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Die Sprachperlen des Dschungels

Tag 7 im Dschungelcamp Die Sprachperlen des Dschungels

Eine Woche ist rum, und man muss wirklich sagen: Selten war der Dschungel so brillant blöd wie in dieser Staffel von "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!". Beispiele gefällig?

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Erst wurde schwarze Melasse über ihn gekippt, dann landete eine Ladung Federn auf ihm, schließlich folgten Mehlwürmer, Kakerlaken und Grillen: David Ortega nach der Dschungelprüfung.

Quelle: RTL / Stefan Menne

Schuld am brillant blöden Dschungelcamp in diesem Jahr sind vor allem die sprachlichen Ergüsse der Testosteron-Maschinen Kasalla-Legat und Cojones-David. Wir könnten zig Beispiel aufzählen - zwei müssen reichen:

  • Legat sagte zu Helena in der gemeinsamen Dschungelprüfung: "Ich trinke drei Viertel, ich denke, Du kannst ein Drittel weghauen."
  • Und David meinte: "Die Dinosaurier müssen ja irgendwie Scheiße gebaut haben, sonst wären sie nicht vernichtet worden."

In der  Sendung am Donnerstag antwortete David auf Helenas Frage, wofür Milch wohl sei: "Für die Cornflakes". Das Rahmengespräch zwischen ihm, Helena und Menderes drehte sich um die Sinnhaftigkeit vegetarischer Lebensführung. David glänzte mit der Erkenntnis: "Ich find das Yin- und Yang-System geil. Eine der größten Respektspersonen für mich ist der Dalai Lama. Den habe ich sogar auf Facebook geaddet."

Die Prüfung – it’s all about the music

Ansonsten ging es am Donnerstag sehr musisch zu: Rolf pfiff den anderen Ständchen, nachdem er mehr als subtil um Aufmerksamkeit bat: "Die müssen ihre Schnauze halten. – Halt die Fresse jetzt da!" David würdigte den Einsatz völlig unironisch (könnte er überhaupt anders?): "Er kann pfeifen, singen – wow!"

Menderes sang seinen DSDS-Evergreen "You are not alone" und erhielt wohlwollenden Applaus, was er mit etlichen textunsicheren Zugaben quittierte. Und Höllenas Prüfung war schließlich der reine Talentbeweis. Oder auch nicht: Sie musste vor den anderen Bewohner auf dem Klavier Melodien spielen, während beißende Ameisen über ihre Hände liefen, sie musste Songs singen, während ihr Kopf in einer Glashaube voller Fliegen steckte und zum Schluss hätte sie einige Tanzeinlagen hingelegt, während über ihr ein Eimer mit Melasse, danach Feder, Würmer und Maden ausgeschüttet worden wäre.

Wieder musste Helena Fürst zur Dschungelprüfung antreten – und dieses Mal kniff sie nicht. Nur am Ende zog sie einen Joker. Die besten Bilder vom siebten Tag im Dschungelcamp.

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Hätte – denn sie hatte einen Joker und setzte ihn an dieser Stelle ein: David absolvierte diesen letzten Teil der Prüfung. Gemeinsam holten sie acht Sterne. Und da fand sogar ein Legat anerkennende Worte für seine bisherige Erzfeindin Rasta-Fürsti: "Da hast Du mich wirklich überzeugt. Ein verlorenes Match hat noch lange nichts zu tun, als wenn du einen Krieg verlierst (häh?), aber sie hat den Krieg gewonnen für uns" – und besiegelte seine Worte mit einem Wangenkuss für Helenchen.

Erste willkürliche, völlig subjektiv gesetzte Prognosen

Ansonsten lassen sich in sieben Tagen die üblichen Strukturen erkennen. Zwar war es von RTL geschickt eingefädelt, zu Beginn zwei Camps zu gründen, da sich bei der erfolgten Zusammenführung erstens die Anführer in die Quere kommen und zweitens die gebildeten Gruppenstrukturen verhärten könnten – beides ist jedoch nicht so richtig geglückt. Ausnahme war Tag 4, an dem sich die Gruppe des Base Camps weigerte, das gewonnene Essen mit der anderen Gruppe teilen.

