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Neue Staffel der ARD-Doku-Reihe „Deutschland, deine Künstler”

Senta Berger zum Auftakt Neue Staffel der ARD-Doku-Reihe „Deutschland, deine Künstler”

Die Angst besiegen: Senta Berger bildet den Auftakt zur neuen Staffel der ARD-Doku-Reihe „Deutschland, deine Künstler”. Sie debütierte 1956 in „Die unentschuldigte Stunde“ vor der Kamera, nachdem sie zuvor schon als Komparsin Filmluft geschnuppert hatte, im Alter von neun Jahren zum Beispiel in der Kästner-Adaption „Das doppelte Lottchen“.

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Vom „Doppelten Lottchen“ zu „Frau Böhm sagt Nein“: Senta Berger ist jetzt 70, aber ihre Schauspielkarriere ist noch in vollem Gange.

Quelle: dpa

Gleich zu Beginn, da sagt sie den vielleicht wichtigsten Satz: „Es ist mehr als Lampenfieber, es ist schon wirklich eine ausgewachsene Angst – die ich besiege.“ Senta Berger steht am Set, an der holländischen Küste, und es ist sehr windig. Gleich ist wieder die Filmkamera auf sie gerichtet, ein Fernsehfilm mit ihr und Matthias Brandt wird gedreht. Von dieser Angst, diesem Lampenfieber, ist viel die Rede heute Abend in der Dokumentation von Michael Wulfes. Und von ihrer Selbstkritik auch. Das Porträt ist der Auftakt zu einer neuen Staffel der ARD-Reihe „Deutschland, deine Künstler“. Die weiteren Folgen: Günter Grass (3. August), David Garrett (17. August) und Jan Josef Liefers (24. August).

Ein bemerkenswertes Leben: Senta Berger debütierte 1956 in „Die unentschuldigte Stunde“ vor der Kamera, nachdem sie zuvor schon als Komparsin Filmluft geschnuppert hatte, im Alter von neun Jahren zum Beispiel in der Kästner-Adaption „Das doppelte Lottchen“ (1950). Dann kam der Lockruf an die US-Westküste: In Hollywood spielte sie ab 1962 an der Seite solcher Größen wie Richard Widmark, James Coburn, Yul Brunner oder Charlton Heston, etwa in Sam Peckinpahs „Sierra Charriba“ (1965). Ihr vielleicht wichtigster Film aus dieser sechsjährigen amerikanischen Periode dürfte „Der Schatten des Giganten“ (1966) sein, in dem sie in einer Hauptrolle zu sehen ist, neben ihren Filmpartnern Kirk Douglas und John Wayne. „Senta war in Hollywood zur Filmschauspielerin gereift“, ist im Off-Kommentar zu hören.

Zählt man alle ihre Kinofilme und Fernsehfilme aus 50 Jahren zusammen, so sind es rund 150. Die Serien „Kir Royal“ (1986), „Die schnelle Gerdi“ (1989/2004) sowie die lose Krimireihe „Unter Verdacht“ (seit 2002) sind dabei jeweils nur einmal gezählt. Das ist ein großes, umfangreiches schauspielerisches Schaffen. Und sie dreht und spielt so viel wie selten zuvor. In aktuellen Filmen wie etwa dem mit dem Grimme-Preis ausgezeichneten Sozialdrama „Frau Böhm sagt Nein“ (2009) oder dem Kinofilm „Satte Farben vor Schwarz“ (2010) zeigt sie ihr ganzes Können, ihr ganzes breites Spektrum. Auch die ZDF-Reihe „Unter Verdacht“, die seit bald zehn Jahren in München entsteht und derzeit bei 18 Folgen liegt, genießt ungebrochen die Sympathien von Publikum und Kritik.

Mit Karli Rauschmeier, einem Freund aus Kindertagen, trifft sich Senta Berger für die Doku in Wien. Hier, wo sie vor 70 Jahren am 13. Mai 1941 inmitten des Zweiten Weltkrieges in einfachsten Verhältnissen geboren wurde, liegen die Wurzeln. Mit „dem Karli“, den sie früher einmal sehr verehrte, ist sie hier aufgewachsen, im selben Haus. „Ich war ewig nicht mehr da“, entfährt es ihr, als beide das Haus betreten. Es sind sehr schöne, weil sehr leise Momente, als sie in dieses gemeinsame Haus der Kindheit – und in jene ferne Zeit – eintreten. Das andere Zuhause ist München; da, wo sie mit ihrer Familie lebt, wo das Haus steht und die eigene Produktionsfirma „Sentana Film“ ihren Sitz hat, die sie gemeinsam mit ihrem Ehemann, dem Regisseur und Produzenten Michael Verhoeven („Die weiße Rose“), betreibt. Seit mehreren Jahrzehnten leben Senta Berger und Michael Verhoeven hier – seit 1966, also seit 45 Jahren, ist das Paar verheiratet. Die beiden Söhne heißen Simon und Luca.

Ob am Set oder bei Fernsehinterviews, überall sagt Senta Berger „Danke“ zu den Mitarbeitern. Und so wird klar, dass sie auch heute, in ihrem 70. Lebensjahr, immer noch Ängste und Zweifel hat, dass der Erfolg keine Selbstverständlichkeit für sie ist. Es ist die wichtigste Erkenntnis dieses Filmporträts: dass Senta Berger in ihrem Selbstverständnis gar nicht die Grande Dame ist, als welche sie so gerne von außen bezeichnet wird.

„Deutschland, deine Künstler – Senta Berger“ | ARD
Porträtreihe
Mittwoch, 21.45 Uhr

Thilo Wydra

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