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Fernsehen Nach Witz-Eklat: Frau mit Doppelnamen wird vom WDR rausgeschnitten
Nachrichten Medien Fernsehen Nach Witz-Eklat: Frau mit Doppelnamen wird vom WDR rausgeschnitten
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14:28 27.02.2019
Sein Witz brachte eine Zuschauerin in Rage: der Kabarettist Bernd Stelter. Quelle: Marius Becker/dpa
Köln

Die Bütt im Karneval gilt als political-correctness-freie Zone – aber es gibt Ausnahmen. Als der Komiker Bernd Stelter am Wochenende bei der Fernsehaufzeichnung einer Karnevalssitzung einen Witz über den Doppelnamen der CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer riss, wurde er von einer Zuschauerin auf offener Bühne zur Rede gestellt. Gabriele Möller-Hasenbeck wollte sich Stelters Geläster nicht anhören und polterte los: „Männernamen sind immer toll – und Frauennamen sind immer scheiße. Und Doppelnamen sind Doppelscheiße.“ Sie musste den Saal verlassen. In der „Kölnischen Rundschau“ erklärte sie später ihre Motivation: „Ich habe selbst einen Doppelnamen und muss das nicht über mich ergehen lassen.“

#steltergate: Heftige Debatte über Doppelnamen und Geschlechter

Seitdem tobt nicht nur unter dem Stichwort #steltergate eine heftige Debatte um Doppelnamen, die Freiheit der Rede, des Karnevals und der Geschlechter – Möller-Hasenbeck selbst wird plötzlich im Netz angefeindet. Auf einem Bewertungsportal, auf dem sie als Steuerberaterin zu finden ist, wurden zum Teil beleidigende Kommentare zu ihrer Person abgeben, die auch ihre berufliche Qualität untergraben. Das Portal hat die betreffenden Kommentare inzwischen gelöscht.

Stelter-Kritikerin ist fassungslos

Die Steuerberaterin hat sich laut dem Westdeutschen Rundfunk (WDR) nun dazu entschlossen, juristischen Beistand zu suchen. In einem Gespräch mit dem Sender sagte sie, dass der Eingriff in ihre berufliche und vor allem menschliche Integrität bei Weitem das übersteige, was im Karneval zulässig sein dürfe. Es erfasse sie eine gewisse Ratlosigkeit darüber, was in der Gesellschaft los sei. „Meine Auffassung von Offenheit und Vielfalt wäre eine andere gewesen.“

WDR schneidet Szene raus

Im Fernsehen wird die Auseinandersetzung auf der Karnevals-Bühne nicht zu sehen sein. Der WDR hat sich entschlossen, sie rauszuschneiden. Die Sendung „Karneval in Köln“, die am Rosenmontag um 20.15 Uhr im Ersten zu sehen ist, sei ein Zusammenschnitt zweier jeweils sechsstündiger Aufzeichnungen von Kölner Karnevalssitzungen im Gürzenich, teilte der WDR am Mittwoch mit. Die Störung der Rede Bernd Stelters durch eine Zuschauerin erstrecke sich mit Unterbrechungen über mehrere Minuten und sei in vielen Teilen akustisch in der Aufzeichnung nicht hörbar und teilweise unverständlich, so die Begründung. Deshalb habe der Sender entschieden, die Szene in dem Zusammenschnitt nicht zu zeigen. Während der Ausstrahlung der Rede von Stelter werde es für die Fernsehzuschauer einen Hinweis via Laufband geben, der auf eine Videotextseite mit Zusatzinformationen zu dem Auftritt verweise.

Von RND/dpa

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