Wie dem auch sei: Nach sieben Dschungeltagen ist es an der Zeit, die ersten Grüppchen zu bilden, Hierarchien aufzustellen und über Favoriten und Verlierer zu spekulieren:

Die Alphamännchen

Eine Gruppe braucht einen Anführer, und da ist Terminator-Thorsten ganz vorne mit dabei: "Ich bin derjenige, der pushen, der motivieren kann", sagte er neulich zu Menderes. Aber nicht nur bei ihm versucht er, sein Talent anzubringen. Der Beef mit Helena liegt eigentlich nur darin begründet, ihrer "Ist-mir-alles-scheißegal"-Haltung etwas Teamspirit zu vermitteln.

Dass das gestern tatsächlich bei der Prüfung gelungen ist, bewies seine softe Kuss-Gratulation. Ohnehin wird seine harte Seite zunehmend durch sehr weiche Züge irritiert: Ging es Mittwoch um die Orgasmus-Frage, gab es heute bei Brigittes Ausführungen zum First-Date-Sex mit ihrem Ehemann dieselbe Reaktion: Ein verschmitztes, fast schüchternes (schüchtern! Legat!) Lächeln. Und bei Sophia bekennt er aufrichtig: "Am Anfang dachte ich: Du mit Deinen Lufttröten da – aber dann hab ich dich kennengelernt und dachte: Die hat ein liebes Herz bestimmt."

Auf die inneren Werte kommt es ihm halt an. Kann er zum einen also die harte Nummer mit den Kasalla-Sprüchen abziehen, überrascht, schockiert er geradezu mit seiner gefühlvoll-verschmitzten Art und schafft es mit dieser einmaligen Kombi unter die Top 3 – einen Legat gab es in der Dschungelhistorie bislang noch nicht.

David hingegen hat seinen Testosteron-Stau zwar angekündigt ("Meine Cojones sind aktiviert"), aber so richtiges Führungspotential ist bei ihm nicht zum Vorschein gekommen. Vielmehr glänzt er mit seinen intellektuellen Höchstleistungen und wird es auch damit im Dschungel weit bringen.

Und schließlich  gibt es Ricky, der im Base Camp zum Team-Chef gewählt wurde. Doch mit seiner scheinbaren täglichen Duracell-Koks-Ration geht er womöglich allen Zuschauern so schnell auf die Nerven, dass er als einer der Ersten gehen könnte. Und wirklich beliebt hat er sich mit seinem "Das Essen gehört unserem Team"-Aktion und den Schnell-noch-mal-The-Entertainer-spielen, damit jeder weiß, dass er die musikalischen Fähigkeiten einer 7-Jährigen besitzt, nicht gemacht.

Die blonden Lästerschwestern

Sopia-die-Insel-mit-zwei-Bergen-Wollersheim, Jenny-Ich-bin-so-trocken-dass-mein-Mann-sich-gerne-eins-hinter-die-Binde-knallen-darf-Elvers, und Brigitte-Was-los-darein-Nielsen: Das blonde Ratpack des Dschungels, die Lästernattern im Flackerlicht des Lagerfeuers. Jedes Camp hatte sie, gebannt liest der Zuschauer die Untertitel des Flüstertons mit, nur durch solche Konstellationen gewinnt der Dschungel.

Hatte Sophia am Anfang noch über Jennys Mann und seine Trinkgewohnheiten hergezogen, hat sie sich schon an Tag zwei mit ihrer Sister-from-another-Mister verbündet. Und Camp-Mutti Brigitte hat schon immer gern getratscht.

Wer ist verzichtbar? Als erstes Brigitte: Mit Langeweile sind die Zuschauer unbarmherzig, "Gidde" haben wir alle schon mal gesehen. Jenny wird ihr bald folgen, wenngleich sie überraschenderweise in den kurzen OnScreen-Momenten Sympathiepunkte gewonnen hat: Keine großen Lebensbeichten (die kleine Alkoholentzugsschilderung sei ihr verziehen), kein Zusammenprallen mit anderen Dschungelbewohnern, eine solide Prüfungsleistung ohne Zetern und Heulen. Doch leider wird das alles ihr Aus sein: wenig aufmerksamkeitstragend. Sophia-Ich-läster-nicht-das-ist-nur-faktisch-richtig hat zumindest zwei schlagende Argumente, um in die Top 3 zu kommen.

