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Nichts mehr zu verlieren

Saisonstart beim „Tatort“ Nichts mehr zu verlieren

Der Prolog am Grazer Flughafen führt nicht nur ins Thema ein, er nimmt auch vorweg, dass sich dieser Film einer ganz anderen Erzählweise bedient als der gewohnte Krimi: Der erste „Tatort“ nach der Sommerpause ist fast schon eine Seniorenkomödie.

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Am Wendepunkt: Kommissar Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) überzeugt Kollegin Bibi Fellner (Adele Neuhauser), sich ihrer Vergangenheit zu stellen.

Quelle: ARD

Bibi Fellner (Adele Neuhauser) will in den Urlaub fliegen und kommt mit einem älteren Herrn (Johannes Silberschneider) ins Gespräch, der von fernen Ländern träumt, sich das Reisen aber nicht leisten kann. Als die Majorin telefonisch erfährt, dass ihr Vater im Sterben liegt, schenkt sie dem Mann kurzerhand ihr Ticket. Auf der Fahrt zu dem Seniorenheim, in dem ihr Vater lebt, berichtet sie dem Kollegen Eisner (Harald Krassnitzer) von ihrer unglücklichen Kindheit.

Allein in diesen ersten zehn Minuten erzählt Uli Brée mehr Geschichten als andere Autoren in neunzig. Den nachdenklichen Themen zum Trotz ist der Tonfall dank der spritzigen Dialoge zwischen den Ermittlern tendenziell eher heiter. Ausgerechnet der ORF, der in den letzten Jahren mit seinen beiden Sonderermittlern im Einsatz gegen verschiedene Mafiabanden für einige ausgesprochen leichenreiche Krimis gesorgt hat, erzählt mit „Paradies“ eine völlig andere Geschichte. Dank diverser satirischer Elemente bewegen sich Drehbuchautor Uli Brée und Regisseur Harald Sicheritz mit diesem Sonntagskrimi zeitweise sogar nah an einer Seniorenkomödie.

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Von ihrem Vater hat Fellner seit Jahren nichts mehr gehört, als sie erfährt, dass er im Sterben liegt. Am liebsten möchte sie nichts davon wissen. „Willst du mit jemandem Kontakt haben, der dich nie haben wollte?“, fragt sie. Doch dann lässt sie sich von ihrem Partner Eisner doch überreden, in den kleinen Ort in der Steiermark zu fahren, in dem ihr Vater in einem heruntergekommenen Altenheim liegt - in unmittelbarer Nähe der eigenen Kneipe, die ihn zum Alkohol und später in den Ruin getrieben hat.

In einem Schließfach findet Fellner überdies ein überraschendes Erbe: Der verhasste Vater hat ihr über 30 000 Euro hinterlassen. Der rätselhafte Wohlstand weckt die berufliche Neugier des Duos, zumal sich rausstellt, dass der kürzlich verstorbene Zimmergenosse des Vaters ähnlich vermögend war. Das Geld ist offenbar das Ergebnis regelmäßiger Busfahrten nach Ungarn.

Mit Unterstützung eines pensionierten und wunderbar schrulligen Kollegen (Branko Samarovski), der kurzerhand als verdeckter Ermittler ins Seniorenheim geschleust wird, nehmen die Wiener Kommissare auf eigene Faust die Ermittlungen auf. In dem Heim gibt der charismatische, verarmte und skrupellose Ex-Millionär Paul Ransmayr (Peter Weck) den Ton an. Für Weck ist es die erste Fernsehrolle nach dem Tod seiner Frau 2012. Laut einem Bericht der „Bild“-Zeitung überredete Krassnitzer selbst ihn, den Part zu übernehmen. Eindrucksvoll zeigt der Schauspieler, dass er sich nicht nur durch Komödien witzeln, sondern auch düstere Figuren überzeugend darstellen kann.

Nach und nach kommen Eisner und Fellner der Rentnergang auf die Spur, die ein ebenso florierendes wie illegales Geschäft betreibt. Alte Leute, stellt Eisner fest, sind gefährlich - weil sie nichts mehr zu verlieren haben. Obwohl die Handlung schließlich doch noch zum Krimi mutiert, bleiben Brée und Sicheritz dem Tonfall des Prologs treu: Der Hintergrund ist durchaus ernster Natur, aber die Verpackung ist gerade dank der komödiantischen Einlagen höchst unterhaltsam. Dafür sorgen neben der wunderbar jazzigen Musik von Lothar Scherpe und dem mitunter makabren Humor vor allem die Dialoge.

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