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Stephanie Stumph legt die Handschellen an

Neue Ermittlerin in "Der Alte" Stephanie Stumph legt die Handschellen an

Seit fast 40 Jahren ist er auf Sendung, nun verleiht das ZDF einem seiner Klassiker einen modernen Anstrich: „Der Alte“ wird ab kommenden Freitag verjüngt. Stephanie Stumph wird neue Hauptdarstellerin – zusammen mit Ludwig Blochberger. Wir sprachen mit ihr über ihre neue Rolle.

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Stephanie Stumph ermittelt ab Freitag als Kommissarin Annabell Lorenz in der ZDF-Krimireihe "Der Alte".

Quelle: PR

Frau Stumph, Ihr Vater Wolfgang Stumph war fast 20 Jahre lang der Kriminalhauptkommissar Wilfried Stubbe im ZDF, nun werden auch Sie eine TV-Ermittlerin. Gibt es in Ihrer Familie so etwas wie ein Krimi-Gen?
Puh, darüber habe ich eigentlich noch nie wirklich nachgedacht. Es ist aber eine sehr schöne Staffelübergabe. Endlich darf ich einmal meinen Dienstausweis vorzeigen und die Handschellen anlegen. Zudem ist es natürlich ein großes Geschenk, im Hauptcast solch einer renommierten Fernsehreihe spielen zu dürfen.

„Der Alte“ läuft seit 1977 ununterbrochen. Als die erste Folge ausgestrahlt wurde, waren Sie ja noch gar nicht auf der Welt. Ist das ein komisches Gefühl?
Es ist in erster Linie Verantwortung, die aus dieser Tradition erwächst. Die Serie funktioniert seit vielen Jahrzehnten erfolgreich, da möchten „wir Neuen“ natürlich nicht, dass sich daran etwas ändert, bloß weil wir jetzt mitspielen.

Mit Michael Ande gehört auch ein Mann der ersten Stunde weiter zum Team. Wie hat er sie beide am Set aufgenommen?
Michael Ande ist super. Er war bei seinem Einstieg in „Der Alte“ so alt, wie Ludwig jetzt ist. Und mit der Verjüngung, über die ja an einigen Ecken diskutiert wird, gehen wir ein Stück weit zurück zu den Ursprüngen der Serie. Damals gab es schließlich noch Kommissare, die Anfang der Dreißiger waren. Denjenigen, die bei diesem Thema skeptisch sind, kann ich versichern, dass wir keine bewährten Strukturen niederreißen wollen. Wer „Der Alte“ seit Jahrzehnten gern schaut, wird auch in Zukunft gute Krimiunterhaltung erleben.

Stephanie Stumph wurde am 7. Juli 1984 in Dresden geboren und wuchs in der sächsischen Landeshauptstadt auf. Sie ist die Tochter des Schauspielers Wolfgang Stumph („Go Trabi Go“), an dessen Seite sie als Filmtochter Christiane viele Jahre in der ZDF-Krimiserie „Stubbe – Von Fall zu Fall“ zu erleben war. Zwischen 2003 und 2007 studierte sie Schauspiel an der Hochschule für Musik und Theater in Leipzig, Abschluss: Diplom. Am 2. Oktober gibt Stephanie Stumph ihren Einstieg als Ermittlerin in der Krimireihe „Der Alte“ (ZDF/20.15 Uhr).

Ihr Vorgänger Pierre Sanoussi-Bliss sprach auf Facebook von einem „Verjüngungswahn“. Haben Sie sich darüber geärgert?
Aus Sicht eines einzelnen Schauspielers kann ich den Missmut über gewisse Entscheidungen von oben durchaus nachvollziehen. Andererseits weiß man, wenn man diesen Beruf antritt, dass nichts für immer ist. Dass man sich immer wieder neu bewerben muss und keinen Vertrag auf Lebenszeit abschließt. Ich weiß nicht, wieso das noch jemanden überrascht. Ich glaube, jeder Schauspieler muss stets und ständig seine Schäfchen ins Trockene bringen, um für die Zeit vorzusorgen, in der er vielleicht mal nicht so gefragt ist. Das ist das Business. Sich über Umstrukturierungen aufzuregen ist Energieverschwendung. Es kommen immer wieder Jüngere nach, und manchmal kann Abwechslung auch bereichernd sein.

Die Episoden von „Der Alte“ sind in der Regel auf 60 Minuten komprimiert, die Fälle müssen also eine halbe Stunde schneller gelöst werden als im „Tatort“. Macht das die Arbeit anspruchsvoller?
Bei den Hauptrollen, wie ich eine spiele, würde ich diesem Unterschied gar nicht so viel Bedeutung beimessen. Aber die Episodenhauptrollen müssen in einem Sechzigminüter viel schneller eingeführt werden und den inhaltlichen Bogen prägnanter spielen. Die Zeit, um verschiedene Facetten zu zeigen, verkürzt sich. Wir Kommissare haben dagegen mehrere Folgen Zeit, um die Empathie der Zuschauer zu gewinnen. Die müssen wir aber dann auch halten, was mindestens genauso schwer ist.

Im „Stubbe“ haben Sie das Krimiflair der Stadt Hamburg kennengelernt, jetzt atmen Sie Münchner Luft. Wie ticken die beiden Städte krimitechnisch?
Mit Hamburg verbinde ich diesen nordischen, stürmischen Charme. Die Stadt kann sehr düster und verregnet sein. Dazu kommt die ganz eigene Atmosphäre, die der Hafen vor dem Hintergrund eines Mordfalls ausstrahlt. Hier unten in München herrschen Gemütlichkeit und Sonnenschein, ein südlicher Kulturenmix. Alles ist auf den ersten Blick bunter. Dieser Nord-Süd-Gegensatz der Mentalitäten ist nach meiner Erfahrung übrigens sehr viel stärker ausgeprägt als der Gegensatz zwischen Ost und West.

Interview: Christoph Stephan

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