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Dicke Flocken und lauwarmes Gezeter

ZDF-Komödie "Beste Bescherung" Dicke Flocken und lauwarmes Gezeter

Das ZDF zeigt die Weihnachtskomödie „Beste Bescherung“ – einen Wohlfühlfilm mit wenig Tiefe. Von versprochenen „dramatischen Zuspitzungen“ kann schon gar nicht die Rede sein.

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Warum bist du nicht in Moldawien, Papa?“, fragt Tochter Anna (Sophie von Kessel) Vater Karl (Friedrich von Thun), der ganz offensichtlich nicht willkommen ist. Vater Karl, Familienpatriarch und Steuerhinterzieher, trifft auf einem Bauernhof in den Voralpen auf den übrigen Clan der Familie Mailinger: seine vier Kinder, deren Lebensgefährten – und Dina, seine moldawische Frau.

Neun Protagonisten, ein Gutshof in bayerischem Idyll und ein Familienzwist: Das kann ja heiter werden. Wird es auch, denn in dieser Weihnachtskomödie trägt jeder der Mailingers einen Konflikt mit sich herum – den er auf dem Gehöft in romantisch-wattiger Weihnachtsidylle je nach Temperament mehr oder weniger stark auslebt.

Die Bande vereint der Groll gegen Familienherrscher Karl, der deshalb kurzerhand mit der Besenkammer vorliebnehmen muss. Der geizige Schraubenfabrikant hat Millionen auf die Seite geschafft und versucht nun, das Schwarzgeld seinen Kindern anzudrehen.

Tochter Anna plagt die Eifersucht auf ihren Freund Ben. Nesthäkchen Miriam ist schwanger und wünscht sich eine Krippenspielaufführung in Heile-Welt-Manier. Und dann ist da auch noch Karls moldawische Frau Dina auf. Die von der Putzfrau zur Ehefrau aufgestiegene argwöhnt mit osteuropäischem Akzent und Pelzmütze, wo Karl das Geld versteckt habe. Als der Patriarch schließlich Reißaus nimmt und Miriam in den Wehen liegt, droht der labilen Konstellation das Kollaps.

Ein Spannungsbogen fehlt komplett

Es sind viele Zutaten für einen Familienzwist, die die Drehbuchautoren Kathrin Richter und Jürgen Schlagenhof da zusammengetragen haben. Leichte Musik, dicke Schneeflocken und überzeichnete Figuren machen klar: Hier kommt eine Komödie. Es ist schon die zweite Fortsetzung der Spielfilmreihe um den Mailinger-Clan, die 2008 mit dem Film „Das Beste kommt erst“ ihren Anfang nahm.

Kurzinfo

„Beste Bescherung“, ZDF

Weihnachtskomödie

Montag, 20.15 Uhr

Wertung: ganz ordentlich

Es ist wieder ein Wohlfühlfilm, den das ZDF eine Woche vor Weihnachten zeigt – doch leider einer mit besonders wenig Tiefgang. Zwar platziert Regisseur Rainer Kaufmann die komödiantischen Elemente gekonnt: etwa als Karls Steuerberater Herbert anrückt und von selbigem mit Tabletten lahmgelegt wird; oder die hysterische Anna, die ihrem Freund, Gynäkologe Ben, ständig seine berufliche Beschäftigung mit Frauen zur Last legt.

Doch einige Szenen changieren zwischen Schenkelklopferhumor und Albernheit, etwa als die unfreiwillig zusammengeführten Mailingers sich beim Krippenspiel an den Händen fassen und minutenlang „Ähhh“ schreien.

Lauwarmes Gezeter

Das größere Problem liegt jedoch im Spannungsbogen des Films: Er ist schlichtweg nicht vorhanden. „Jedes Stück ist nur so gut wie seine Antagonisten“, lässt Regisseur Kaufmann eine seiner Filmfiguren sagen. Eine traurige Selbsterkenntnis, denn in „Beste Bescherung“ gibt es statt echter Konflikte nur lauwarmes Gezeter.Die Streitereien bieten zwar Identifikationspotenzial – und doch plätschert der Film dahin, weil die meisten Konflikte nur halbherzig gelöst werden. Von den versprochenen „dramatischen Zuspitzungen“ kann schon gar nicht die Rede sein. Die dem Genre geschuldete unvermeidliche familienübergreifende Versöhnung kommt deshalb unvermittelt und plötzlich wie Kai aus der Kiste daher. Der Film eignet sich somit zwar durchaus als kollisionsfreie Familienunterhaltung, er bleibt aber auch niemandem im Gedächtnis.

Von Sabrina Mazzola

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