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21:01 20.01.2019
Das waren noch Zeiten: Hugo Egon Balder (r.) mit Harald Schmidt (M.) und Hella von Sinnen in ihrer Nonsens-Shows „Alles nichts oder!?“ beim Versuch, die Trash-Schmerzgrenze des Publikums auszuloten. Quelle: dpa
Köln

Man weiß viel über RTL, aber noch längst nicht alles. Hier kommen 35 Fakten zum 35. Geburtstag:

1. Die Diplomarbeit von RTL-Chefredakteur Peter Kloeppel trägt den Titel „Vergleich von Verhaltensaktivitäten und Aufzuchtentwicklung von Ferkeln in einstreulosen und eingestreuten Haltungssystemen“.

2. Das RTL-Logo wurde seit dem Sendestart 1984 bisher siebenmal modifiziert, zuletzt im September 2017. Damals wurden die dunklen Schatten hinter den Buchstaben leicht abgeschwächt, um das Emblem freundlicher wirken zu lassen.

3. Um live über die Anschläge auf das World Trade Center in New York zu berichten, unterbrach RTL am 11. September 2001 eine Ausgabe von Sonja Zietlows Spielshow „Der Schwächste fliegt“.

4. Im Jahr 2003 landete ein RTL-Format bei der Wahl zum Wort des Jahres immerhin auf Platz 11: „Deutschland sucht den SuperstarDSDS“. Ganz vorne stand „Das alte Europa“, gefolgt von „Agenda 2010“.

5. Die frühere RTL-Chefin Anke Schäferkordt sang einst auf der inzwischen eingestellten Telemesse vor 300 TV-Vermarktern den Frank-Sinatra-Hit „Something stupid“.

6. „Tutti Frutti“ -Regisseur Wolfgang Weber heiratete die „Blaubeere“.

7. Seit 2011 sinkt der Marktanteil des früheren Marktführers kontinuierlich. RTL leidet wie alle großen linearen Sender unter der wachsenden Konkurrenz durch Streamingdienste, Youtube und Pay-TV-Anbieter.

8. Hugo Egon Balder heißt mit bürgerlichem Namen Egon Hugo Balder.

9. Die Kandidaten von „Tutti Frutti“ waren Leser der „Neuen Revue“. Auf ihren Bademänteln in der Sendung prangte das Logo der Zeitschrift, das aus Rechtsgründen weggepixelt werden musste. RTL-Zuschauer fragten beim Sender an, wo man „die Bademäntel mit dem tollen Funkeln“ bekomme.

10. „Tutti Frutti“ wurde in einem Mailänder Industriegebiet in den Kulissen der italienischen Originalsh ow „Colpo Grosso“ gedreht – und zwar am Fließband. So kostete eine einzige Ausgabe nur etwa so viel wie drei Minuten „Tatort“.

11. Bei einem Telefongewinnspiel bei „DSDS“ gewann 2008 Dieter Bohlens Mutter Edith 10.000 Euro – und spendete sie an ein bedürftiges Kind. Ihr Sohn machte mit 17 Jahren sein Abitur (Notenschnitt: 1,3.)

12. Der zwischenzeitliche RTL-Star Kaya Yanar übernahm nach dem Aus der „Harald Schmidt Show“ bei SAT.1 dessen Eckbüro im Studio 449 in Köln-Mühlheim. Schmidts Türschild „Cheffe“ wurde ersetzt durch ein neues mit dem Aufdruck: „Der Türke“.

13. Den 25. und den 30. Geburtstag feierte RTL jeweils mit pompösen Shows. Beim 35. hält man sich seltsam bedeckt. Möglich, dass der einstige Marktführer angesichts der Marktlage nicht in Feierlaune ist.

14. Um ein Haar wäre Günther Jauch 1995 für sechs Millionen Mark pro Jahr neuer Anchorman bei SAT.1 geworden. RTL-Chef Helmut Thoma überredete ihn beim Fischessen zur Verlängerung seines RTL-Vertrags.

15. Tine Wittler („Einsatz in vier Wänden“) ließ eine Parodie auf dem Sender Comedy Central gerichtlich verbieten. Sie trug den Titel: „Tine Hitler – Einmarsch in vier Wänden“.

16. Die erste Ausgabe von „Stern tv“ moderierte Günther Jauch am 4. April 1990 – dem 18. Geburtstag von Bastian Pastewka.

17. Die Karte des fiktiven Krisenlandes Lampukistan, über das der falsche Peter Kloeppel und die falsche Reporterin Antonia Rados mehrere Jahre in der Pro7-Satiresendung „Switch reloaded“ berichtet haben, hat die Umrisse von Sachsen-Anhalt.

18. Um die Wohnorte der einsamen Landwirte in „Bauer sucht Frau“ geheim zu halten, verpixelt RTL nicht nur Autokennzeichen und Ortsschilder, sondern auch die Ohrmarken der Rindviecher.

19. 1992 wurde Heidi Klum durch ein Casting in der RTL-Show „Gottschalk Late Night“ entdeckt. In der Jury saß damals auch Thomas Gottschalks Frau Thea. Sie stimmte wie ihr Mann gegen Heidi Klum.

