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Franken-„Tatort“ erforscht menschliche Abgründe

TV-Kritik Franken-„Tatort“ erforscht menschliche Abgründe

12,11 Millionen Zuschauer verfolgten vor etwas mehr als einem Jahr die Premiere des Franken-„Dadords“ mit Fabian Hinrichs und der großen Theatermimin Dagmar Manzel. Mit „Das Recht, sich zu sorgen“ legen sie nun am Sonntag nach – und erfüllen die Erwartungen an einen zutiefst menschlichen Krimi.

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Dagmar Manzel als Paula Ringelhahn und Fabian Hinrichs als Felix Voss.

Quelle: dpa

Es ist eine Detektivarbeit, die den jungen Doktoranden Philipp (Nils Strunk) bis tief in die Nacht in den Kellern der Anatomie in der Würzburger Uni beschäftigt: Er ordnet Knochen an, vergleicht Daten – und entdeckt einen Schädel, der nicht zum Rest eines Skeletts passt. Professorin Magdalena Mittlich (Sibylle Canonica) ist alarmiert, der Ruf der Uni ist in Gefahr. Sie sucht Hilfe beim Polizeipräsidenten in Nürnberg.

Steffi Schwinn (Barbara Prakopenka) findet morgens ihre erwürgte Mutter in der Wirtsstube des elterlichen Gasthauses, das abgelegen in einem unterfränkischen Wald liegt. Den Tod nimmt die junge Frau mit kalter Verachtung wahr. Das Lokal, seit Generationen in Familienbesitz, ist heruntergewirtschaftet. Der Vater, der in den Betrieb eingeheiratet hat, ist der Sündenbock für den Misserfolg – und im Wald untergetaucht. Eine Beziehungstat: „Mann. Frau. Katastrophe“, resümiert Kommissar Felix Voss (Hinrichs).

Fernsehtipp

„Tatort: Das Recht, sich zu sorgen“ | ARD
Krimi mit Dagmar Manzel und Fabian Hinrichs
Sonntag, 20.15 Uhr

Seine Kollegin Paula Ringelhahn (Manzel) engagiert sich sogar noch in einem weiteren Fall: Lydia Eichbaum (Tessie Tellmann) schlägt auf dem Nürnberger Jakobsplatz, direkt vor dem Polizeipräsidium, ihr Lager auf, um zu protestieren: Die Beamten sollen endlich nach ihrem seit drei Monaten vermissten erwachsenen Sohn suchen.

Drei Fälle, die nichts miteinander zu tun haben. Oder doch? Unbekannter Schädelknochen, verschwundener Mann – der Zuschauer kombiniert munter drauflos. Doch um welchen „Däder“ (der umfangreiche Trupp an Spusi-Leuten und Rechtsmedizinern fränkelt offensiv) geht es überhaupt? „Das Recht, sich zu sorgen“ kreist um drei Fälle, die ein Thema verbindet: die Suche nach Geborgenheit, Familie, Nähe. Die beiden Ermittler treten dabei fast ehrfürchtig in den Hintergrund, lassen dem Drehbuch von Beate Langmaack („Blaubeerblau“) Raum für Zwischentöne und feine Dialoge. Ringelhahn hat drei Disziplinarverfahren in der Akte und eine Schießblockade im Kopf, das weiß man aus dem ersten Franken-Film. Doch dieser „Tatort“-Ableger ist kein Sprinter, sondern ein Marathonläufer. Man wolle sich den Figuren „behutsam annähern und nicht effekthascherisch“, sagt Fabian Hinrichs. Man komme den Kommissaren nahe, indem man sie bei ihrer Arbeit beobachte. Und die ist bedächtig, sorgsam, mit Sinn für Schicksale.

Die Keller der Anatomie an der Uni Würzburg sind dafür genau der richtige Schauplatz: Regisseur Andreas Senn nutzt die Gelegenheit für eine kleine Lehrstunde über den menschlichen Körper, lässt Professorin Mittlich die Funktion einer Herzklappe mit einer Gurkenscheibe erklären, zeigt die Wichtigkeit von Körperspenden für die Lehre. „Nicht nur das Schönste ist im Körper des Menschen. Auch das Furchtbarste“, sagt Lando Amtmann (Jan Krauter), der die Leichen präpariert, bevor sie von Studenten erforscht werden. So wie der Franken- “Tatort“ hoffentlich weiter menschliche Abgründe erforscht.

Von Andreas Tratner

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