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00:17 06.08.2015
Von Christiane Eickmann
Jody (Heather Thomas), Colt Seavers (Lee Majors) und Howie (re., Douglas Barr) funktionieren als eingespieltes Team. Den Erfolg von „Ein Colt für alle Fälle“ konnten die drei Schauspieler aber kaum für eine eigene Karriere nutzen. Quelle: dpa
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Allein die Titelmelodie. Ein billiger Country-Song mit Fingerschnippen. Die Aufnahme klingt so, als würde das Band am Ende leiern. Und dennoch ist das Lied vom "unbekannten Stuntman", das Lee Majors zu Beginn jeder Folge von "Ein Colt für alle Fälle" singt, tief im kollektiven Gedächtnis der 35- bis 45-Jährigen verankert, so wie der Serie selbst.

Fernsehproduzent Glen A. Larson, der bereits "Magnum" erdachte, entwickelte die Idee zu "Ein Colt für alle Fälle". Die Serie, die von 1981 bis 1986 lief, hatte nie den feinen Humor von "Magnum" oder den unverwechselbaren Stil von "Miami Vice". Die plumpen Schlägereien der Stuntman-Saga standen eher in der Tradition von Spaghetti-Western schlechterer Art.

Leicht bekleidet

Brillant waren in "Ein Colt für alle Fälle" allerdings die krachenden Auto-Actionszenen, bei denen unzählige Wagen zu Schrott gefahren wurden, aber niemals ein Mensch zu Tode kam. In den Zeitgeist passten die drei Hauptfiguren: der bereits damals leicht ergraute Colt Seavers (Lee Majors), sein naiver Cousin Howie Munson (Douglas Barr) und die Pin-up-Blondine Jody Foster (Heather Thomas).

Die Stars der Serie "Ein Colt für alle Fälle": Lee Majors und seine Frau Faith, Douglas Barr sowie Heather Thomas (v.l.). Quelle: dpa

Majors hatte bereits als kybernitisch verstärkter "Six Million Dollar Man" einen Serienerfolg gefeiert. In "Ein Colt für alle Fälle" verkörperte er einen perfekt in die konservative Reagan-Ära passenden freundlichen Macho, der als Stuntman und Kopfgeldjäger sein Geld verdient. Douglas Barr gab den leicht vertrottelten Schönling Munson, den Stichwortgeber und Gag-Einstreuer. Als Colts Assistentin Jody lief schließlich Heather Thomas häufig leicht bekleidet und um Hilfe schreiend durchs Bild. Allerdings: Thomas spielte immerhin eine Frau mit Stunt-Ambitionen.

Mehrere Ehen

Keiner der drei Darsteller hat nach dem Ende der Serie je wieder den Bekanntheitsgrad aus der Colt-Ära erreicht. Allein Majors ist weiterhin als Schauspieler tätig, wenn auch vor allem in Nebenrollen und als Synchronsprecher. Der vierfache Vater musste sich 2003 einer Bypassoperation unterziehen. Jüngere Bilder des mittlerweile 76-Jährigen lassen darauf schließen, dass Majors sich liften ließ. An seiner Seite ist stets seine vierte Ehefrau Faith (40), die irritierenderweise ein wenig wie eine erwachsene Jody aussieht.

Die Original-Jody Heather Thomas war schon während der Dreharbeiten zu "Ein Colt für alle Fälle" kokainsüchtig. Majors drängte seine Kollegin zur Entziehungskur. Doch selbst als Thomas wieder clean war, fand sie nicht zurück ins Fernsehgeschäft. 1998 beendet sie ihre Schauspielkarriere. Erfolglos reichte sie 40 von ihr selbst verfasste Drehbücher ein. Ihr Roman "Trophies" erschien 2008. Die 57-jährige Mutter einer Tochter engagiert sich mittlerweile gemeinsam mit ihrem Ehemann politisch für die Demokraten.

Gerüchte über ein Remake

Und Douglas Barr? Der 66-Jährige ist jetzt Winzer. Zuvor war er nach einigen kleineren Rollen ins Regie- und Drehbuchfach gewechselt. Dabei arbeitete er allerdings vor allem für US-Fernsehfilme und Serien, die in Deutschland eher unbekannt sind. Der Vater eines Sohnes betreibt nun vor allem den exklusiven Weinhandel "Hollywood and Vine Cellars", bei dem eine Flasche Cabernet Sauvignon auch schon mal 83 Dollar kosten kann.

Immer mal wieder gibt es übrigens Gerüchte über ein Remake von "Ein Colt für alle Fälle" als Kinofilm. George Clooney soll bereits als Colt und Jason Stra­tham als Howie im Gespräch gewesen sein. Ach nein, bitte nicht. Toller wäre da schon eine Wiederentdeckung Lee Majors durch Quentin Tarantino.

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