20. Die RTL-Dschungelshow „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ wird im 8300-Einwohner-Städtchen Murwillumbah im australischen Bundesstaat New South Wales produziert. Das TV-Team residiert im Hotel „Palazzo Versace“ an der Gold Coast. Die 30.000 Kakerlaken pro Dschungelprüfung stammen aus spezialisierten Zuchtlabors und werden nach der Show mit Kohlendioxid „sanft“ getötet und entsorgt.

21. Dschungelshow-Moderatorin Sonja Zietlow ist mit Show-Autor Jens Oliver Haas verheiratet, der deutschen Stimme von Rettungssanitäter und Wildbiologe „Dr. Bob“ alias Robert McCarron. Zweitautor Micky Beisenherz ist bloß der Neffe des Bürgermeisters von Castrop-Rauxel.

22. Der Pyrotechniker Wolfgang Jäger hat den womöglich lauesten Job der TV-Branche: Er zündet das Feuerwerk, wenn ein Kandidat bei „Wer wird Millionär?“ die Million gewinnt. In 14 Jahren war das achtmal der Fall.

23. Jahrelang präsentierte Ines Völker in Harry Wijnvoords Show „Der Preis ist heiß“ die Sachpreise, ohne in 1837 Folgen je ein einziges Wort zu sagen. Heute ist sie mit Vielsprecher Wigald Boning verheiratet.

24. Der langjährige RTL-Schuldnerberater Peter Zwegat „aus Berlin“ („Raus aus den Schulden“) leistet sich kaum Luxus. Vom ersten RTL-Honorar kaufte er sich eine rote und eine blaue Armbanduhr (je 135 Euro), die er je nach Hemdfarbe auswählt. Als Student freilich investierte er einst 630 Mark in die Fototapeten „Buchenwald im Frühling“ und „Tropischer Strand“, mit denen er seine erste eigene Wohnung in Berlin-Charlottenburg verschönerte.

25. Die erste jemals gestellte Frage bei „Wer wird Millionär?“ lautete im Jahr 1999: „Besser den Spatz in der Hand als die Taube auf dem... A) Sofa, B) Klo, C) Grill, D) Dach“ (Richtige Antwort; Na? D).

26. Der Produzent der RTL-Actionserie „Alarm für Cobra 11 – Die Autobahnpolizei“ absolvierte in den achtziger Jahren die meisten Stunts für die ARD-Verkehrssendung „Der 7. Sinn“.

27. Komikerin Cindy aus Marzahn alias Ilka Bessin hat im VEB Wälzlagerwerk Luckenwalde eine Ausbildung zur Köchin sowie zur Hotelfachfrau absolviert. Inzwischen hat sie ihre Kunstfigur begraben und tritt wieder als Ilka Bessin auf.

28. Seinen ersten Auftritt absolvierte Mario Barth im Jahr 2000 in einem Theater in Remscheid vor sechs Zuschauern. Seine Schauspielausbildung brach er ab, als er einen Stuhl spielen sollte.

29. Hella von Sinnen und Dirk Bach lebten einst in einer Wohngemeinschaft – ebenso wie Jürgen Vogel und Richy Müller, Christian Tramitz und Tobias Moretti und Otto Waalkes, Udo Lindenberg und Marius Müller-Westernhagen in Hamburg.

30. „Supertalent“-Juror Bruce Darnell war sechs Jahre lang Fallschirmjäger bei der 82. Luftlandedivision der US Army in Fort Bragg im US-Staat North Carolina.

31. Der Gastauftritt des damaligen Ministerpräsidenten von Niedersachsen, Gerhard Schröder, in der 1500. Folge von „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ brachte der Serie 1998 die bisher höchste Quote ein: 6,73 Millionen Zuschauer. Schröders vollständiger Sprechtext lautete: „Glückwunsch zur Hochzeit! Ich weiß, wie schwer das ist.“ Inzwischen ist Schröder zum fünften Mal verheiratet.

32. „Wir machen Dallas in Entenhausen – das niedrigste Niveau auf bestmögliche Weise“, sagte ein selbstkritischer „GZSZ“-Regisseur 1992. Abgekupfert war die Show von „The Restless Year“ (Australien).

33. Der lockige, frühere RTLplus-Sportmoderator Ulli Potofski schrieb die Fußball-Jugendromane „Locke bleibt am Ball“, „Locke stürmt los“, „Locke greift an“, und „Locke und die Zickengang“.

34. Fast alle Ensemblemitglieder von „RTL Samstag Nacht“ (dem RTL-Nachbau des legendären NBC-Formats „Saturday Night Live“) machten Karriere – allerdings keiner bei RTL. Wigald Boning reüssierte bei SAT.1 und im ZDF, Olli Dittrich in der ARD und im Kino, Esther Schweins im Kulturfernsehen und am Theater, Stefan Jürgens als Autor und ZDF-Ermittler in „SOKO Wien“ und Mirko Nontschew in den späteren Kinofilmen von Otto Waalkes. Nur Tanja Schumann hatte es schwer – sie zieht im Januar in das RTL-Dschungelcamp.

35. Das „Dschungelcamp“ im australischen Örtchen Murwillumbah hat die offizielle Postadresse 362 Dungay Creek Road.

(Quellen: Michael Scholten: „Eigentlich gucke ich gar kein Fernsehen“, Schüren Verlag; Michael Reufsteck und Stefan Niggemeier: „Zapp!“, VGS; Sebastian Leber und Yvonn Barth: „Ernie gegen Bert und 99 andere Duelle“, Goldmann, u.a.)

Von Imre Grimm

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