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Schäuble wird letzter Gast bei Jauch

Ende des ARD-Polittalks Schäuble wird letzter Gast bei Jauch

Das war's dann: Am Sonntag wird Günther Jauch zum letzten Mal zum ARD-Polittalk ins Gasometer nach Berlin bitten. Für die letzte Sendung sitzt Jauch mit nur einem Gast im Studio.

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Günther Jauch beendet seine Karriere fürs Erste. Die Letzte Sendung seines Polittalks läuft am Sonntagabend (29.11.2015).

Quelle: Karlheinz Schindler

Berlin/Hamburg. Zum Finale ein einziger Gast: In der 157. und letzten Ausgabe seiner Polittalkshow im Ersten empfängt Günther Jauch (59) an diesem Sonntag (21.45 Uhr) im Ersten Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (73), wie der zuständige Norddeutsche Rundfunk (NDR) und die Redaktion am Donnerstag mitteilten. Das Thema lautet: "Am Ende eines Krisenjahres" – Terror, Flüchtlingsfrage, Ukraine-Konflikt und Euro-Krise sollen in dem Gespräch eine Rolle spielen.

Das Aus kam nicht ganz überraschend. Die Quoten waren zwar gut – Jauch erreichte meistens fünf Millionen Zuschauer – doch zunehmend sah er sich in der Öffentlichkeit der Kritik und teilweise auch der Häme ausgesetzt. Auch der gemeinsame Weg, den der Moderator und die ARD gegangen sind, war holprig. Vor knapp neun Jahren platzte Jauchs sicher geglaubter Einstieg als Polittalker, weil er sich ARD-intern einer starken Kritikerfront gegenübersah. Vor gut vier Jahren schienen die Wogen geglättet. Seit September 2011 talkte dann Jauch immer nach dem "Tatort".

Trotz guter Quoten viel Kritik

Die Kritiker-Bilanz fällt sehr durchwachsen aus. Manche Experten sagen: Das Kapitel bleibt ohne Nachhall. "So gut wie nie hat Jauch die politische Agenda geprägt oder von sich aus Themen auf die Tagesordnung gebracht, stattdessen wurde das, was ohnehin im Schwange war, noch einmal mit bekannten Gästen aus der ersten oder zweiten Reihe von Politik und Journalismus verhandelt", sagt der Medienwissenschaftler Bernd Gäbler, früher Chef des Grimme-Instituts und Kritiker des Talküberangebots im TV. Bei "heiklen" Gästen aus der Pegida-Szene oder von der AfD seien die Gespräche meist schief gelaufen.

Der Medienjournalist Hans Hoff schrieb in seiner Kolumne im Branchendienst "DWDL.de", dass "eine Menge mehr als nur Interesse" dazugehöre, wenn man solch eine Gesprächsrunde führen will. "Da muss der Moderator sehr präsent sein und mehrere Ebenen koordinieren und kontrollieren", so der Experte.

Zu den genauen Gründen seiner Abkehr von der ARD wollte sich der Talkmaster auf Anfrage nicht äußern. Bereits im Oktober teilte er lediglich mit: "Die Sendungen werden ordentlich – vor allem in den letzten Wochen mit zum Glück richtig tollen Quoten – zu Ende geführt und dann ist eben Schluss." Künftig rückt sonntagabends ab 17. Januar Anne Will an seine Stelle. 

dpa

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