Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
Rach wird zu Wallraff

Fernsehkoch undercover Rach wird zu Wallraff

"Das perfekte Dinner", "Die Küchenschlacht", "Lafer! Lichter! Lecker!" - die Kochshows stecken im Quotentief. Mit dem neuen Format "Rach undercover" versucht RTL, die Küchenkritiker der sozialen Netzwerke an den TV-Herd zu bekommen.

Voriger Artikel
„Raffst du denn gar nicht, wie blöd du bist?“
Nächster Artikel
"Sachsenklinik": Angst um Dr. Heilmann

Fernsehkoch Christian Rach ist undercover im Einsatz: Als Karl-Heinz Meyer (li.) testet er ein Restaurant.

Quelle: Rtl/dpa

Hannover. Fernsehkoch Christian Rach trägt jetzt Brille und einen Kinnbart. Außerdem sind seine Haare voller und weniger grau. Fünf Stunden, heißt es, waren in der Maske nötig, um ihn unkenntlich zu machen. Rach heißt jetzt Karl-Heinz Meyer und wirkt in seinem Tarn-Look ein wenig albern. Für seine neue Sendung „Rach undercover“, die am Montag um 21.15 Uhr startet, macht der Sternekoch einen auf Günter Wallraff.

Als Gast Meyer testet der 58-Jährige Restaurants, die in Internet-Bewertungsportalen schlechte Kritiken bekommen haben. Eine Vorabversion gab's für Journalisten nicht, auch da hält sich RTL bedeckt. RTL? Richtig. Christian Rach ist nach seinem gefloppten Abstecher zum Zweiten wieder zu seinem früheren Heimatsender zurückgekehrt, bei dem er einst als „Rach – der Restauranttester“ bekannt wurde.

Denn beim ZDF lockten weder die Sendung „Rach tischt auf“ noch „Rach und die Restaurantgründer“ genug Zuschauer hinterm Ofen vor. Von seinem „Restauranttester“-Nachfolger kann man das nicht behaupten. TV-Marathon-Koch Steffen Henssler („Die Küchenschlacht“, „Topfgeldjäger“, „Grill den Henssler“, „Die Steffen Henssler Challenge“, „Steffen Henssler hinter Gittern“) gilt als Mario Barth unter den Fernsehköchen. Doch als „Restauranttester“, der schlecht laufende Küchen vor der Pleite retten soll, ist auch er am Ende seines Küchenlateins: Vor der Sommerpause musste das Format erstmals einen einstelligen Marktanteil hinnehmen – und schaffte es nur knapp vor die RTLII-Trash-Soap „Sarah und Pietro... bekommen ein Baby“. Das ist schwere Kost. Von den klassischen Kochshows sind die Fans indes schon seit Jahren übersättigt. Weder Küchenbulle Tim Mälzer noch das Brutzelduett Johann Lafer und Horst Lichter vermögen es, den stillen Genießern vor den Fernsehapparaten genug Appetit zu machen. „Tim Mälzer kocht“ wurde im vergangenen Jahr eingestellt. „Lafer!Lichter!Lecker!“ läuft abwechselnd im Nachmittagsprogramm des ZDF und frühmorgens auf dessen Nischensender ZDFneo. Selbst Dauerbrenner „Das perfekte Dinner“ hat – bis auf einige Ausreißer – alles andere als perfekte Quoten.

Mit „Game of Chefs“ wollte zuletzt Vox den Kochsendungen neue Würze geben. Es blieb aber beim aufgewärmten Einheitsbrei: Mit Wettbewerbern, einer Jury, einem Vorentscheid, emotionalen Geschichten und hochgekochten Küchen-Klischees wirkte das Koch-Casting wie ein Abklatsch der Sat.1-Show „The Taste“. Schon nach der Hälfte der Folgen verbannte der Sender sie aus der Primetime. Doch es müssen neue Formate her. Denn auch wenn es den Zuschauern nicht mehr so richtig schmeckt: Die Werbekunden sind wichtig. So wird etwa Sternekoch Johann Lafer nicht nur demnächst fürs ZDF nach „Deutschlands bestem Bäcker“ suchen, sondern für Kabel 1 ab Mitte Oktober eine Existenzgründer-Show moderieren: Bei „Auf die Plätze! Fertig! Weg!“ treten Kandidaten gegeneinander an, die an Urlaubsorten ein Restaurant eröffnen wollen.

Mit „Rach undercover“ versucht RTL, die Küchenkritiker der sozialen Netzwerke an den TV-Herd zu bekommen. Er habe sich Restaurants ausgesucht, die auf den Portalen sowohl sehr gute und unglaublich schlechte Bewertungen bekommen haben, sagt Rach. Es geht auch um Schelte über zu kurze Röcke der Bedienungen und Mundgeruch des Wirtes. Ein Nährwert – kaum vorstellbar. Nur muss man sich dann auch nicht wundern, wenn die Zuschauer am Ende die Suppe versalzen.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Fernsehen
HAZ-Volontäre gewinnen Medienpreis der Architektenkammer

Mit ihrer multimedialen Berichterstattung über die Wasserstadt Limmer haben die Volontäre der HAZ beim Medienpreis der Bundesarchitektenkammer den ersten Platz belegt.

Datenschutz im Netz: Diese Begriffe sollten Sie kennen