Höllena, Die Auserwählte

Eine Geschichte für sich. Gestern sagte sie doch tatsächlich, sie sehe sich im Fernsehen im Bereich Unterhaltung. Der Rest der Welt wünscht sich, dass sie nie mehr in irgendeinem Unterhaltungsformat auftaucht. Sie wurde inzwischen zur achten Prüfung gewählt und folgt damit  den drei Grazien Sarah Knappik, die 2011 sechs, Georgina Fleur, die 2013 sieben und Larissa Marolt, die 2014 ganze zehn – und damit die meisten Dschungelprüfungen ever, ever, ever absolvierten.

Was haben diese vier gemeinsam? Nicht viel. Aber all die On-Air-Time hat ihnen kein Krönchen beschert. Und so wird es auch der Fürstin der Finsternis ergehen. Die bei ihrer Leistungsbereitschaft gestern  sagte: "Ich kann hier nicht alles machen". Nein. Das kann sie wirklich nicht.

Jürgen, der Kümmerer

Keine eigene Kategorie für Jürgen. Und das sagt auch schon alles. Er ist da, er kümmert sich um Opi Rolf und ehemals um Greis Gunter, schaltet einen Aufruf für Menderes, damit der auch mal eine Freundin abkriegt, und versucht, Legat im Kampf gegen Helena zu beruhigen. Er prügelt sich nicht darum, in einer Dschungelprüfung hervorzustechen – und auch sonst wirkt er ziemlich fahl. Wer wird für ihn schon anrufen, um das noch länger nicht-mitanzusehen?

Die Urwaldopis

Nachdem Gunter das Camp freiwillig verlassen hat, hält der 74-jährige Rolf die Stellung. Liegend. Schnarchend. Bisher von allen Prüfungen freigestellt. Nervt mit seinem Pfeifen. Kommt sonst nicht vor. Und seine Fangruppe, die es womöglich irgendwo da draußen geben könnte, gehört definitiv nicht zum Dschungelcamp-Publikum.

Das Model (und der Freak)

Ach, Nathalie. Das Schneewittchen des Dschungels. So schön, so ruhig, so aalglatt. Sie sagt nichts, flechtet ihre Haare, flirtet ein bisschen mit David. Obacht: Das könnte ihre Chance sein.

Den einen oder anderen Dschungelflirt hat es in den letzten zehn Jahren gegeben, 2011 zwischen Sängerin Indira Weis und Jay Khan, 2012 zwischen Schauspieler Rocco Stark und Sängerin Kim Debkowski, bei denen trotz Trennung das erste und bislang einzige Dschungelbaby resultierte. Aber auch mit heißen Badeszenen und kokettem Angegrabe: Es wird Nathalie nicht unter die Top3 bringen.

Das unbeschriebene Dschungelblatt Menderes

Menderes, der zehn Staffeln DSDS einfach nur nervte, ist der tatsächliche Gewinner und geheimer Favorit: Er zog mehrfach das aufrichtige Mitleid der Camp-Bewohner und vor allem der Zuschauer auf sich: durch seine Krankheit, durch Nathalies darauffolgendem Diss, er habe ja keinen Tumor (ohne Krebs keine Competition oder was?) und durch seine mangelnde Erfahrung in Liebesangelegenheiten.

Er will nicht, "dass Tieren wehgetan wird". Er ist schon immer "auch ein bisschen nervös" vor seinen ersten schiefen Tönen. Er hat die Naivität eines Joey Heindle und die Aufrichtigkeit des Promi-Big-Brother Gewinners Aaron Troschke. Menderes kann es noch ganz weit bringen. Nur vielleicht nicht bei DSDS.

Der Legat des Tages

"Nach Bundesliga ist der Dschungel das härteste Event überhaupt." (Zu Sophia am Lagerfeuer, nachdem sie sich über Nathalie, Höllena und Ricky unterhalten haben).

Von Katharina Derlin

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