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"Wir können kein Idealprogramm bieten"

ARD stellt sich Zuschauerfragen "Wir können kein Idealprogramm bieten"

"Was macht ihr eigentlich mit meinem Geld", fragten viele Zuschauer bereits im Vorfeld der Sendung ARDcheck. Befriedigende Antworten auf diese und andere Fragen rund um den öffentlich-rechtlichen Rundfunk brachte die Diskussionsrunde nicht.

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Die ARD-Intendanten Tom Buhrow (li.) und Lutz Marmor stellten sich im ARDcheck den Fragen des Publikums.

Quelle: Screenshot/ARD

Hamburg. "Wir können kein Idealprogramm bieten", sagte NDR-Intendant Lutz Marmor in Hamburg und nahm der Diskussion um die Rundfunkbeiträge und die häufigsten Fragen rund um den öffentlich-rechtlichen Rundfunk schon im Vorfeld jegliche Brisanz. Überhaupt gewann der Zuschauer den Eindruck, man wolle gar keine Transparenz schaffen, wie Marmor im Vorfeld behauptet hatte, sondern trotz aller Kritik am eingeschlagenen Weg festhalten.

Aus der Absicht "Rechenschaft für das abzulegen", was man tue, wurde ein Verschieben von Verantwortung. Auf die Frage nach der Höhe des Rundfunkbeitrages hieß es, das sei "eine politische Entscheidung". Es sei ein ständiges Ringen um Geld, sagte Marmor. WDR-Intendant Tom Buhrow ging noch ein Stück weiter und drohte: "Sie werden weniger sehen und hören". Letztlich ist der Zuschauer also selbst für die vermeintliche Misere verantwortlich. Wer nicht den Vorstellungen der Rundfunkanstalt entsprechend zahlt, dem gebührt auch kein anspruchsvolles Programm.

Buhrow: Das kann keiner bezahlen

Schon zu Beginn der Diskussion zwischen Zuschauern und Intendanten spielte Moderatorin Sandra Maischberger, zunächst versehentlich, auf das Alter der Fragesteller an. "Was Jüngeres hier vorne", rief sie einen 24-Jährigen auf. Der wünschte sich international konkurrenzfähige Produktionen im Stil von "Breaking Bad". Und auch hier ging es wieder um das liebe Geld.

Mit den Produktionskosten für eine Folge könne man "drei bis vier Tatorte" produzieren. Das könne in Deutschland niemand bezahlen, nicht einmal die Privaten, sagte Buhrow. Mit "Weißensee", "Bornholmer Straße" und "Tatort" habe es bereits vergleichbare Formate gegeben. Andere Zuschauer wünschten sich ein breiteres Sport- und Musikprogramm. Auch das gebe es bereits, rechtfertigte sich Marmor.

Marmor: Wir müssen uns Mühe geben

"Wir buhlen um junge Zuschauer. Wir wollen sie nicht nur halten, sondern auch zurückgewinnen. Wir brauchen mutige Formate", forderte "Tatort"-Darstellerin Sabine Postel. Wie man junge Menschen zum traditionellen Fernsehen zurückholen wolle, fragte in diesem Kontext ein junger Mann. Es gebe Pläne für ein "junges Angebot", war Marmors knappe Antwort. Konkrete Pläne nannte er keine.

Überhaupt blieben die Antworten im ARDcheck wenig konkret. "Der Weg ist nie zu Ende. Da müssen wir uns Mühe geben", resümierte Marmor die Diskussionsrunde.

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