unser ganzes Leben“ „Tatort“ aus München: Lohnt sich das Einschalten?

Die Münchner Kommissare werden schwer verletzt, Batic steht sogar unter Mordverdacht: Der neue „Tatort“ bietet einige Action – gewinnt mit Zeitsprüngen und Rückblenden an Tempo, verlangt dem Zuschauer aber auch die nötige Aufmerksamkeit ab. Lohnt es sich, „Der Tod ist unser ganzes Leben“ einzuschalten?

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Kriminalhauptkommissar außer Gefecht: Ein Gefangenentransport geht für Batic (Miroslav Nemec) schrecklich schief.
 

Quelle: ARD

München.  Das schmerzt selbst beim Zuschauen. Denn so angeschlagen, lädiert und verletzt haben selten zuvor zwei „Tatort“-Kommissare in einem Beitrag dieser Krimi-Reihe ermittelt. Dabei sind die Münchner Ivo Batic (Miroslav Nemec) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) bereits 26 Jahre im Dienst, neigen ansonsten eher nicht zu Eskapaden, sind stattdessen in Ehren ergraut und in all der Zeit zu richtigen Freunden geworden.

Eine Freundschaft, die jetzt in dem neuesten Fall der beiden, „Der Tod ist unser ganzes Leben“ (Drehbuch: Holger Joos), auf eine Bewährungsprobe gestellt wird. So liegt Batic anfangs sogar im Koma, ist aber zum Glück auf dem Weg der Besserung, während Leitmayr sich humpelnd an einer Krücke durch die Geschichte quälen muss.

Die Mühe lohnt sich

Wie es dazu kam, erzählt der von Philip Koch inszenierte Film in Rückblenden und in zahlreichen Zeitsprüngen. Oft werden gleich mehrere Versionen eines Vorfalls präsentiert, was sehr viel Konzentration verlangt. Doch die Mühe lohnt sich – trotz erzählerischer Schnitzer und Ungereimtheiten.

Der Film spinnt die Geschichte weiter, die in der im letzten Oktober ausgestrahlten Folge „Die Wahrheit“ erzählt worden ist. Und die damals viele Zuschauer irritiert hat, weil der Täter nicht ermittelt werden konnte. Er hatte zuvor einen Mann vor den Augen seiner Familie angegriffen und durch Messerstiche getötet. Offenbar aus purer Mordlust.

Ein halbes Jahr nach der ersten Tat schlägt der Mörder (Gerhard Liebmann) wieder zu. Sein Opfer hat er genauso zufällig ausgewählt wie beim letzten Mal. Diesmal jedoch gibt es Bilder einer Überwachungskamera, mit denen er identifiziert und festgenommen werden kann. Der Rest ist reine Polizeiroutine. Aber dann folgt ein Zeitsprung.

Selbst der Zuschauer zweifelt am Kommissar

Mehrere Monate später soll der des Mordes Beschuldigte aus einer Haftanstalt nach München überführt werden. Aus eigenem Antrieb heraus begleiten Batic und Leitmayr den Transport. Unterwegs läuft dann wirklich alles schief. Es gibt eine vorgetäuschte Panne, einen Schusswechsel, eine Flucht in eine Industrieruine und am Schluss gleich mehrere Tote, darunter den vermeintlichen Messermörder. Und es gibt zwei schwer verletzte Polizisten: Batic und Leitmayr. Doch damit nicht genug. Batic wird des Mordes bezichtigt. Er soll den Beschuldigten aufgrund von persönlicher Rachemotiven getötet haben.

Und die Indizien sprechen für seine Schuld. Zudem hat er offenbar bei den ersten Vernehmungen bewusst gelogen. Dennoch ist Leitmayr fest von seiner Unschuld überzeugt und versucht, die Wahrheit herauszufinden. Daraus entwickelt sind dann ein packendes Spiel um Lug und Trug, um echte und vorgetäuschte Motive. Und selbst als Zuschauer bekommt man so seine Zweifel an diesem über die Jahre lieb gewonnenen Kommissar.

Körperlicher Einsatz bis an die Schmerzgrenze

Nicht nur die Aufklärung ist ungemein spannend inszeniert, auch die Szenen während des Gefangenentransports entwickeln beeindruckenden Suspense. Man fiebert beim Zuschauen auf das hin, was jeden Moment passieren muss, und als es dann endlich geschieht, ist man leider so klug als wie zuvor, weil der entscheidende Moment nicht gezeigt wird. Und man zudem später im Film mehrere durchaus schlüssige Versionen präsentiert bekommt. Beachtlich ist auch der körperliche Einsatz der beiden Kommissare, die bis an die Schmerzgrenze zu gehen scheinen. Was man einem der dienstältesten Kommissarduos im deutschen Fernsehen nicht zugetraut hätte.

Melancholische Zwischentöne finden sich auch immer wieder, und auch das Versprechen der beiden grauen Krimi-Wölfe, noch ein paar Jahre weiterzumachen. Alles andere wäre ja auch nach dieser sehr guten Folge jammerschade.

Von Ernst Corinth/RND

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