Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / 0 ° Schneeregen

Navigation:
Seid doch mal ein bisschen gemütlich!

Loriots Tod im Fernsehen Seid doch mal ein bisschen gemütlich!

Nach dem Tod von Loriot hat die ARD ihr Programm geändert. Leider nur halbherzig. Zur besten Sendezeit lief Teil Zehn der Pferdeschmonzette „Das Glück dieser Erde“. Das hat der Mann nicht verdient.

Voriger Artikel
Hirschhausen sucht außergewöhnliche Menschen für TV-Show
Nächster Artikel
Wenn man sich Künstler und Musiker nach Hause einlädt

Humorist Loriot ist am Montag gestorben.

Quelle: dpa

Loriot ist gestorben. Deutschland hat seinen größten Humoristen verloren. Und die ARD einen ihrer alten Helden. Was also tut das Erste? Es ändert sein Programm. Das ist aller Ehren wert (und dank einer Anti-Bürokratie-Task-Force etwas kurzfristiger möglich, seit am 11. September 2001 in der ARD peinlicherweise noch Elefanten über die Savanne zogen, während in New York die Twin Towers brannten). Viele Menschen hatten am Dienstagabend ein bisschen Sehnsucht nach den alten Gags, nach „Bitte sagen Sie jetzt nichts!“ und „400 Arosa schlitzverstärkt mit kurzem Arm“.

Aber irgendwann auf halber Strecke muss die ARD der Mut verlassen haben. Loriots Film „Pappa ante Portas“ begann um 22.46 Uhr. Eine anschließende Loriot-Doku startete um 0.10 Uhr. Und was lief um 20.15 Uhr, zur besten Sendezeit? Teil Zehn der Pferdeschmonzette „Das Glück dieser Erde“, gefolgt von einer alten (!) Ausgabe der Krankenhaus-Soap „In aller Freundschaft“. Nur in einigen Dritten Programmen kamen Loriots Fan auf ihre Kosten.

Wie kann man einen „Brennpunkt“ zum Rücktritt von Jürgen Klinsmann als Bundestrainer machen aber keinen zum Tod von Loriot? Wie kann man einen „Brennpunkt“ zum WM-Aus für Michael Ballack machen aber keinen zum Abschied von einer Legende, die so lustig war wie sonst kein Deutscher und so deutsch wie sonst kein Lustiger?

Deutschlands berühmtester Humorist Loriot ist tot. Der Künstler, der mit bürgerlichem Namen Vicco von Bülow hieß, wurde 87 Jahre alt.

Zur Bildergalerie

Wie groß das Interesse der Zuschauer war, zeigt die Quote der nächtlichen Loriot-Doku: 1,21 Millionen Menschen hielten durch. Fast zwei Millionen sahen zuvor bis Mitternacht „Pappa ante Portas“. 2,91 Millionen verfolgten am Vorabend im ZDF Markus Lanz’ merkwürdigen Versuch, Loriots Tod zum Talkthema zu machen (was ist langweiliger, als über TV-Sketche zu reden?).

Die ARD teilte mit, es wäre „höchst kompliziert“ gewesen, eine laufende Serie zu verschieben. Programmdirektor Volker Herres habe sich „nach reiflicher Überlegung“ dagegen entschieden. 


Was hat dich am Dienstagabend bloß geritten, ARD? Sagen wir’s mit dem Meister selbst: Vielleicht stimmt da mit deinem Gefühl was nicht.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Nach Tod des großen Humoristen
Prominente betrauern Loriot und seine Kunst.

Prominente aus Kultur und Politik haben nach dem Tod von Loriot die Kunst des großen Humoristen gewürdigt. Sowohl Schauspieler wie Iris Berben als auch die Kanzlerin und Bundespräsident Wulff wussten Loriots Humor sehr zu schätzen.

mehr
Mehr aus Fernsehen
Augenblicke: Bilder aus Hannover und der Welt

Klicken Sie sich durch spektakuläre Fotos – ausgewählt von der HAZ-Redaktion.

Die Karikatur des Tages

So sehen unsere Karikaturisten die Welt.