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Sportschau bald nur noch im Internet?

Bundesliga Sportschau bald nur noch im Internet?

Droht der Sportschau erneut das Aus? Die Deutsche Fußball Liga hat ein Modell für die TV-Vermarktung entwickelt, bei dem der Klassiker verschwinden würde. Stattdessen wäre die Liga im Internet zu sehen.

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Gerhard Delling im TV-Studio: Sportschau bald nur noch im Internet?

Quelle: dpa (Archiv)

Hannover. Das Bundeskartellamt hat Grünes Licht gegeben: Die Fußball-Bundesliga darf mit dem Aus für die „Sportschau“ drohen und die ARD damit unter Druck setzen. Die Liga will mit einer Ausschreibung für eine Internet-„Sportschau“ mehr Geld für ihre Rechte vom „Ersten“ erhalten.

Eine Zusammenfassung des Ligageschehens im Internet statt im Fernsehen hält die Behörde für rechtlich unbedenklich. Sie signalisierte am Montag Zustimmung für die geplante Ausschreibung der Deutsche Fußball Liga (DFL), die den Konkurrenzkampf entfachen soll. Es gebe „keine grundsätzlichen kartellrechtlichen Bedenken“.

Die ARD reagierte gelassen. „Wir akzeptieren die Entscheidung des Kartellamtes und stellen uns dem Wettbewerb“, sagte Sportkoordinator Axel Balkausky der Nachrichtenagentur dpa am Montag. „Wir sind dennoch guter Dinge. Es gibt eine Menge guter Argumente, dass die Zukunft der Bundesliga mit der Sportschau verbunden bleibt.“

Die Behörde hatte signalisiert, dass die Bundesliga die Medienrechte weiterhin zentral vermarkten und zukünftig mit einem Internet-Szenario die ARD unter Druck setzen darf. Ein Aus der „Sportschau“ wäre mit der neuen Ausschreibung möglich.

Es gehe „keineswegs darum, bestimmte Sendungen abzuschaffen“, sagte Liga-Präsident Reinhard Rauball in einer DFL-Mitteilung. „Ziel ist es vielmehr, den verschiedenen Rechte-Nachfragern mit ihren individuellen Geschäftsmodellen und Vertriebswegen faire Chancen einzuräumen.“ Anders ausgedrückt: Die Liga will den bisher kaum vorhandenen Wettbewerb für die Erstausstrahlung der Höhepunkte anheizen. Derzeit zahlt die ARD geschätzte 100 Millionen Euro für ihr Rechtepaket. Für die Privatsender ist das zu viel, weil sich die Summe nicht refinanzieren lässt.

Die DFL will die Ausschreibung der Rechte von der Spielzeit 2013/14 an mit mindestens zwei verschiedenen Verwertungsszenarien voraussichtlich am Ende des Jahres starten. Eines der angebotenen Modelle ermöglicht eine „Sportschau“ im Internet und auf mobilen Endgeräten wie Handys von 19.00 Uhr an. Eine Zusammenfassung im Fernsehen wäre dann erst um 21.45 Uhr erlaubt. Das würde das Ende des ARD-Klassikers in der jetzigen Form bedeuten.

„Das solidarischste Modell der Zentralvermarktung in Europa bleibt damit erhalten, gleichzeitig wird Wettbewerb um die Medienrechte ermöglicht“, sagte Rauball. Und: „Wir werden die Hinweise des Bundeskartellamtes umsetzen und im Sinne aller Marktteilnehmer eine transparente und diskriminierungsfreie Ausschreibung durchführen.“ Vor drei Jahren war die Liga mit ihrem ursprünglichen Modell, dem Komplettverkauf der Rechte, am Veto der Behörde gescheitert.

ARD droht der erneute Verlust der Rechte

Dieses Mal scheinen DFL-Chef Christian Seifert und seine Kollegen eine pfiffigeres Modell gefunden zu haben. „Welche Form der Berichterstattung am Ende den Zuschlag erhält, ist nicht unsere Entscheidung“, kommentierte Kartellamts-Präsident Andreas Mundt. „Wir prüfen die Medienrechtepakete daraufhin, ob das Vermarktungsmodell insgesamt mit dem Kartellrecht vereinbar ist. Die von der DFL ab der Spielzeit 2013/14 geplante Vermarktung erfüllt nach unserer vorläufigen Einschätzung diese Anforderung.“

Die Prüfung ist noch nicht komplett abgeschlossen, die Gespräche mit der DFL laufen noch. „Insbesondere Einzelfragen zu den verschiedenen Rechtepaketen“ werde das Kartellamt „klären und darauf achten, dass die Ausschreibung diskriminierungsfrei und transparent ablaufen kann“, sagte Mundt.

Der ARD droht der erneute Verlust der Rechte, falls finanzstarke Internet-Unternehmen die Rechte haben wollen. Die Sportschau hatte 2003 ein Comeback nach mehr als zehnjähriger Unterbrechung gefeiert. Zwischenzeitlich hatten RTL und Sat.1 die Bundesliga-Zusammenfassung gezeigt.

dpa

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