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So spannend ist der "Tatort" am Sonntag

Vorschau auf "Im gelobten Land" So spannend ist der "Tatort" am Sonntag

Der Sonntagabend ist für viele schon ein festes Fernsehritual. Um 20.15 Uhr beginnt der "Tatort", der doch irgendwo immer wieder den gleichen Mustern folgt. Diesen Sonntag nicht. "Im gelobten Land" bricht auf überraschende Weise mit den Erwartungen der Zuschauer.

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Sprechen hier gleich Waffen? Kommissar Lannert (Richy Müller, M.) wird bedroht (von Edita Malovcic, Sascha Alexander Geršak).

Quelle: ARD

Hannover. Fast jeden Sonntag kurz nach 20.15 Uhr beginnt der Fernsehabend in der ARD mit dem Fund der obligatorischen Leiche. Kurz danach erscheinen die Kommissare, meist fürchterlich gestresst, oft übermüdet und meist schlecht gelaunt. Die „Spusi“ beginnt, den Fundort nach Spuren zu untersuchen. Es folgen erste Befragungen und Vermutungen. Und die polizeilichen Ermittlungen nehmen schließlich ihren routinierten Lauf. Genauso beginnen neun von zehn „Tatorten“. Man hat sich als Zuschauer daran gewöhnt. Man liebt oder hasst es, schaut trotzdem zu und kommentiert alles vielleicht sogar hübsch lästernd auf Twitter.

Doch der neueste Fall aus Stuttgart, „Im gelobten Land“, durchbricht dieses bewährte Sonntagsritual und überrascht mit einer irritierenden, packenden Einstiegsszene: Da sieht man Kommissar Thorsten Lannert (Richy Müller) seltsam verkrampft in seinem unbeleuchteten Porsche hocken, mit dem er mitten in der Nacht ein anderes Fahrzeug verfolgt. Erst hält man ihn für betrunken, doch seine Hände sind mit Handschellen ans Lenkrad gefesselt. So erreicht er schließlich ein heruntergekommenes Hochhaus, in dem der vermeintliche Täter in Begleitung einer dunkelhäutigen Frau verschwunden ist. Nachdem sich Lannert hat befreien können, stellt er den Verfolgten in einem Raum dieser Flüchtlingsunterkunft. Es kommt zu einem Handgemenge, bei dem der Kommissar verletzt wird. Und danach stehen sich die beiden Männer gegenüber, jeder eine Waffe in der Hand, mit der sie einander bedrohen.

Nach dieser unglaublich intensiven Szene springt die Handlung acht Stunden zurück. Zusammen mit seinem Kollegen Sebastian Bootz (Felix Klare) und Männern der Drogenfahndung beobachtet Lannert auf einem Autobahnparkplatz einen abgestellten Lkw, in dem sie Drogen vermuten.

Sie hoffen, den Drogenhändler Milan Kostic (Sascha Alexander Geršak) auf frischer Tat zu ertappen. Doch als stundenlang nichts geschieht, öffnen sie schließlich den Lastwagen und finden die Leichen von 23 Flüchtlingen, die während ihrer Observation erstickt sind.

Beide Kommissare fühlen sich an dem Tod der Flüchtlinge mitschuldig, sind entsprechend mies gelaunt und Lannert gibt plötzlich den großen Bruder von Nick Tschiller. Wie sein Hamburger Haudrauf-Kollege verfolgt er im Alleingang den gesuchten Drogenhändler. Und es kommt schließlich zu der schon ausführlich erwähnten Einstiegsszene, dem Duell zweier Männer, die zu allem wild entschlossen sind. Eine Sequenz, die von beiden Darstellern famos gespielt wird.

Aber damit ist der Film, der bis zum Schluss von Regisseur und Grimme-Preisträger Züli Aladag nach einem Drehbuch von Christian Jeltsch spannend inszeniert ist, nicht zu Ende:

Inzwischen hat Bootz nach Lannert gesucht und seine Spur in dem Hochhaus auch gefunden. Das SEK wird gerufen, Raum für Raum dieses überfüllten Flüchtlingsheims durchsucht. Und man ahnt dabei als Zuschauer, was für eine Atmosphäre in einer solchen Unterkunft herrschen muss. Dann nimmt die Geschichte noch eine überraschend beängstigende Wendung, die hier natürlich nicht verraten wird. Kurzum: Diesen Stuttgart-„Tatort“ sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen. Und wer anderer Meinung ist, kann ja darüber bei Twitter böse lästern.

Am Sonntag zur gewohnten Sendezeit.

Von Ernst Corinth

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